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Darama

Cabaret

Willkommen, Bienvenue, Welcome


Werner Sobotka inszeniert den Musicalklassiker von John Kander und Fred Ebb. Die Show über die Spaßgesellschaft der 20er Jahre erhielt bereits neun Tony Awards und auch der 1972 erschienene Film mit Liza Minella konnte acht Oscars absahnen. Auf der Bühne der Kammerspiele teilen sich Ruth Brauer-Kvam und Eva Meyer die Hauptrolle der Sally Bowles.

(Text: ds)

Premiere:16.09.2010
Letzte bekannte Aufführung:31.10.2010


Das Reich der Unterhaltung, Berlin in den 20er Jahren. Wenn es einen Bereich gab, in dem ökonomisches Kalkül vor künstlerischer Überlegung stand, kurz Geld vor Kunst - dann war es das weite Feld der Unterhaltung zwischen Revue und Tingeltangel, Operette und Kabarett, Sportpalastball und Transvestitenbar. Eine mächtige Unterhaltungsindustrie beherrschte die Berliner Szene. Über allem stand die Schlagerproduktion, die mit dem ungestüm hereinbrechenden Jazzfieber bereits seit Anfang der zwanziger Jahre immer neue Tänze kreierte. Die neuen Rhythmen passten haargenau zu einem Lebensgefühl, das sich nun nach Krieg, Nachkriegswirren und Inflation ab 1923 mit Macht verbreitete: eine hektische, maßlose Gier nach Unterhaltung, Zerstreuung, ja Ausschweifung. Lange Zeit erzwungene Prüderie machte nun einer nie gekannten sexuellen Freizügigkeit Platz, beginnend in den Schlagertexten, sich fortsetzend in den Nacktrevuen und endend in den schmutzigen Lokalen der Verirrten, wo auch Kokain zum täglichen Handel gehörte.

Das Theater entdeckte die Ausstattungsrevue. Was seinen Ursprung in den USA hatte, kam nun in Gestalt zahlreicher Girltruppen auf Berlin hernieder. Hundert nackte Mädchen auf der Bühne des Metropoltheaters - wann hatte es das jemals gegeben? Berlin strömte in die Vorstellungen und staunte. Der Rummel um Revuen, Operettenpremieren und rauschende Ballfeste verlief vor dem Hintergrund sich zuspitzender Klassenkämpfe. Berlin sang und tanzte, als existierten jene SA-Trupps nicht, die seit 1926 auf den Straßen marschierten. Die Revuestars trällerten ihre Lieder, als hätte Goebbels nicht 1927 zum "Kampf um Berlin" aufgerufen. Im Gegenteil, Unternehmer der Branche unterstützen mit nationalistisch tendenziösen Operetten noch den Weg in die Katastrophe. Die Berliner Unterhaltungsindustrie und ihr Publikum taumelten mit dem Schlagermotto "Heute Nacht oder nie" in ein Vergessen, aus dem sie erst 1933 schmerzhaft zu erwachen begannen. Man tanzte auf einem Vulkan, starrte auf die nackten Mädchen - draußen aber verfinsterte sich der politische Horizont mehr und mehr.


(Text: Theater)






Kreativteam

Regie Werner Sobotka
Bühnenbild Amra Bergman-Buchbinder
Kostüme Elisabeth Gressel
Musikalische Leitung Christian Frank
Choreografie Ramesh Nair


Besetzung

Sally Bowles Ruth Brauer-Kvam
Eva Mayer
Clifford Bradshaw Martin Hemmer
Conférencier André Eisermann
Herr Schultz Kurt Sobotka
Fräulein Schneider Lotte Ledl
Ernst Ludwig Ferdinand Stahl
Fräulein Kost
Rose
Caroline Frank
Helga Simone Niederer
Betti Miriam Mayr
Inge Maja Pihler
Bobby
Taxifahrer
Matrose
Steffen Konrad
Viktor
Gorilla
Matrose
Ronnie Veró Wagner
Hermann
Zollbeamter
Max
Matrose
Michael Clauder
Hitlerjunge Fabio Felsberger
Lukas Kuhn



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28704
donmar in wien

23.10.2010 - wunderschöne aufführung. regie ist sehr gut, wobei man sagen muss, dass sobotka sich sehr an sam mendes (london donmar/Broadway revival) orientiert. Ich finde das gerechtfertigt, da man diese Interpretation von Cabaret in Österreich ohnehin zu wenig kennt, finde es aber als Regesseur keine große Leistung die Idee einer Inszenierung als solche zu übernehmen. Nichtsdestotrotz, gefiehl diese Inszenierung und war schön - die Frage ob dank Mendes oder Sobotka bleibt offen. Was man Sobotka zuschreiben darf, sind ein paar gelungen Ideen, die die Stimmenschwache Lotte Ledl in den Hintergrund stellt und das großartige (!) Ensemble in den Vordergrund. Fräulein Schneiders wunderbares Lied "So, what" findet keinen Platz (hätte ich auch nicht gern von Ledl hören wollen), die meisten anderen Parts von ihr werden vom Ensemble gesungen. Das macht ein paar wunderschöne Momente aus, wie zum Beispiel das Lied "Hierat", in dem neben dem Ensemble auch Sally mitsingt. Andererseits stellt es die imposante Rolle der Fräulein Schneider ein wenig in den Schatten. Ruth Brauer als Sally Bowles ist grandios. Sie lebt diese Rolle und man kann sich sicher sein, dass der Funke auf das Publikum überspringt. Mein Lieblingsmoment war als sie "Maybe this time" nicht wie gewohnt auf der Bühne vor einem Mikrofon singt, sondern in der Umarmung mit Cliff, was sehr berührt. Brauer hat eine fantastische Stimme, und interpretiert die Lieder ihrem Charakter und ihrer Spielart getreue, vergreift sich an keiner anderen Sally, sondern macht ihr Ding. Ebenso Eisermann als MC, der stimmlich nicht überweltigend ist, das macht aber nichts, weil er zeigt, dass das nicht wichtig ist, wenn man den MC spielt. Choreographie ist schön, Band ist großartig (ganz anders als erwartet - die verkleinerte Orchestrierung wirkt wie eine vollbesetzte Band), supporting cast gibt sein bestes. Allen in Allem, eine wunderbare Inszenierung und ein schöner Abend.

moritzstiefel (3 Bewertungen, ∅ 4.7 Sterne)


28677
es wahr sehr genial

18.09.2010 -

missmuz (erste Bewertung)


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