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Klassiker

On the Town

24 Stunden Landurlaub


Gabey, Chip und Ozzie wollen in 24 Stunden Landgang möglichst viel erleben. Statt mit Tempo und Witz lässt Regisseur Claudio Bueno die drei lebens- und liebeshungrigen Matrosen in einem an Längen nicht sparenden, werkgetreuen Arrangement durch New York tuckern. Aufgrund der guten musikalischen Umsetzung erleidet die Show keinen Schiffbruch.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:23.10.2010
Rezensierte Vorstellung:23.10.2010
Letzte bekannte Aufführung:28.04.2011


Kopfüber an der Ballettstange hängend wird Ivy (Maika Beate Wüscher) in ihrer Gesangsstunde von Madame Dilly (Isabel Zeumer) gedrillt. Neben der dauerverschnupften Lucy (drollig: Iris Wemme) bleibt die resolute Schnapsdrossel mit osteuropäischem Akzent eine der wenigen Figuren, denen Claudio Bueno in seiner behäbig und altbacken wirkenden Inszenierung ein eigenes Profil gibt. Allzu oft lässt der Regisseur seine Darsteller herumstehend oder –sitzend frontal ins Publikum singen, sodass das vergnügungssüchtige Matrosen-Trio auf Landgang (Peter Kubik, Robin Poell und Ziad Nehme) ebenso verloren in den Straßen von New York wirkt, wie die dazugehörigen einheimischen Damen. Hildy (Pinelopi Argyropoulou) ist zunächst eine selbstbewusste Taxichauffeurin, die sich nur zu gern an ihrem Fahrgast in Uniform vergreift. Im Laufe des Abends wandelt sie sich ebenso wie die durchgeistigte Wissenschaftlerin Claire (Lilli Wünscher) zum dekorativen, singenden Ausstellungsstück.



Als dramaturgische Klammer zwischen den Bildern lässt Claudio Bueno alle Figuren, die sich aus mehr oder minder flüchtigen Begegnungen mit den Matrosen geschädigt fühlen, polizeieskortiert über den teil-überbauten Orchestergraben hetzen. Auf Dauer ist das wenig originell und wirkt so lächerlich wie die Keule, die der Professor aus dem Museum (Slavin Peev) bei diesen Auftritten drohend schwingen muss.



Wenig anzufangen wussten der Regisseur und sein Choreograf (Matteo Gastaldo) mit den beiden großen Ballettszenen, die hier als überflüssige Einlagen langweilen. Im Central Park schlendern immer dieselben Choristen in unterschiedlichen Formationen durch das Bild, während drei Liebespaare den einsam auf einer Bank sitzenden Gabey mit einfachen Sprung- und Schrittfolgen etwas vortanzen. Auch dem Traumballett im zweiten Akt ist der Sinn abhanden gekommen. Da werden in Nebelschwaden Spiegel herum gerollt, hinter denen sich das wendige Ballett Bremerhaven verstecken kann. Alles ist nett, nichts wirkt bedrohlich oder gar skurril überzeichnet.



Den Löwenanteil des Ausstattungsetats hat Mike Hahne in die schicken Kostüme gesteckt, die den 1940ern huldigen. Auf die puristisch anmutende, schwarze Bühne stellt er vor für New York typische Foto-Hintergrundprospekte einige wenige Versatzstücke. Die Räume wirken dabei eigenartig leer und zaubern mit Ausnahme der Aussichtsplattform des Empire State Building und des Jahrmarkt-Bildes von Coney Island wenig Atmosphäre. Außerdem unterlaufen Hahne logische Schnitzer. So passt Claires stylisches Appartement mit weißem Designer-Ledersofa und Kunstpalme wenig in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und ein deutsches Taxi-Schild hat nichts auf einem gelben Fahrzeug mit der Seitenlackierung "Yellow Cab Co." zu suchen.



Immerhin glänzt "On the Town" musikalisch. Rodolfo Cázares entlockt den Musikern des Städtischen Orchesters Bremerhaven samtenen Walzer, aber vor allem einen satt-eleganten Swingsound und viele jazzige Töne mit schrägen Harmonien. Hier blinzelt Bernstein bereits in Richtung seiner "West Side Story". Das nur um die vor allem tänzerisch geforderte Maika Beate Wüscher ergänzte hauseigene Musiktheater-Ensemble fühlt sich im Stück hörbar wohl. Pinelopi Agryropoulou und Lilli Wünscher singen klar und sicher geführt, ohne mit klassisch geschulten Opernstimmen unangenehm in den Vordergrund zu treten. Gleiches gilt für ihre Liebsten in Person von Robin Poell und Ziad Nehme. In den jeweiligen Duetten der Paare harmonieren die Stimmen sehr angenehm.



Peter Kubiks samtener Bariton hat beim Solo "Hier kommt Gabey" Format, wobei ihm gerade in diesem Song die Kopfstimme einige Probleme bereitet. Trotz dieses Wehmutstropfens ist er in den gesanglichen Leistungen seiner Kollegen absolut ebenbürtig. Das wird vor allem in den Ensemble-Nummern deutlich, die er elegant dominiert. Die mit sattem Mezzo singende Ann Juliette Schindewolf (Nachtclubsängerinnen Diana Dream/ Dolo Dolores/ Dolly Dollar) verdeutlicht mit ihrem überraschenden, finalen Sturz vom Nachtklub-Piano, woran es bei "On the Town" in Bremerhaven im Wesentlichen fehlt: An einer Inszenierung mit Tempo und Witz.

(Text: kw)






Kreativteam

Musikalische Leitung Rodolfo Cázares
Inszenierung Claudio Bueno
Choreografie Matteo Gastaldo
Ausstattung Mike Hahne


Besetzung

GabeyPeter Kubik
ChipRobin Poell
OzzieZiad Nehme
Ivy SmithMaika Beate Wüscher
HildyPinelopi Argyropoulou
ClaireLilli Wünscher
Madame DillyIsabel Zeumer
Pitkin W. BridgeworkWerner Kraus
Lucy SchmeelerIris Wemme
1. Arbeiter
Plakatkleber /Conférencier
Prof. Figment
Slavin Peev
Diana Dream
Dolo Dolores
Dolly Dollar
Ann Juliette Schindewolf
Raja BimmyDaniel Kim
FlossieYvonne Blunk
Tippsie, Flossies FreundinAndrea Fitz
Kleine alte DameBozyslawa Kapica
Mr. S. Uperman, TaxibesitzerGeza Frittmann
PolizistDaniel Dimitrov
Oberkellner Francesco /Franchito
Frankie
Lukas Baranowski
2. HafenarbeiterSaadat Sadeghi
3. HafenarbeiterDong-Sung Cho
1. neuer MatroseGeorgi Darbaidze
2. neuer MatroseRóbert Tóth
3. neuer MatroseLukas Baranowski
Tom, Matrose
Kowalski
Vladimir Marinov
Andy, Matrose
Simkin
Róbert Tóth



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28945
Ich hatte meinen Spaß ;-)

08.02.2011 - Musikalisch hat mir der Abend sehr gut gefallen.
Die Besetzung fand ich leider nur teilweise erstklassik.
Dabei war Robin Poell, den ich zuvor auch schon in Köln bei Kiss me Kate und in Bad Hersfeld bei West Side Story mit starken Leistungen auf der Bühne sah, an diesem Abend(15.01.11) der einzige der Haupt-Darsteller, der mich mit seinem Spielwitz und seinen gesanglichen und tänzerischen Fähigkeiten wirklich überzeugt hat.
Die darstellerischen Leistungen der anderen hatte ich zum großen Teil als etwas zu temperamentlos oder auf der anderen Seite als etwas zu unnatürlich, aufgesetzt empfunden. Dennoch konnten auch die andern 2 Matrosen(Peter Kubik und Ziad Nehme) mit ihrem jungenhaften Charme und schönen Stimmen punkten und lieferten eine gute Gesamt-Leistung ab. Bei den Frauen machte Maika Beate Wüscher v.a. tänzerisch eine tolle Figur. Pinelopi Argyropoulou war meiner Ansicht nach eine etwas zu blasse, zurückhaltende Hildy. Lilli Wünscher´s Texte (als Claire) wirkten auf mich manchmal ein wenig zu aufgesagt.Sängerisch fand ich eigentlich auch beide recht gut.
Das Ballett des Hauses hat mir sehr gut gefallen, leider war die Choreographie, meiner Meinung nach, etwas einfallslos, das gleiche gilt auch für Großteile der Inzenierung.
Nichtsdestotrotz kann ich die Aufführung empfehlen.
Denn selbst die erwähnten Kritikpunkte konnten mir den Spaß daran nicht verderben!
"...New York New York, eine herrliche Stadt!..."

Musicalistin (erste Bewertung)


28877
Bremerhaven ist nicht NY

29.12.2010 - Ich habe dieses Stück vor zwei Wochen gesehen und kann die zwei postitiven Kritiken in keinster Weise verstehen.
Ich kann diese Inszenierung zwar nicht mit London vergleichen, wie die erste, aber mit anderen deutschen, wie die aus Hildesheim in der letzten Saison und für mich ist die in Bremerhaven eine große Enttäuschung.
Ich habe selten eine derartig langatmige Produktion eines meiner absoluten Lieblingsstücke gesehen, das "fließt" überhaupt nicht, die Umbrüche sind hart, da kann auch das eigentlich sehr gute Orchester nichts ändern, die Besetzung ist maximal durchschnittlich, zwei der drei Matrosen haben mir gefallen, wenn auch sie stimmlich etwas überfordert wirkten, fast alle anderen gehören nicht in ein Stück wie dieses, vor allem nicht die Dame, die die Hildy gespielt hat, ich habe selten eine so schlechte Leistung in einem Musical gesehen.
An der Inszenierung ist einfach fast nichts flottes, witziges und unterhaltsames zu finden, aber ich vermute mal, die positiven Kritiken kommen von Personen, die entweder das Stück nicht vorher kannten oder einfach keine Kritik an "ihrem" Stadttheater zu lassen.

Melanie_B (erste Bewertung)


28711
Traumhaft! Ganz großes Musical!

25.10.2010 - Ich fand die – vom Publikum begeistert umjubelte - Premiere äußerst gelungen. Ein lebendiger, spannender und witziger Theaterabend mit tollen Darstellern, wunderbaren Choreographien und äußerst stimmungsvollen Bühnenbildern. Ein wirklich "großer" Musicalabend, der vielleicht ein Mü zu lang geraten ist... Kann die negative Kritik des „Musicalexperten“ Wulfes absolut nicht nachvollziehen. Mir und allen mit denen ich im Anschluss an die Vorstellung gesprochen habe hat es extrem gut gefallen.

jan123 (erste Bewertung)


28708
Kurzweilig und unterhaltsam

24.10.2010 - Ich war bei der Premiere und fand die Show ziemlich gut. Musik, Tanz, Gesang. Alles wunderbar. Ich werde bestimmt nochmal anschauen. Nun, London mit Bremerhaven zu vergleichen wäre nicht nur kindisch und sinnlos aber auch unmöglich.

Batgirl123 (3 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


28706
Highlight war die Musik

23.10.2010 - Ich habe noch nie eine langweiligere Inszenierung von On The Town gesehen, die einzig und allein bei der Musik überzeugen kann.
Der Inszenierung fehlt die nötige Spannung und der Fluß, die Szenen wirken eher wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen.
Die Besetzung kann nur zum Teil überzeugen, wie Peter Kubik als Gabey, der die Rolle sehr berührend spielt, dann gibt es aber für mich absolut miserable Leistung von Pinelopi Argyropoulou als Hildy, der sämtlicher Pfeffer unter dem Allerwertesten fehlt (es hilft auch nicht gerade, dass ich vor einigen Jahren die grandiose Caroline O'Connor in dieser Rolle gesehen habe) wenn ihr Charakter ihren männlichen Gegenpart herausfordert. Besonders die Taxiszene war ein einzige Qual, die nicht nur schlecht geschauspielert war, auch noch schlecht gesungen.
Ebenso einigen Nebenrollen, wie die beiden Damen mit ihrem "Und was hat er gesagt?", fehlt der notwendige Spritz und es wirkt sehr viel wie einfach nur runtergespult. Szenen, in denen ich sonst in anderen Inszenierungen mich totlache, wie z.B. bei den beiden Damen, wirkten oft einfach nur armselig.
Die Ausstattung finde ich ganz ansprechend, anderen hat es nicht sonderlich gefallen, wie ich in der Pause mitbekam, mir hat's gefallen, da es nicht aufdringend und nicht überladen war, aber das ist Geschmackssache.

MH2404 (21 Bewertungen, ∅ 3.1 Sterne)


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Musik

Besetzung

Ausstattung

So langatmig können 24 Stunden sein. Claudio Bueno arrangiert den eintägigen Landgang der Matrosen langweilig und ohne Pfiff. Immerhin stimmt's musikalisch.

23.10.2010

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(5 Leser)


Ø 3.40 Sterne

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