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Film-Adaption

The Wizard of Oz

If I Only Had a Heart


© Keith Pattison
© Keith Pattison
Wunderbare familientaugliche Bühnenversion des Filmklassikers mit zusätzlichen neuen Songs von Sir Andrew Lloyd Webber, die sich gut in die Partitur von Arlen und Harburg einfügen.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:01.03.2011
Rezensierte Vorstellung:28.01.2012
Letzte bekannte Aufführung:02.09.2012


Nachdem der Start für die Produktion durch eine Castingshow im britischen Fernsehen schon für ausreichend Werbung gesorgt hat, galt für Webber als Produzent scheinbar das Motto "Klotzen, nicht kleckern!".

Das beginnt schon beim Bühnenbild und den Kostümen von Robert Jones, die den Zuschauer ohne Umschweife in die klassische Geschichte vom Mädchen ziehen, das durch einen Wirbelsturm ins wunderbare Land von Oz transportiert wird. Während die Szenen in Kansas in recht tristen beige-braun-orangefarbenen Tönen gehalten werden, erstrahlt die Bühne in den buntesten Farben, sobald Oz erreicht wird. So wurde der Wechsel zwischen den Welten, die im Filmklassiker durch Schwarz-Weiß- und Farbfilm verdeutlicht wurden, auch auf der Bühne gekonnt umgesetzt. Unterstützt wird diese Idee durch das Lichtdesign von Hugh Vanstone, der auch die letzte kleine Ecke der Bühne in den buntesten Farben erstrahlen lässt.

Neben der farblichen Umsetzung beeindruckt das Bühnenbild vor allem durch schnelle Szenenwechsel und immer wieder neu entstehende pompöse beeindruckende Bilder. Die Umbauten laufen auf der Drehbühne, auf der sich auch der gelbe Steinweg befindet und die hinauf- und heruntergefahren sowie gekippt werden kann, nahezu fließend ab und sind geschickt in die Handlung integriert. Zusätzlich werden stetig Bühnenteile von den Seiten und vom Schnürboden hereingefahren.
Dazu kommen Kostüme, die voller Farbenpracht strahlen, glitzern und gleichzeitig auch eine geschickte Reminiszenz an das Filmoriginal darstellen. Einzig das Kostüm des Löwen sieht zumindest aus der Nähe sehr einfach aus.

Das Ensemble wird angeführt von Danielle Hope, die aus der bereits erwähnten Castingshow als Siegerin hervorging und in der Rolle der Dorothy ihr professionelles West-End-Debüt gibt. Diese Aufgabe meistert sie mit einer schönen Stimme und liebevoll-charmanter Ausstrahlung. Ihre Leistung lässt noch etwas das besondere Charisma vermissen, das eine Hauptdarstellerin aus dem Ensemble herausstechen lässt und so unverwechselbar macht. Wenn man allerdings bedenkt, dass sie vorher noch kaum Bühnenerfahrung im professionellen Bereich hatte, ist es jedoch eine wirklich beeindruckende Leistung. Ihr Zusammenspiel mit dem Hund Toto trägt zu diesem Gesamteindruck bei.

Dieser ist übrigens der heimliche Star dieser Show. Es ist beeindruckend mit anzusehen, wie gut der Hund trainiert wurde und wie er auf den Punkt die richtigen Aktionen ausführt. Zwischen Feuereffekten, lauten Gesangs-, Tanz- und Kampfpassagen bleibt der Hund ruhig und relaxt. Zudem ist der Hund einfach liebenswert und findet besonders bei den Kindern Anklang.

Der bekannteste Name im Ensemble ist Michael Crawford, der Professor Marvel bzw. den Zauberer von Oz mit viel Verve gibt. Stimmlich und schauspielerisch kann er überzeugen und präsentiert eine authentische Rollenauslegung. Sein alter, verspielter, leicht kauziger und ratloser Zauberer, der das Herz am rechten Fleck hat, kommt beim Publikum an, lässt aber insgesamt trotzdem den Wow-Effekt vermissen. Vielleicht liegt es daran, dass mit Crawford das Ur-Phantom auf der Bühne steht und man einfach die Messlatte viel zu hoch anlegt.

Die Rolle der Wicked Witch of the West ist augenscheinlich die Rolle, mit der man als Schauspielerin in diesem Musical am meisten Spaß haben kann. Marianne Benedict gibt die grüne Hexe mit starker Stimme und viel Energie. Herrlich böse, zynisch, laut keifend und mit sarkastischem Witz stiehlt sie allen anderen die Show. Man merkt ihr an, dass sie in dieser Rolle, die natürlich wie alle anderen Rollen stark stereotyp angelegt ist, aufgeht und unheimlich viel Spaß daran hat, diese Figur mit all ihren Klischees darzustellen. In einer Szene fliegt sie auf dem Besen hoch über das Publikum zwischen dem ersten und zweiten Rang und geifert lauthals ins Publikum, bis dieses anfängt zu buhen. Ein größeres Lob für eine Schauspielerin, die einen fiesen Charakter spielt, kann es wohl kaum geben.

Die restlichen Darsteller fügen sich mit sehenswerten Leistungen tadellos ins Ensemble ein. Die stereotypen Figuren werden passend und stimmlich einwandfrei, mit viel Energie und Leidenschaft dargestellt und auch tänzerisch können sich die Leistungen sehen lassen: Die schwungvollen Choreographien von Arlene Phillips fordern zwischenzeitlich sogar artistische Leistungen ab und tragen zum wunderbaren Gesamteindruck bei.

Andrew Lloyd Webber hat, um ein richtiges Bühnenmusical aus dem Film zu machen, einige neue Songs geschrieben, damit auch Figuren wie die Wicked Witch und der Wizard of Oz ihre großen musikalischen Momente erhalten. Mit dem "Red Shoes Blues" hat die Wicked Witch ein Solo bekommen, das nicht unbedingt zu den stärksten Songs von Webber zählt, aber im Zusammenhang mit der Inszenierung auf der Bühne gut funktioniert. Auch die anderen Songs von Webber passen sich gut in die vorhandene Partitur ein, die schönste Komposition ist aber wohl der Abschiedssong aus Oz "Already Home". Eine klassische Webber-Nummer, die große Emotionen kurz vor dem Ende heraufbeschwört.

Diese Inszenierung garantiert einen unterhaltsamen Abend, der durch ein spielfreudiges Ensemble und die vielen Schauwerte getragen wird. Die klassische Geschichte wird nicht neu erfunden, sondern klar und strukturiert erzählt, weshalb zum Schluss auch der Eindruck entsteht, ein traditionelles Musical aus der goldenen Ära gesehen zu haben. Für Fans von klassischen Musicals und Märchen sowie für Familien ist diese Produktion ein nahezu perfektes Musical.

(Text: mf)




Verwandte Themen:
News: "The Wizard of Oz" nur noch bis September in London (13.05.2012)



Besetzung

DorothySophie Evans
Prof. Marvel
Wizard
Des O'Connor
Miss Gulch
Wicked Witch of the West
Marianne Benedict
GlindaEmily Tierney
Hickory
Tin Man
Edward Baker-Duly
Zeke
Cowardly Lion
Martin Callaghan
Hunk
Scarecrow
Paul Keating
Uncle Henry
Ensemble
Stephen Scott
Aunt Em
Ensemble
Kate Coysten
Ensemble Emma Barr
Matthew Barrow
Adam Bracegirdle
Lisa Bridge
Steven Butler
Philip Catchpole
Tom Clark
Owain Rhys Davies
Mike Denman
Tom Andrew Hargreaves
Lizzii Hills
Victoria Hinde
Emma Housley
Luke Johnson
Tom Kanavan
Gemma MacLean
Ashley Nottingham
Terel Nugent
Richard Roe
Rachel Spurrell
Laura Tebbutt
Katie Warsup
Jay Webb
Anthony Whiteman
Anna Woodside




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Keith Pattison
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Musik

Besetzung

Ausstattung

Family-Entertainment at its best: Bunte beeindruckende Bühneneffekte, eine Cast, die die klischeehaften Rollen bestens ausfüllt und eine hörenswerte Einheit aus Lloyd Webbers neuen Liedern und den entstaubten Film-Klassikern

31.10.2011

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