Norden Westen Osten Sden
Termine aus DeutschlandsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Ost )Shows A-Z ( Ost )Premieren ( Ost )My Fair Lady


Klassiker

My Fair Lady

Es grünt so grün...


Mit „My Fair Lady“ erfüllt das Theater Vorpommern seinen Möglichkeiten entsprechend die Erwartungen des Stammpublikums. Innovationen sucht man vergebens, der Abend zieht sich.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:07.05.2011
Rezensierte Vorstellung:07.05.2011
Letzte bekannte Aufführung:10.06.2012


Albtraum Ehe. Alfred P. Doolittles Zukunft ist eindeutig: Nach seiner Trauung wird er unter der Knute seiner Gattin stehen. Tanzende Bräute – skurril besetzt mit den Herren den Opernchores – und Hausfrauen, die drohend Bügeleisen, Besen und Nudelhölzer schwenken, illustrieren zum Amüsement des Publikums den Hochzeitssong von Elizas Vater.

Dies ist der einzige Einfall, mit dem Georg Blüml seine klassisch-traditionelle Inszenierung des Musical-Oldtimers aufpeppt und der den Namen einer Choreografin (Sabrina Sadowska) auf dem Programmzettel rechtfertigt. Wobei Werktreue kein Makel sein muss. Wenn der Regisseur die Geschichte um das „Rinnsteinpflanze-wird-zur-feinen-Dame“-Experiment allerdings ausschließlich am Buch orientiert umsetzt, dann wirkt die zweidreiviertelstündige Aufführung trotz einiger Straffungen länger als sie tatsächlich ist. Wer genau hinschaut, entdeckt, dass Blüml seine Akteure sich selbst überlässt, statt sie zu führen. Insbesondere in Dialogszenen interagieren die Figuren nicht miteinander, sondern singen und sprechen ihre Dialoge oft nur frontal ins Publikum. Dafür platziert sie der Regisseur in zentralen Bühnen-Positionen, von wo aus sie wie bei einem Wunschkonzert das Publikum mit den eingängigen Songs aus Frederick Loewes Partitur unterhalten.

Mit Ausnahme von Professor Higgins (Hannes Rittig) – ihn deutet Blüml als leicht verwirrten und fahrigen Gelehrten – wirken die Figuren blutleer und zeigen wenig eigenes Profil. Oberst Pickering (Markus Voigt) verkommt zum harmlosen Stichwortgeber, Alfred P. Doolittle (Bernhard Leube) ist einfach ein Mann in einem grauen Overall und warum Freddy Eynsford-Hill (Noriyuki Sawabu) sich mit seinem Schmuse-Teddy vor der Pause auf einem Klappstuhl am rechten Bühnenportal niederlässt, kann das Publikum nur erahnen. Ähnlich blass bleibt, warum sich Eliza (Maria Klier) vom kodderschnäuzigen Blumenmädchen zur feinen Lady mausert. Immerhin bleibt Blümls Inszenierung ihrem harmlos-werkgetreuen Konzept bis zum kaum nachvollziehbaren Happyend zwischen Eliza und ihrem Lehrer treu. Das stößt im Publikum niemanden vor den Kopf, reißt es aber auch nicht vor Begeisterung von den Sitzen.

Schnell langweilig wird Katrin Kammans terrakottafarbenes, abstraktes Bühnenbild mit seinen auf der Drehbühne platzierten Stufen-Podesten und einem sich nach oben neigenden Wand-Element, das an ein Geländer erinnert. Wer nach dem wiederholten Fallen des Vorhangs nach Songs überraschende Verwandlungen erwartet, der wird bitter enttäuscht: Wird der Blick auf die Bühne wieder frei, hat sich die Drehscheibe mit dem Wandelement nur in eine neue Position bewegt. Mehr Atmosphäre zaubert die Ausstatterin mit dem Bücherregal-Prospekt im Goldrahmen für das Studierzimmer und den farbenfrohen, manchmal etwas zu gestriegelt wirkenden Kostümen, die dem viktorianischen England huldigen.

Solide, aber keine wirklich herausragenden Leistungen zeigen die Solisten der Hauptpartien. Maria Kliers klassischer Sopran scheppert sich mit viel Vibrato durch die Höhen der Eliza-Partie und hat Mühen in tieferen Lagen. In Piano-Passagen und in der Mittellage perlt ihre Stimme allerdings angenehm frisch. Hannes Rittig kann seine eigentliche Heimat, das Schauspiel-Ensemble des Theaters Vorpommern, nicht verleugnen, allerdings passt sein Chansonstil im Gesang gut zu seiner Rolle als Professor Higgins. Rittig verschleppt in der besuchten Premiere zwar den ein oder anderen Einsatz und seine Ausbrüche in „Kann denn eine Frau nicht sein wie ein Mann“ könnten etwas kraftvoller sein. Letztendlich zählt jedoch seine Gesamtleistung - und die ist gut. Noriyuki Sawabu schlanker, hoher Operntenor passt gut zum introvertierten Freddy, während Bernhard Leubes Bass für die Partie des Alfred P. Doolittle ruhig etwas mehr Substanz haben könnte.

Der Opernchor, dessen Mitglieder fast das gesamte Personal der Nebenfiguren abdeckt, hat sichtbare Freude an diesem Musical. Die Choristen holen aus ihren kleinen Solo-Auftritten als Ladys, Händler, Nachbarn oder dienstbare Geister das Maximum heraus, protzen in den Ensembleszenen jedoch nicht unangenehm aufdringlich mit dem klassisch ausgebildeten Stimmmaterial. Die mal quirlig, mal walzerseelig aufspielenden Musiker des Philharmonischen Orchesters Vorpommern betonen unter dem Dirigat von Egbert Funk die direkte Nachfolge von „My Fair Lady“ zur Operette. Eine Verwandtschaft, für die sich niemand schämen muss.

(Text: kw)



Wie ist Deine Meinung zu dieser Produktion?
Diskutiere mit im Musicalzentrale-Forum.






Kreativteam

Musikalische Leitung Egbert Funk
Inszenierung Georg Blüml
Ausstattung Katrin Kammann
Choreografie Sabrina Sadowska


Besetzung

Eliza DoolittleMaria Klier
Professor Henry HigginsHannes Rittig
Alfred P. DoolittleBernhard Leube
Oberst Hugh PickeringMarkus Voigt
Lady Majorie HigginsVera Meiss
Lady BoxingtonKatja Böhme
Lord BoxingtonAndreas Amelung
Mrs. PearceChristina Winkel
Freddy Eynsford-HillNoriyuki Sawabu
Mrs. Eynsford-HillFanny Gundlach
JamieBernd Roth
HarryHans Löbnitz
George, WirtDieter Alves
Eine NachbarinMichaela Tack
Ein BlumenmädchenGalina Lis




Wie ist Deine Meinung zu dieser Produktion?
Diskutiere mit im Musicalzentrale-Forum.


Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


29070
Profis machen's anders!

21.05.2011 - Was hat der Quatsch, der im Theater Greifswald geboten wird, mit Theater zu tun. Jede Theater-AG in Schulen ist besser! Im Vergleich zu dem, was man für eine Karte „My Fair Lady“ geboten bekommt. Wenn im Schauspiel die Stühle immer öfter leer sind, dann hat man sich daran gewöhnt. Es wird ja nicht viel neues gespielt – und wenn, dann immer den gleichen (gelangweilten) Schauspielern – sie sind einem genauso über. In der Musiksparte nicht besser, aber was spielen die denn überhaupt noch. Um so trauriger, wenn man sich auf einen Klassiker wie My Fair Lady freut und derart unprofessionelles und Ohrenbetäubend schlechtes serviert wird – dann lieber gar nichts, als derart mieses Theater.

Sandra Meyer (erste Bewertung)


29061
STIMMT

09.05.2011 - Dem, kann man nicht viel hinzu fügen, ausser vielleicht: Schade, dass man kein Schmerzensgeld bekommt oder zumindest sein Geld zurück verlangen kann. So kann man seine Zuschauer vergraulen! Der Abend war so schlimm, dass ich im Theater Stralsund nichts mehr sehen will. Ich hoffe, dass Rostock bald wieder ein Theater hat - da beherrscht man wenigstens das Handwerk!

WARMUMSHERZ (erste Bewertung)


29059
Unerträglich – bis ins Detail!.

08.05.2011 - Mal wieder ein Klassiker des Musicals – dachte ich, wenngleich ich schon durch vorher Erlebtes und Dargebotenes meine berechtigten Zweifel hatte! Ich sollte nicht unrecht behalten. Was dem Publikum da zugemutet wird, ist Dilettantismus in höchstem Maß. Nicht nur, dass die Personen auf der Bühne so viel Esprit zeigen wie Wartende auf einen Regionalexpress, nein, gesanglich sind außer der hervorragenden Eliza Doolittle (Maria Klier) und Alfred P. Doolittle (Bernhard Leube) sowie Freddy Eynsford-Hill (Noriyuki Sawabu, der bereits in „Das gibt’s nur einmal“ brillierte) ausnahmslos alle auf der Bühne stehenden einfach nur laut, was gepaart mit dem Wort schlimm, womit man es ebenso bezeichnen kann, das Ganzeinen grausamen Abend werden lässt. Hannes Rittig als Professor Higgins und Markus Voigt als Oberst Pickering, die beide bereits im Musical „Der Kleine Horrorladen“ höchst Positives geboten haben, zeigten nicht mehr als gelangweiltes, eher genervtes „ableiern“ ihrer Rolle – in jedem Fall nicht glaubhaft. Professionell geht einfach anders. Ich ging immer davon aus, dass ein Regisseur die Darsteller anleitet, inspiriert, ihnen mit auf die Bühne gibt, warum sie was gerade jetzt tun – dass überhaupt ein Regisseur dabei war, lässt sich nur partiell erahnen. Entweder hat die Zeit nicht gereicht oder es ist einfach irgendwie zusammengeschustert worden… Wobei mir Bühnenbild und Kostüme genauso zusammengeschustert erscheinen. Wer bitte hat die Dame engagiert, die diese „Kreationen“ zu verantworten hat, die die Menschen auf der Bühne da zu tragen haben? Und wo bitte hat man dieses Bühnenbild ausgegraben, das es niemals in „Erkennen Sie die Melodie“ geschafft hätte. Es erinnert an einen gewollten Abklatsch einer billig produzierten Fernsehoperette – aber wie gesagt: ABKLATSCH, nicht Original! Wenn also das Konzept der Inszenierung, Bühne und Kostüme eine Freakshow war, dann ist das die einzige Entschuldigung, warum man die oben positiv erwähnten Sänger dazu genötigt – und das Publikum damit gefoltert hat. Wenn das, was man da sehen muss ernst gemeint ist, dann mögen bitte viele Studenten der Psychologie und Psychiatrie ihre Studien daran betreiben, zu ergründen, was in denen vorgeht, die so etwas auf die Bühne stellen. UND BITTE, LIEBES THEATER VORPOMMERN – legen Sie dem Dirigenten bitte ein paar neue Batterien ein! Ein Musical mit so wenig „Schmiss“ zu dirigieren, ist ein Vergehen an dem Stück an sich!
FAZIT: Eigentlich müsste man über das gesehene schweigen! Eigentlich kann man ein Stück, wie „My Fair Lady“ gar nicht kaputt machen! Doch ich liebe Musical so sehr, dass ich nicht anders kann, als davor zu warnen sich diese Inszenierung anzusehen.

Mal wieder ein Klassiker des Musicals – dachte ich, wenngleich ich schon durch vorher Erlebtes und Dargebotenes meine berechtigten Zweifel hatte! Ich sollte nicht unrecht behalten. Was dem Publikum da zugemutet wird, ist Dilettantismus in höchstem Maß. Nicht nur, dass die Personen auf der Bühne so viel Esprit zeigen wie Wartende auf einen Regionalexpress, nein, gesanglich sind außer der hervorragenden Eliza Doolittle (Maria Klier) und Alfred P. Doolittle (Bernhard Leube) sowie Freddy Eynsford-Hill (Noriyuki Sawabu, der bereits in „Das gibt’s nur einmal“ brillierte) ausnahmslos alle auf der Bühne stehenden einfach nur laut, was gepaart mit dem Wort schlimm, womit man es ebenso bezeichnen kann, das Ganzeinen grausamen Abend werden lässt. Hannes Rittig als Professor Higgins und Markus Voigt als Oberst Pickering, die beide bereits im Musical „Der Kleine Horrorladen“ höchst Positives geboten haben, zeigten nicht mehr als gelangweiltes, eher genervtes „ableiern“ ihrer Rolle – in jedem Fall nicht glaubhaft. Professionell geht einfach anders. Ich ging immer davon aus, dass ein Regisseur die Darsteller anleitet, inspiriert, ihnen mit auf die Bühne gibt, warum sie was gerade jetzt tun – dass überhaupt ein Regisseur dabei war, lässt sich nur partiell erahnen. Entweder hat die Zeit nicht gereicht oder es ist einfach irgendwie zusammengeschustert worden… Wobei mir Bühnenbild und Kostüme genauso zusammengeschustert erscheinen. Wer bitte hat die Dame engagiert, die diese „Kreationen“ zu verantworten hat, die die Menschen auf der Bühne da zu tragen haben? Und wo bitte hat man dieses Bühnenbild ausgegraben, das es niemals in „Erkennen Sie die Melodie“ geschafft hätte. Es erinnert an einen gewollten Abklatsch einer billig produzierten Fernsehoperette – aber wie gesagt: ABKLATSCH, nicht Original! Wenn also das Konzept der Inszenierung, Bühne und Kostüme eine Freakshow war, dann ist das die einzige Entschuldigung, warum man die oben positiv erwähnten Sänger dazu genötigt – und das Publikum damit gefoltert hat. Wenn das, was man da sehen muss ernst gemeint ist, dann mögen bitte viele Studenten der Psychologie und Psychiatrie ihre Studien daran betreiben, zu ergründen, was in denen vorgeht, die so etwas auf die Bühne stellen. UND BITTE, LIEBES THEATER VORPOMMERN – legen Sie dem Dirigenten bitte ein paar neue Batterien ein! Ein Musical mit so wenig „Schmiss“ zu dirigieren, ist ein Vergehen an dem Stück an sich!
FAZIT: Eigentlich müsste man über das gesehene schweigen! Eigentlich kann man ein Stück, wie „My Fair Lady“ gar nicht kaputt machen! Doch ich liebe Musical so sehr, dass ich nicht anders kann, als davor zu warnen sich diese Inszenierung anzusehen.

T.R. Heinrich (4 Bewertungen, ∅ 1.3 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater Vorpommern
Olof-Palme-Platz 6
D-18439 Stralsund
03831/26460
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 My Fair Lady (Kammeroper Köln)
 My Fair Lady (Chemnitz)
 My Fair Lady (Dresden)
 My Fair Lady (Frankfurt am Main)
 My Fair Lady (Germering)
 My Fair Lady (Leipzig)
 My Fair Lady (Leverkusen)
 My Fair Lady (Magdeburg)
 My Fair Lady (München)
 My Fair Lady (Wiesbaden)
weitere Produktionen finden

 Kurzbewertung [ i ]
(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Sehr harmlos. Sehr werkgetreu. Sehr operettennah. Das freut die treuen Abonnenten!

08.05.2011

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 0.00 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2021. Alle Angaben ohne Gewähr.

   DEUTSCHES THEATER MÜNCHEN: CATS

   BROADWAY FIEBER SOLINGEN

   Wir suchen Dich!

   Ein Platz für Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was läuft aktuell in diesen Musicalhäusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ Düsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ München: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpläne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -Süd, Österreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;