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Grusical

Der kleine Horrorladen

Somewhere that's green


Sympathische Inszenierung des Horrorladens in gemütlicher Club-Atmosphäre im Atelier des TIC-Theaters in Wuppertal. Die junge Besetzung und die einfache, aber effektvolle Inszenierung von Musicaldarsteller Patrick Stanke können punkten und holen das Maximale aus den Gegebenheiten heraus.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:25.09.2010
Rezensierte Vorstellung:23.10.2010
Letzte bekannte Aufführung:17.12.2010


"Theater hautnah" – dieser Slogan des TIC-Theaters wird umso nachvollziehbarer, wenn man sich eine Vorstellung des "kleinen Horrorladens" anschaut. Das kleine Ensemble rund um die Killerpflanze Audrey II bespielt nicht nur die Bühne, sondern agiert mitten im Publikum. Wenn beispielsweise der Zahnarzt mit einem angedeuteten Motorrad über die gemalte Straße des Zuschauerraums hereinkommt oder Audrey auf einem Balkon durchs Publikum gezogen wird, während sie vom "Häuschen im Grünen" träumt, dann macht das einfach nur Spaß, und man fühlt sich im Zuschauerraum bestens unterhalten, da man ständig die Blickrichtung ändert und letztlich auch Teil des Geschehens ist.

Für die Darsteller dieser Produktion stellt der unmittelbare Kontakt zum Publikum sicherlich eine Schwierigkeit dar, denn jeder noch so kleine Patzer im Gesang fällt auf, wenn man einen halben Meter entfernt von den Zuschauern steht. Gott sei Dank ist das Ensemble stark genug, so dass es zu einer solchen Situation erst gar nicht kommt.

Eine Paradebesetzung ist sicherlich Christofer Schmidt als Seymour. Sobald er seinen ersten Auftritt hat, weiß man: Das ist Seymour. Dünn, schlaksig, mit einer angenehmen Gesangsstimme meistert der junge Darsteller die Rolle durchwegs glaubhaft, und man hat ständig Mitleid mit dem armen Kerl. Elisabeth Wahle als Audrey wirkt am Anfang etwas befremdlich und man nimmt ihr die Rolle des blonden "Dummchens" nicht sofort ab. Ab ihrer "Somewhere that’s green"-Szene jedoch überzeugt sie mit warmer Stimme und der, gerade am Ende des Stückes, eher ernsten Seite der Audrey. Fast hat man den Eindruck, sie musste sich am Anfang ein wenig warm spielen.

Der dritte Hauptdarsteller dieser Produktion ist die fleischfressende Pflanze Audrey II, der Musicaldarsteller und Regiedebütant Patrick Stanke seine Stimme lieh. Leider war an diesem Abend die Stimme der Pflanze vergleichweise leise ausgesteuert, was deren Bedrohlichkeit etwas ausbremste. Die drei Girls, die immer wieder das Geschehen kommentieren, führen warme, soulige Stimmen ins Feld, und Hans-Otto Rademacher als Blumenladenbesitzer Mr. Mushnik, eher Charakter- als Musicaldarsteller, meistert seine Gesangsparts ohne Mühe. Erwähnenswert ist noch Fabian Böhle als sadistischer Zahnarzt Orin Scrivello, der mit seiner Lachgasszene einen der schwierigsten Auftritte des Abends hat. Nicht durch das Gas, sondern durch sein Gespür für Slapstick hat er die Lacher auf seiner Seite.

Die Bühne von Sandra Beckmann lehnt sich weitgehend an die Dekoration des Films von Frank Oz an. Sie ist zweckmäßig eingerichtet und gibt den Blick auf den Blumenladen in der Skid Row frei. Dank der bereits erwähnten Nutzung des Zuschauerraums – die Zahnarztpraxis wird beispielsweise während des ersten Aktes vor der Bar im hinteren Teil des Theaters aufgebaut – wird dies nie langweilig. Drei verschiedene Puppen erwecken die Pflanze Audrey II zum Leben, allesamt liebevoll produziert und in Szene gesetzt. Einzig die Synchronisation der größten Pflanze ist nicht immer deckungsgleich mit der Stimme Stankes; eine Startschwierigkeit, die sich sicher bald einspielen wird.
Sowohl die Stimme der Pflanze als auch die Musik kommen leider vom Band, was aufgrund der sonst so ansprechenden Produktion etwas negativ ins Gewicht fällt.

Patrick Stanke, seinerseits durch große Musicals wie die "Die drei Musketiere" oder "Aida" bekannt geworden, startete seine Karriere in eben diesem kleinen Theater in einem Vorort von Wuppertal. Erstmals führt er selbst Regie und beweist ein Händchen fürs Detail. Er leitet das kleine Ensemble sicher durch die Inszenierung, jede Pointe sitzt und jede noch so kleine Idee macht Spaß.

(Text: jal)





Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


28807
Klein, aber fein

29.11.2010 - Ich kann mich der Bewertung der MUZ in allen Punkten anschließen - Gratulation an Patrick Stanke für ein gelungenes Regiedebüt. Die kleine Bühne und der gemütliche Theatersaal werden optimal genutzt, ein spielfreudiges, junges Ensemble hat sichtlich Spaß während der Vorstellung.

Die sehr intime Atmosphäre - teilweise nur einen halben Meter vom Publikum entfernt - erfordert von allen Darstellern präzises Spiel - und das schaffen die Amateure hervorragend. Es würde mich nicht wundern, wenn einige der Darsteller den Sprung auf eine Schauspielschule schaffen würde.

Einziges Manko dieses kurzweiligen Abends war auch für mich die Tatsache, dass die Musik vom Band kam, eine Live-Band hätte sicher für noch mehr Atmosphäre gesorgt. Dennoch war es sicher nicht mein letzter Besuch im TiC-Theater, das für ganz kleines Geld einen kurzweiligen Abend bot!

(Besuchte Vorstellung: 24.10.2010)

everythingisrent (6 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
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Borner Str. 1
D-42349 Wuppertal
0202-472211
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Handlung
Seymour Krelborn, Angestellter in einem Blumenladen in der heruntergekommenen New Yorker Skid Row, züchtet eine eigenartige fleischfressende Pflanze, die sich ausschließlich von Menschenblut ernährt. mehr

Weitere Infos
Abgesehen vom Ende ist die Handlung des bekannten Films von 1986 mit der Musicalversion identisch. Aufgrund von negativen Zuschauerreaktionen bei den Filmpreviews ließ Produzent Frank Oz den Schluss nachträglich umschreiben: Seymour besiegt die Pflanze, indem er sie mit Stromschlägen traktiert und schließlich den Laden in die Luft jagt. Anschließend verwirklicht er Audreys Traum und zieht mit ihr in ein Häuschen im Grünen - in der letzten Einstellung ist im Vorgarten des Häuschens eine kleine Audrey II zu sehen, ein Hinweis auf einen möglichen zweiten Teil, der bisher aber nicht realisiert wurde.

 Kurzbewertung [ i ]
(jal)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Unterhaltsamer Theaterabend in Wohnzimmeratmosphäre!

28.10.2010

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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