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Komödie

Ganz oder gar nicht

The Full Monty


Spritzige Bühnenadaption des gleichnamigen britischen Films. Sechs Durchschnittsmänner befinden sich bei der Arbeitssuche in einer Sackgasse und beschließen aus lauter Verzweiflung, eine Männer-Strip-Gruppe zu gründen. Mit dabei: Kai Hüsgen.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:09.04.2011
Rezensierte Vorstellung:17.02.2011
Letzte bekannte Aufführung:25.03.2012


Schon vor Beginn der Vorstellung spielt die Band – auf Bühnenhöhe statt versteckt im Orchestergraben – beschwingt vor sich hin und verbreitet gute Laune. Wenn sich der Vorhang hebt, kommt Varieté-Atmosphäre auf: glitzerndes Lametta, ein quietschfröhliches weibliches Ensemble, das dem Publikum die Bandmitglieder vorstellt, und ein gut gebauter Kerl, der einen Striptease andeutet. Die Szene ist keineswegs inhaltsleer: Hier vergnügen sich die besseren Hälften der Protagonisten des Stücks in einem Nachtclub, während ihre Männer im Stahlwerk gerade wegrationalisiert werden. Doch vor allem dient die Auftaktsequenz dazu, dem Publikum eines zu signalisieren: Heute Abend geht es in erster Linie um Unterhaltung!

Obwohl auch ab und an ernstere Momente aufkommen, hat "Ganz oder gar nicht" sehr wenig gemein mit den eher dramatischen Musicals, die die Oper Chemnitz in den vergangenen Jahren auf die Bühne gebracht hat. Das Publikum lacht oft und herzhaft über die abenteuerlichen Versuche der nicht mehr ganz jungen ehemaligen Stahlarbeiter, eine Strip-Show auf die Beine zu stellen, in der Hoffnung, damit wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen und es ihren Frauen zu beweisen. Trotzdem ist das Stück dank intelligenter, pointierter Dialoge sowie einer durchgehend guten Charakterzeichnung, die von der Cast hervorragend umgesetzt wird, weit entfernt vom bloßen Slapstick.

Kai Hüsgen begeistert als "Bad Boy" Jerry, der sich mit dem Image des ständigen Versagers herumschlägt und versucht, seinem halbwüchsigen Sohn (Louis Baumgärtel) ein guter Vater zu sein. Seinem besten Freund Dave (überzeugend dargestellt von Peter Heber) hingegen machen Körperfülle und fehlendes Selbstwertgefühl zu schaffen und bringen die Beziehung zu Ehefrau Georgie (charismatisch: Muriel Wenger) ins Wanken. Wieland Müller ist Harold, der ehemalige Chef der Arbeiter, der sich nicht getraut, seiner luxus-verwöhnten Ehefrau Vicky (Kerstin Randall) seine Arbeitslosigkeit zu gestehen. Malcolm (Edward Randall) pflegt seine kranke Mutter und wird von Einsamkeit fast zum Selbstmord getrieben, "Horse" (Darren Perkins) kämpft mit Vorurteilen über seine Hautfarbe und Ethan (Andreas Kindschuh) wäre gerne so wie Gene Kelly in "Singing in the Rain", während die showbiz-erfahrene Musikerin Jeannette (Sylvia Schramm-Heilfort) daran verzweifelt, die chaotische Männertruppe in ein ansehnliches Stripper-Sextett zu verwandeln.

Die Chornummern sind spritzig und die Balladen eingängig, allen voran Hüsgens wehmütiges Solo "Manchmal spür' ich die Briese" sowie die beiden Herren-Duette "Du gehst mit mir" (gefühlvoll interpretiert von Edward Randall und Andreas Kindschuh) und "Du bist meine Welt" (Peter Heber und Wieland Müller).

Das Bühnenbild von Walter Schütze ist abwechslungsreich und stellt die jeweiligen Szenerien – vom schillernden Nachtclub und Harolds gutbürgerlichem Wohnzimmer über die tristen Häuserfassaden bis hin zum schmuddeligen Männerklo – realistisch dar, während die Michael-Fuchs-Band mit hörbar (und z.T. sichtlich) viel Spielfreude für die musikalische Begleitung sorgt. Wie so oft in der Chemnitzer Oper ist es lediglich die Akustik, die die Stimmung ein wenig drückt und dafür sorgt, dass so mancher Gesangstext nicht verständlich beim Publikum ankommt. Glücklicherweise sind die spritzigen Dialoge und Wortgefechte, die das Herz des Stückes ausmachen, davon nicht betroffen.

Matthias Winters Inszenierung ist mal Varieté-Show, mal Sozialsatire und mal gewitzter Geschlechterkampf – und dabei stets gut gespielte und kurzweilige Unterhaltung.


Musik und Gesangstexte von Davis Yazbek
Buch von Terrence McNally

Basierend auf dem Film “The Full Monty” verliehen durch Fox Searchlight Pictures
Drehbuch von Simon Beaufoy
Produzent: Uberto Pasolini
Regie: Peter Cattaneo

Deutsche Fassung von Iris Schumacher und Frank Thannhäuser


(Text: cl)




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News: PdW: Ganz oder gar nicht (04.04.2011)



Besetzung

Jerry Lukowski Kai Hüsgen
Nathan Lukowski Louis Baumgärtel
Simon Rottluff
Pam Lukowski Susanne Thielemann
Teddy Slaughter Thomas Mäthger
Dave Bukatinsky Peter Heber
Georgie Bukatinsky Muriel Wenger
Harold Nichols Wieland Müller
Vicky Nichols Kerstin Randall
Malcolm MacGregor Edward Randall
Molly MacGregor Monika Straube
Ethan Girard Andreas Kindschuh
Noah "Horse" T. Simmons Darren Perkins
Jeanette Burmeister Sylvia Schramm-Heilfort
Buddy "Keno" Walsh Armin Frauenschuh
Reg Willoughby
Tony Giordano
Priester
Roland Glass
Estelle Genovese Claudia Müller
Susan Sophie Becker
Tina Schneidereit



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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Kurzweilige Komödie mit einer gehörigen Portion Wortwitz - gut gespielt und sehenswert!

19.02.2012

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