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Klassiker

My Fair Lady

Ich weiss, wie gut sie zu mir sind


Tom Ryser stellt in seiner Inszenierung von „My Fair Lady“ am Theater Basel die Theaterwelt und ihre Menschen in den Mittelpunkt. Er zeigt auf, was man braucht, damit ein Theaterstück funktioniert, nämlich die Menschen hinter den Kulissen – die sogenannte „Lower Class“ (Bühnenarbeiter, Regisseure, Orchester etc.). Dabei entsteht ein wunderbarer, rasanter und abwechslungsreicher Theaterabend, bei welchem die Darsteller („Upper Class“), aber auch die vielen „Helferlein“ brillieren können.

(Text: Simone Jaccoud)

Premiere:11.11.2010
Rezensierte Vorstellung:11.11.2010
Letzte bekannte Aufführung:31.10.2011


Die Inszenierung beginnt eine Viertelstunde vor der Ouvertüre. Ein Raumpflegerinnen-Trio saugt das Foyer, die ausladenden Treppen und die Beleuchtungsleitern. Bühnenarbeiter (Chor) schleppen Teile eines Eisbergbühnenbildes (welches schlussendlich in der falschen Inszenierung landet) durch das wartende Publikum. Eine kleine Band installiert sich und spielt Melodien aus dem Musical im Klezmerstil. Eliza Doolittle (eine Bühnenarbeiterin) und ihre Arbeitskollegen, sowie Professor Higgins und Pickering betreten die Szenerie auf der Treppe des Theater Basel. Der Blumenmarkt, wo sich die Hauptakteure das erste Mal begegnen, ist hier die Theaterwelt. Ein Ort, an dem Menschen verschiedenster Nationalitäten zusammenarbeiten und es keine Sprachbarrieren zu geben scheint. Die Ouvertüre ertönt im Theatersaal. Professor Higgins fordert das Publikum auf, mit ihm hinein zu gehen.

Bevor die Darsteller jedoch beginnen können, muss selbstverständlich noch die Bühne auf Vordermann gebracht werden. Unsere drei Putzfrauen fühlen sich neben der Arbeit zu Höherem berufen und legen ein atemberaubendes Staubsauger-Ballett zu den Proben des Orchesters hin. Die Bühnenarbeiter machen derweil ein Nickerchen im Sessel von Professor Higgins. Auf diese Weise lässt Tom Ryser den ganzen Abend die Theaterebenen verschmelzen und integriert Szenen-Umbauten komplett ins Stück. Ein wunderbares Bild ergibt sich, als die vom Putzen müden Frauen im überdimensionalen Büchergestell von Higgins ein Schläfchen machen. Inzwischen schreitet die Geschichte um Eliza Doolittle voran.

Selbst in der Pause wird weitergespielt. Als Zuschauer kann man sich schwer entscheiden, ob man sich unter die „Upper Class“ im Foyer mischen soll, wo die ersten Ballgäste (Chor und Statisten) flanieren. Oder doch lieber im Zuschauerraum bleibt, wo der liebeshungrige Freddy Eynsford-Hill (Michael Pflumm - mit einem ausdrucksstarken und warmen Tenor) vor der Haustüre von Eliza eine herzzerreißende Arie nach der anderen zum Besten gibt, während die Arbeiter die Ballszene aufbauen. Dies ist eine der großen Stärke der Inszenierung. Eine Vielzahl von Schauplätzen, unerwartete Dinge, die passieren, verleihen dem Geschehen viel Lebendigkeit und Drive.

Die Besetzung besteht aus den drei Sparten Gesang, Schauspiel und Tanz. Jede der Rollen ist optimal besetzt und die Protagonisten können ihre Stärken ausspielen. Neben den Gesangsparts setzt Ryser auf tänzerische, clowneske und mimische Momente, welche den Handlungsverlauf wunderbar und auf humorvolle Weise unterstützen. Agata Wilewska als Eliza Doolittle ist äußerst wandelbar. Sie stammt ursprünglich aus Polen, darf zu Beginn mit dem Akzent ihrer Muttersprache sprechen und das Lied „Wunderbar“ wird denn auch gänzlich auf Polnisch gesungen. Sie spielt die Wandlung vom unscheinbaren Straßenmädchen zur wunderschönen Frau überzeugend. Wilewska vermag es, den Ehrgeiz und die dadurch resultierende neue Freiheit eindrücklich zu vermitteln.

Dirk Glodde als Professor Higgins ist grandios. Seine Aussprache, die Bühnenpräsenz und seine mimischen Fähigkeiten sind überragend. Die Überheblichkeit, aber auch die unglaubliche Hartnäckigkeit, welche sich in Professor Higgins vereinen, spielt er bravurös. In den Szenen, in denen er mit Eliza übt, wird man als Zuschauer total gefangen genommen, weil er sie bis zum Exzess antreibt. Der Basler Opernchor ist auch hier mit von der Partie. Die Sängerinnen und Sänger vermögen es, mit großer Stimmgewalt aber auch unbändiger Spielfreude zu begeistern.

Tom Ryser und sein Team überzeugen auch mit der sechsten Inszenierung am Theater Basel. Mit einher geht die Erkenntnis, dass Sprachbarrieren nichts Störendes sind, sondern durchaus Neues entstehen lassen können – und dass ein gutes Zusammenspiel immer auf mehreren Ebenen beruht. Tom Ryser hinterlässt erneut seine unverkennbare Handschrift und schafft es, mit guter, spritziger aber auch durchaus tiefgründiger Unterhaltung dem Zuschauer Denkanstöße mit auf den Nachhausweg zu geben.

(Text: sj)



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Kreativteam

Musikalische Leitung David Cowan
Inszenierung Tom Ryser
Bühnenbild Silvia Merlo
Ulf Stengl
Uta Meenen
Chor Henryk Polus
Choroegraphie Eva Gruner
Dramaturgie Brigitte Heusinger


Besetzung

Prof. Dr. HigginsDirk Glodde
Eliza DoolittleAgata Wilewska
Alfred P. Doolittle, Elizas VaterAndrew Murphy
Oberst bzw. Colonel Hugh PickeringChristoph Mory
Freddy Eynsford-HillMichael Pflumm
Mrs. Pearce, Higgins HausdameSigrun Schneggeburger
Mrs. Higgins, Higgins MutterIris Eick
Mrs. Eynsford-Hill, Freddys MutterWaltraud Danner-Herrmann
Prof. Zoltan KarpathyVenus Madrid
Arbeiter Krzysztof Debicki
Wladyslaw W. Dylag
Jacek Krosnicki




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(sj)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Eine rasante und humorvolle Inszenierung. Ein stimmiges und spielfreudiges Ensemble aus allen drei Theater-Sparten runden den guten Gesamteindruck ab.

16.11.2010

 Termine

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