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Deutsche ErstauffĂŒhrung

Passion

Die Geschichte einer großen Leidenschaft


© Kai-Uwe Schulte-Bunert
© Kai-Uwe Schulte-Bunert
Stephen Sondheims Musical basiert auf der Novelle "Fosca" von Iginio Ugo: ein junger italienischer Offizier steht zwischen zwei Frauen. Die Staatsoperette Dresden prĂ€sentiert Sondheims "Passion" erstmals im deutschen Sprachraum in einer Inszenierung von Holger Hauer. In den Hauptrollen: Vasiliki Roussi, Maike Switzer und Marcus GĂŒnzel.

(Text: cl)

Premiere:28.01.2011
Letzte bekannte AuffĂŒhrung:04.04.2012


Wie im Deutschen, so ist auch im Englischen der Begriff „Passion“ mehrdeutig. Er kann sowohl Leidenschaft bedeuten, als auch Leid. Zwischen diesen beiden Polen menschlichen FĂŒhlens und Erlebens ist Stephen Sondheims Musical „Passion“ mit dem Buch von James Lapine angesiedelt. Am 24. MĂ€rz 1994 wurde es erstmals im Plymouth Theater am New Yorker Broadway aufgefĂŒhrt und gewann im gleichen Jahr vier Tony Awards, den wichtigsten amerikanischen Theater- und Musicalpreis, unter anderem in den Kategorien Bestes Musical, Beste Partitur und Bestes Buch.

In der Reihe der Ur- oder ErstauffĂŒhrungen, die die Staatsoperette Dresden ihrem Ziel entsprechend jede Spielzeit zur Premiere bringt, erlebt am 28. Januar 2011 Stephen Sondheims Musical „Passion“ seine Deutsche ErstauffĂŒhrung, die zugleich auch die deutschsprachige ErstauffĂŒhrung ist.

„Passion“ folgt, wie alle Musiktheaterwerke Sondheims, nicht dem Mainstream des kommerziellen Musicals. Vielmehr ist es eine intensive, emotionsbetonte Auseinandersetzung mit existenziellen Themen, die um die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe kreisen: Besessenheit, Manipulation, Macht, Schönheit, Leidenschaft, Krankheit und Liebe. „Passion“ ist die psychologisch differenziert gezeichnete Dreiecksgeschichte eines Soldaten zwischen zwei Frauen.

Der attraktive Hauptmann Giorgio wird in seinen weltanschaulichen und moralischen GrundsĂ€tzen durch die bedingungslose und leidenschaftliche Liebe von Fosca, der todkranken Cousine seines vorgesetzten Obersts, erschĂŒttert. Giorgio, der eigentlich die schöne (aber verheiratete) Clara liebt, gerĂ€t zwischen die beiden Frauen. Mit Clara sehen wir ihn zu Beginn des StĂŒckes in heißer Liebe entbrannt. Doch versetzt auf einen fernen militĂ€rischen StĂŒtzpunkt in der Provinz bleibt den Beiden nur der Kontakt ĂŒber Briefe. WĂ€hrend Giorgio mit der fernen Geliebten korrespondiert, gerĂ€t er in der geregelten Enge des militĂ€rischen Lebens immer stĂ€rker in den Bann Foscas. Wie in einem Thriller wird Giorgio von der gebildeten und faszinierenden Frau, die obsessiv ihre GefĂŒhle zu ihm formuliert und auslebt, nach und nach stĂ€rker angezogen.

„ ,Passion’ handelt davon, wie Dich die Kraft der GefĂŒhle einer andern Person aufknacken kann“, sagte Sondheim ĂŒber sein StĂŒck, „und wie dies zur Lebenskraft in einer erstorbenen Welt wird.“ Damit ist „Passion“ auch ein StĂŒck ĂŒber die VerĂ€nderung der inneren Ordnung einer Persönlichkeit. Und der Autor des Buches, James Lapine, ergĂ€nzte, die Geschichte „erinnert Dich an die Momente im Leben, die wir alle einmal hatten, in denen wir besessen oder Besitz ergreifend oder außer Kontrolle waren.“

Sondheims Musiksprache fĂŒr „Passion“ ist bemerkenswert: Die ĂŒppige, romantische Partitur, die die New York Times sofort lobte, vermag den gesteigerten Ausdruck der Charaktere und die psychologischen QualitĂ€ten der Geschichte intensiv zu vermitteln. Die Musik zieht den Hörer in einen fiebrigen Sog der Leidenschaften. Sie folgt den VerĂ€nderungen und den kaleidoskopischen Emotionen der Charaktere.

Stephen Sondheim, Jahrgang 1930, ist der vielleicht bedeutendste lebende Musical-Komponist. FrĂŒh beginnt seine Karriere am Broadway, bereits in den 1950er Jahren ist er (zunĂ€chst noch) als begnadeter Dichter von Gesangstexten maßgeblich an Werken wie Bernsteins „West Side Story“ und „Candide“ oder Jule Stynes „Gypsy“ beteiligt. Zu seinen zahlreichen erfolgreichen Musicals als Komponist zĂ€hlen Meilensteine des Genres wie „Company“ (1970), „Follies“ (1971), „A Little Night Music“ (dt. „Das LĂ€cheln einer Sommernacht“, 1973), „Sweeney Todd“ (1979) oder „Into the Woods“ (1987). Mit dem Theaterautor und Regisseur James Lapine hat er immer wieder Musicals geschaffen, die die traditionellen ErzĂ€hlweisen des Theaters weiterfĂŒhren, neben „Passion“ (1994) am markantesten wohl in dem 1985 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten Musical „Sunday in the Park with George“.

Musicalspezialist Holger Hauer, der an der Staatsoperette zuletzt Gershwins Dresden-Musical „Pardon My English“ erfolgreich inszenierte, hat die Regie ĂŒbernommen. Christoph Weyers zeichnet, wie schon bei Gershwin, auch diesmal wieder fĂŒr die Ausstattung verantwortlich. Hauer und Weyers interessiert vor allem die Zeitlosigkeit der existentiellen Geschichte. Deshalb haben sie die Geschehen aus seiner konkreten historischen Situation behutsam herausgelöst und stellen die Konstanten menschlichen Seelenlebens in den Mittelpunkt.

Die deutsche Übersetzung, die Roman Hinze fĂŒr diese Produktion eigens angefertigt hat, wurde von Stephen Sondheim autorisiert. Zu hören sein wird „Passion“ nicht wie bisher in einer der ĂŒblichen reduzierten Musical-Orchesterbesetzung, in denen Synthesizer zum Einsatz kommen, sondern in einer großen Orchesterbesetzung – eine Entscheidung, die der Komponist sehr begrĂŒĂŸt. Peter Christian Feigel, der neue 2. Kapellmeister der Staatsoperette Dresden, betreut mit „Passion“ seine erste eigene Produktion am Haus.


Musikalische Leitung: Peter Christian Feigel
Inszenierung: Holger Hauer
Ausstattung: Christoph Weyers

Fosca: Vasiliki Roussi
Clara: Maike Switzer
Giorgio: Marcus GĂŒnzel
Oberst Ricci: Gerd Wiemer
Feldwebel Lombardi (Koch): Dietrich Seydlitz
Leutnant Barri: Elmar Andree
Major Rizzolli: Herbert G. Adami
Gefreiter Augenti: Martin Gebhardt
Ludovic: Christoph Simon
Foscas Mutter: Tanja Höft / Annegret Reißmann
Geliebte: Inka Lange
Doktor Tambourri: Hans-JĂŒrgen Wiese

(Text: Theater)




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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


29508
kein U - Theater, sondern E !

14.03.2012 - Wer eins der bekannten Mega Musical erwartet hatte wird nicht besonders glĂŒcklich sein, er ist dann aber auch bei Sondheim nicht ganz richtig. Habe das StĂŒck vor gut einem Jahr gesehen und bin begeistert wie ein solch nicht weltfremdes Thema derart unter die Haut gehend auf die MusicalbĂŒhne gebracht wurde, es geht also doch. Die besondere Thematik hier erfordert zwingend hervorragende Darsteller in den tragenden Rollen. Maike Switzer,Vasiliki Roussi und Markus GĂŒnzel haben einen Spitzenjob gemacht.

dölker (4 Bewertungen, ∅ 2.8 Sterne)


29325
Nicht als Musical

19.11.2011 - Es war ja schon angekĂŒndigt, dass Sondheim mit diesem StĂŒck nicht dem Mainstream des kommerziellen Musicals gefolgt ist. Nachdem ich das StĂŒck gesehen habe stellt sich mir die Frage, handelt es sich hier ĂŒberhaupt noch um ein Musical? Die Geschichte und die Umsetzung sind in der Anlage gar nicht mal schlecht und wĂ€re das Ganze als TheaterstĂŒck aufgelegt worden wĂ€re es sogar zu empfehlen. Was aber gar nicht geht ist die Musik oder vielmehr was als solche verkauft werden soll. Das erinnert mehr an eine sakralen Sprechgesang wie man sie aus Litaneien kennt. Nicht eine Nummer die im Ansatz den Weg ins Ohr des Zuschauers findet. Das Publikum hielt sich dann auch mit Applaus sehr zurĂŒck. Allein zum Schluss wurde etwas geklatscht und das galt dann allein dem Ensemble das sich wacker und professionell bis ans Ende des StĂŒckes druchgekĂ€mpft hat und allein fĂŒr die schauspielerische Leistung gibt es ĂŒberhaupt einen Stern zu vergeben.

Obelix (4 Bewertungen, ∅ 2.8 Sterne)


28961
Musical-Kunst auf höchstem Niveau

14.02.2011 - Sondheim hat sich zum wiederholten Male im europĂ€ischen Literaturfundus bedient. Iginio Ugo Tarchettis Novelle "Fosca" und die daraus entstandene Verfilmung von Ettore Scola waren Vorlage und Inspiration fĂŒr Stephen Sondheim (Musik/Text) und James Lapine (Buch). Die Broadwayinszenierung wurde mit Preisen ĂŒberhĂ€uft und ist heute legendĂ€r. Großen Respekt und Dank an die rĂŒhrige Staatsoperette Dresden, die sich die deutschsprachigen ErstauffĂŒhrungsrechte gesichert hat, eine gelungene Übersetzung (Roman Hinze) anfertigen ließ und eine stimmige Inszenierung auf die BĂŒhne gebracht hat.

Die Geschichte von PASSION könnte im Grunde sehr schnell erzÀhlt werden und auch leicht in BanalitÀt und Pathos abgleiten:
Ein Mann zwischen zwei Frauen. Das Schicksal nimmt seinen verhĂ€ngnisvollen Lauf. Das Ende ist fĂŒr alle Beteiligten tragisch.

Das Faszinierende sind vielmehr die An- und Einsichten der drei Protagonisten, sowie ihre aus dem Geschichtsverlauf resultierende Wandlung und Weiterentwicklung.

Eine Inszenierung von PASSION steht und fÀllt also mit der Besetzung der zentralen Rollen von Fosca, Giorgio und Clara.
In Dresden steht ein typgerechtes und kĂŒnstlerisch ĂŒberzeugendes Trio auf der BĂŒhne.
Maike Switzer gibt eine berauschend sinnliche und feminine Clara, die StĂŒck fĂŒr StĂŒck Teile ihrer Jugendlichkeit und Leichtigkeit ablegen muß. Gesanglich und schauspielerisch bietet sie eine großartige Leistung.
Marcus GĂŒnzel ist das Objekt der weiblichen Begierden. Sein Giorgio verliert Kontrolle, Sicherheit und Selbstbewußtsein als seine festgesteckten Koordinaten fĂŒr Liebe und Schönheit ins Wanken geraten und langsam ihre GĂŒltigkeit verlieren. Treffend besetzt, beeindruckend gut gesungen, im ersten Teil vielleicht noch etwas zu steif in der Darstellung, dann aber immer besser werdend, kann auch GĂŒnzel fĂŒr sich einnehmen.
Fosca ist eine Herausforderung fĂŒr jede ambitionierte Schauspielerin. In Dresden wird diese wirklich anspruchsvolle Aufgabe von Vasiliki Roussi bravourös gemeistert. Sie macht es sich und dem Publikum nicht einfach. Ihre Fosca ist manisch, egoistisch und rĂŒcksichtslos in ihrem Verhalten. Sympathie oder MitgefĂŒhl kann man eigentlich fĂŒr diese Frau nicht empfinden. ZunĂ€chst nicht. Aber in der facettenreichen Darstellung von Roussi wird nach und nach deutlicher, dass diese kranke und gebrechliche Person gegen sich selbst ankĂ€mpft und ihre Unwissenheit darĂŒber, was Liebe ist und wie man sie erlangt. Das Ganze wird zu einer schauspielerischen Top-Leistung, der der Gesang auch in nichts nachsteht. Der "Hit" des Musicals "Loving You" (in deutscher Übersetzung) wird in Roussis Interpretation zu einem bewegenden GĂ€nsehaut-Moment.
So ist ĂŒbrigens ein Großteil von Sondheims PASSION Partitur geworden: Melodiös, einfĂŒhlsam und der Geschichte dienlich. Ohne aufgesetzte Showstopper und ĂŒberhöhtes Pathos wird die Entwicklung der Geschichte und der Charaktere begleitet. Understatement eines großen KĂŒnstlers, der beinahe bescheiden das Gesamtwerk und die Aussagekraft eines starken Textes in den Mittelpunkt stellt.

Die Inszenierung Holger Hauers funktioniert in diesem Geiste und stellt das Wesentlich in den Vordergrund. Alles wird von einem dezent, geschmackvollen BĂŒhnenbild und gelungenen (in ihrer krĂ€ftigen Farbgebung symbolischen) KostĂŒmen unterstrichen.

In Dresden ist eine hervorragend besetzte und intelligent inszenierte Deutschlandpremiere von PASSION zu bewundern.
Lustvolles, spannendes, anregendes und nachdenkliches Unterhaltungstheater.
Sollte jemals ein unschlagbares Argument FÜR subventioniertes Theater benötigt werden, dann kann man es jetzt hier in Dresden auf der BĂŒhne der Staatsoperette finden

kevin (169 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


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