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Komödie

Anything Goes

Viel fürs Auge


In der letzten Spielzeit von Intendant Holger Schultze kommt im Theater Osnabrück erneut ein Cole-Porter-Klassiker auf die Bühne. Die Inszenierung von Holger Hauer bietet dem Publikum dabei vor allem viel fürs Auge und kann mit einer exzellenten Cast aufwarten.

(Text: Dominik Lapp)

Premiere:30.04.2011
Letzte bekannte Aufführung:19.01.2012


Zugegeben: Es erscheint schleierhaft, warum am Buch zu "Anything Goes" vier Autoren geschrieben haben. Denn es ist extrem schwach und wirft so manche Frage auf. So erschließt sich dem Zuschauer zum Beispiel überhaupt nicht, warum sich blinde Passagiere in einer Holzkiste an Bord eines Transatlantikschiffes schmuggeln müssen, um dort dann doch ganz regulär in einer Kabine zu wohnen. Und dass zum Schluss statt eines Hochzeitspaares gleich vier Paare den Schritt vor den Traualtar wagen wollen, was innerhalb von wenigen Minuten beschlossen wird, erscheint mehr als unrealistisch.

Doch Regisseur Holger Hauer hat das Beste aus dem schwachen Buch gemacht und Cole Porters Klassiker in einer wunderbar erfrischenden Inszenierung auf die Bühne des Osnabrücker Theaters gehievt, so dass die Handlung um eine Schiffsreise von New York nach England schnell voranschreitet. Ob nun der "La Cucaracha" pfeifende Gangster, zwei spielsüchtige Chinesen oder der krampfhaft Späße treibende Kapitän – die Witze und Pointen kommen sowohl beim Publikum der zweiten Hauptprobe als auch beim Premierenpublikum sehr gut an, genauso wie die spritzige Choreografie von Melissa King

Mit seinem für ein kleines Stadttheater pompösen Bühnenbild und den ausladenden Kostümen bietet Ausstatter Christoph Weyers auch viel fürs Auge. Mittelpunkt der Handlung ist ein Ozeandampfer, der sich über drei Ebenen erstreckt und das gesamte Bühnenportal ausfüllt. Dank der Drehbühne ist die Dampfer-Kulisse von allen vier Seiten bespielbar und bietet zahlreiche Schauplätze wie das Schiffsdeck, drei Kabinen, ein Schiffsgefängnis und einen Ballsaal mit beleuchteter Showtreppe. Auch die Kostüme können sich größtenteils sehen lassen, vor allem die feinen Stoffe, die Filipina Henoch in der Rolle der Hope Harcourt umhüllen. Einzig bei den Kostümen von Kira Primke als Reno Sweeney hat Weyers ordentlich danebengegriffen – als sei die arme Frau nicht schon mit ihrer grässlichen Perücke genug gestraft, wurden ihr auch noch unvorteilhaft sitzende Kostüme geschneidert, die in ihrer Bling-Bling-Optik mit viel Glitter und Pailletten kaum schrecklicher hätten ausfallen können.

Mit der Cast hingegen hatte Regisseur Hauer ein glückliches Händchen. Mit Kira Primke erlebt das Publikum eine wunderbare Reno Sweeney, die allerdings nicht einmal durch die bezaubernde und hübsche Filipina Henoch in der Rolle der Hope Harcourt in den Schatten gestellt wird. Primke und Henoch bilden als Leading Ladies ein starkes Frauengespann und können schauspielerisch mit nuanciertem Spiel genauso wie gesanglich mit starken Stimmen überzeugen. Philippe Ducloux geht als Billy Crocker zwischen den beiden Damen fast schon unter. Zwar gibt er den verliebten Amerikaner mit klangschöner Stimme und auf eine sehr sympathische und liebenswürdige Art, doch bleibt er in seiner Darstellung etwas blass.

In der Rolle des Engländers Lord Evely Oakleigh avanciert Perrin Manzer Allen schnell zum Publikumsliebling. Mit seinem aufgesetzten englischen Akzent und großem schauspielerischen wie komödiantischen Talent reißt er das Publikum nicht nur einmal zu Lachsalven und lautstark aufbrandendem Szenenapplaus hin. Auch Alexander Kerbst als Moonface Martin – die Nummer 13 auf der Liste der gefährlichsten Verbrecher der Welt – steht seinem Kollegen in nichts nach und kann das Publikum als schlitzohrig-sympathischer Gangster für sich gewinnen. Stephanie Wettich gibt Erma, die Begleitung von Moonface Martin, herrlich überzogen, schrill und sexy. Mit ihren langen Beinen bringt sie die als Matrosen agierenden Männer der Tanzkompanie um den Verstand und zerrt einen von ihnen schlussendlich sogar vor den Traualtar.

Aus dem Orchestergraben tönt ein satter Big-Band-Sound der Osnabrücker Symphoniker unter der Leitung von Till Drömann. Und auch wenn "Anything Goes" keine großen Ohrwürmer bieten kann, gehen die Jazz-Klänge von Cole Porter trotzdem gut ins Ohr. Einziger Wermutstropfen: Das fast dreistündige Musical hat relativ wenig Musik zu bieten, die zudem noch durch sehr lange Sprechpassagen unterbrochen wird. Trotzdem: Ein sehenswertes Stück, das hinsichtlich der Ausstattung und Choreografie viel fürs Auge bietet und mit einer starken Cast überzeugt. Die Reaktionen der Zuschauer und die stehenden Ovationen am Premierenabend beweisen, dass Hauer mit seiner Inszenierung den Geschmack des Publikums getroffen hat.


(Text: Dominik Lapp)




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Hintergrund: Interview mit Holger Hauer (05.05.2011)



Besetzung

Reno SweeneyKira Primke
Billy CrockerPhilippe Ducloux
Hope HarcourtFilipina Henoch
Evangelina HarcourtHeike Hollenberg
KapitänTadeusz Jedras
Moonface MartinAlexander Kerbst
LukeDongil Lim
Lord Evelyn OakleighPerrin Manzer Allen
Elisha WhitneyThomas Schneider
ErmaStephanie Wettich
JohnJi-Seong Yoo
ZahlmeisterMarcin Tla³ka
ShowgirlsMeri Ahmaniemi
Mallika Baumann
Viviane Frehner
Christina Bauer
Francesca Imoda
(Swing)

MatrosenGregory Antemes
Hendrik Schall
Hunter Jaques
Marcin Tla³ka Fred
Barmann Silvio Heil
Henry T. Dobson
GeistlicherStefan Kreimer
GirlMeri Ahmaniemi
ReporterAndreas Schön
FotografJong-Bae Bu
2 FBI-AgentenPeter Kovacs
Ulrich Enbergs



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


29067
STINKLANGWEILIG

16.05.2011 - Dieses Musical war das Schlimmste, was ich je gesehen habe.Es war todlangweilig,ohne Humor,man sschaute ständig auf die Uhr,aber bis zur Pause zog es sich noch über 100 Minuten hin.Dann konnte man erst raus aus diesem besch... Stück.Das einzige Highlight war der Stepptanz.Ich kann nur jedem davon abraten,weil dies Stück weder über Witz und Humor verfügte, sondern einem auch noch eine völlig hirnlose Geschichte vorgespielt wurde.

miawalace (erste Bewertung)


29066
Ich hatte Spass.

16.05.2011 - Liebe Graefin,

herrlich, wie unterschiedlich doch Meinungen sein können. Hier nun meine:
Die Inszenierung geht etwas schleppend los, wird dann aber zunehmend besser. Mir hat der Ideenreichtum besonders gefallen, kleine Gags und Pointen, die einen schönen Wechsel von langsam und schnell zuließen. Und trotz der, teilweise heftigen, Komikanteile (ich vermute mal, dass das Originalbuch schon eher ´klamottig´ ist), gehen einige Momente doch auch zu Herzen.
Zu den beiden Herren, die Du so gar nicht komisch fandest: Sowohl Perrin Manzer Allen als auch Thomas Schneider, waren, und da gehen unsere Meinungen nun völlig auseinander, in Ihrer Darstellung wunderbar differenziert, timing und pointensicher, wie man es sich nur wünschen kann; da stehen zwei Darsteller auf der Bühne, die nicht nur `Musicalposing` bieten.. Die beiden Darsteller in Bielefeld waren, tut mir leid, überhaupt nicht komisch. Der Darsteller des Lord Evelyn bemühte sich, ist aber einfach nicht lustig – der Darsteller des Whitney hinterlässt überhaupt keinen Eindruck. Überhaupt muss ich sagen, dass mir die gesamte Besetzung `typmässig´, wie auch darstellerisch viel besser gefallen hat. Einzig Jens Janke hat mir (in Bielefeld) gut gefallen und, auch hier wieder ein Unterschied, der Darsteller des Moonface. Der war für mich überzeugender als in Osnabrück.
Insgesamt finde ich die Inszenierung in Osnabrück ideenreicher, spritziger, sehr viel spannender choreographiert und durchgehend besser besetzt, und ich kann nicht sagen, dass mir die Bielefelder Inszenierung nicht gefallen hat. Meine Empfehlung: Beide angucken, und wenn nur eine geht, dann Osnabrück.

SECOND NAME (5 Bewertungen, ∅ 1.8 Sterne)


29065
Selten so gelangweilt

16.05.2011 - Eins vorab: Wer sich "Anything goes" anschauen möchte, sollte unbedingt nach Bielefeld fahren, nicht nach Osnabrück!
Die Inszenierung in Bielefeld ist 1000mal besser!

Zunächst zu den positiven Aspekten:
Das Bühnenbild ist sehr schön, und die Kostüme überwiegend auch. (Bei den Kostümen von Reno Sweeney teile ich die Meinung, die in der obigen Beschreibung steht, ebenso bei der Perücke).
Die Lieder sind sehr gut gesungen, besonders hervorzuheben ist hier Philippe Ducloux, der den Billy Crocker spielt; seine Stimme passt perfekt zu den Cole-Porter-Titeln.
Auch Filipina Henoch, die in diesem Sommer auch in Tecklenburg in "Crazy for you" auftreten wird, gefiel mir gesanglich sehr gut, allerdings hatte sie nicht viel zu singen.
Die 8 Matrosen konnten super tanzen. Allerdings war die Choreographie (nicht nur bei den Matrosen, sondern insgesamt) zum größten Teil sehr langweilig. Da hätte man bei einem Steppmusical wesentlich mehr herausholen können!

Es kam bisher bei mir äußerst selten - wenn überhaupt - vor, dass ich schon im ersten Akt eines Musicals auf die Uhr geschaut und die Pause herbeigesehnt habe, weil ich es vor Langeweile kaum noch ertragen konnte. Bei diesem Musical war es leider so. Der erste Akt zog sich quälende 105 Minuten hin, wobei gefühlte 100 min. geredet und 5 min. gesungen wurde. Wenn das Geredete wenigstens lustig gewesen wäre... aber nein, die Gags wurden zum größten Teil entweder so in die Länge gezogen, dass sie einfach nicht zünden konnten, oder die Darsteller* bzw. die Regie* war so schlecht, dass die Witze einfach nicht rüberkamen (* wer es nun letzendlich schuld war, vermag ich nicht zu beurteilen.)
Besonders schlecht dargestellt fand ich Lord Evelyn Oakleigh, laut Programmheft gespielt von Perrin Manzer Allen, und Elisha Whitney, laut Programmheft gespielt von Thomas Schneider. Diese beiden Charaktere waren in der Bielefelder Inszenierung besonders witzig. In Osnabrück jedoch wusste man bei Lord Evelyn oft nicht, ob er jetzt so vertrottelt, fast schon senil, gespielt wird, oder ob der Darsteller seine Rolle vergessen hat und jetzt äußerst stümperhaft improvisiert. Das war nicht nur nicht lustig, es war stellenweise echt schon peinlich. Elisha Whitney schien ewig besoffen zu sein und hat entsprechend gebrabbelt. Vielleicht sollte das lustig sein. Bei mir ist es jedenfalls nicht so angekommen.
Die Überraschung für mich war jedoch das Lied, das Lord Evelyn alias Perrin Manzer Allen zu singen hatte: "The Gypsy in me". Singen kann er wirklich sehr gut.

Ein Beispiel für einen total daneben gegangenen Gag kann ich an dieser Stelle mal geben: Bei der Hochzeitszeremonie fängt der Kapitän an zu reden: "Liebe Gemeinde, wir sind hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen von unserem Bruder..." - in Bielefeld sagt er an dieser Stelle: "ups, falscher Text", blättert eine Seite in seinem Buch um und macht mit dem richtigen Text weiter. Dieser Gag kommt an. In Osnabrück jedoch unterbricht er sich und sagt dann: "das war ein Scheeeeee-herz!" und lacht sich halbtot. Leider kann darüber aber weder die Hochzeitsgesellschaft auf der Bühne noch das Publikum lachen.

Die meisten Charaktere bleiben sehr flach. Der einzige, der mich in seiner Rolle zu nahezu 100% überzeugt hat, war Alexander Kerbst als Moonface Martin. Dank ihm konnte ich wenigstens doch noch an 2-3 Stellen lachen.

Fazit: gesanglich war es gut bis sehr gut, aber das Reden wurde zu sehr in die Länge gezogen, der Witz war so gut wie nicht vorhanden. Enttäuschend!

Graefin_Krolock (3 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


29054
Kommentar gelöscht

05.05.2011 - Wir mussten leider einen Kommentar löschen. Nach unseren Regeln dürfen an der Show Beteiligte keine Wertungen abgeben.

Redaktion Musicalzentrale - Björ (erste Bewertung)


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(dol)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Eine flotte Inszenierung, die sowohl visuell als auch mit starker Cast überzeugt.

05.05.2011

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 1.00 Sterne

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