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Rockmusical

Meta, Norddeich

Komm, wir gehn zu Meta


Meta Rogall war ein ostfriesisches Original. Ihr "Haus Waterkant" hat sie in mühevoller Kleinarbeit zu einem angesagten Musikschuppen gemacht. Die Landesbühne Nord hat ein Musical über Meta mit Hits vergangener Jahrzehnte wie "My Generation" oder "Smoke on the Water" produziert, das mit fragwürdigem Humor und viel zu wenig Einblick in die Seele der Titelheldin absolut kein würdiges Denkmal für die Gegen-den-Strom-Schwimmerin ist.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:23.01.2010
Letzte bekannte Aufführung:09.04.2011


Biografie-Musicals gibt es wie Sand am Meer - mal ernsthaft, mal lustig, mal geradlinig, mal verschachtelt erzählt. In Wilhelmshaven muss in diesem Jahr Meta Rogall für ein solches herhalten. Sicher nicht die naheliegendste Wahl für eine Musical-Heldin, aber warum nicht? Die exzentrische Dame gelangte in Ostfriesland zu einer gewissen Berühmtheit, indem sie in den 1960er Jahren in ihrer Kneipe zalhreiche internationale Künstler auftreten ließ und dadurch bei der jungen Generation eine Art Kultstatus erlangte.
Es ist sicher der richtige Ansatz, ein Theaterstück über diese Frau, die bestimmt den Schalk im Nacken gehabt hat, mit viel Humor zu inszenieren, doch Regisseur Ingo Putz und Autor Peter Schanz sind dabei leider vom eigentlichen Weg abgekommen.
Das Musical erzählt keine durchgehende Handlung, episodenartig wechseln sich Szenen, die mehr oder weniger deutlich mit Metas Leben zu tun haben, mit Rock- und Popsongs der vergangenen Jahrzehnte ab. Einige der Songs werden von Meta oder den sie begleitenden Personen interpretiert, manchmal ist es aber auch absolut nicht ersichtlich, wer der Sänger ist und was er eigentlich mit dem Stück zu tun hat.
Die Spielszenen hat Ingo Putz mit einem gewöhnungsbedürftigen Humor inszeniert. Das Stück beginnt mit einem Klagelied des Ensembles über den Tod Metas. In den folgenden Szenen erlebt das Publikum je eine schlechte Otto-Waalkes- und Howard-Carpendale-Kopie - die beiden Stars gehörten zu den prominentesten Gästen in Metas Kneipe -, die sich in einer viel zu langen, geradezu ärgerlichen Szene hauptsächlich über Schwänze, Vögeln und die Frage, mit wie vielen Frauen "Howie" laut Vertrag schlafen darf, unterhalten. Außerdem erleben wir noch einen Polizisten, der sich bei der Suche nach Drogen in Metas Laden so richtig von der Dorfbevölkerung veräppeln lässt und Familien, die sich darüber streiten, dass die Jugendlichen abends zu Meta gehen wollen. Im zweiten Akt gibt es dann noch eine Szene, in der zwei wortkarge Ostfriesen auf einen redseligen bayerischen Touristen treffen. Diese Begegnung mehrerer vermeintlich so unterschiedlicher Deutscher mag ja durchaus immer noch für den einen oder anderen Lacher herhalten, aber in einer viel zu langen Szene, die dann wirklich überhaupt nichts mehr mit Metas Leben zu tun hat, langweilt dieses ausgewalzte Klischee einfach nur noch.
Musikalisch bietet das Stück Durchschnittskost. Die Band, genannt "Die schwatten Schatten", unter Leitung von Udo Becker interpretiert die Songs mit Evergreen-Charakter routiniert, aber ohne besonderen Kick. Gesanglich merkt man den Darstellern an, dass sie eher im Schaupiel als im Gesang zuhause sind. Sauber ausgesungene Töne sind eine Seltenheit, das stört bei den rockigen Songs und dem eher rauhen Klima, das den Umgang der Personen miteinander charakterisiert, aber kaum.
Den positivsten Eindruck des Abends hinterlässt Steffen Lebjedzinskis Bühnenbild. Die relativ kleine Spielfläche ist mit grünem Plüschrasen ausgelegt, der sich bis auf den als hintere Begrenzung dienenden Deich hochzieht. Dieser Deich kann aufgeklappt werden und gibt dann den Blick auf die Band frei.
Das ganze Stück dauert incl. Pause ca. zwei Stunden und wenn man die erwähnten Szenen sowie die Zeit für die 15 Songs abzieht, wird schon klar, dass nicht mehr allzu viel übrig bleibt, um wirlich etwas über Meta, die von Angelika Bartsch mit burschikosem Charme verkörpert wird, zu erfahren. Ärgerlicherweise hat ihr Peter Schanz dann auch noch größtenteils Floskeln a la "Man muss sich nicht schämen für wo man herkommt" in den Mund gelegt. Wie sie zu dem unangepassten Lebenswandel kam, wie sie mit Schwierigkeiten und Anfeindungen umging, sind ja die interessanten Fragen. Doch leider bleiben sie unbeantwortet. Im ersten Akt gibt es eine Szene, in der immer mehr offizielle Schreiben auf Meta niederregnen, während Stimmen aus dem Off die Beschwerden und Anklagen vortragen, die Meta vorgeworfen wurden. Am Ende der Szene schlägt sie die Hände vors Gesicht und bricht unter der Last zusammen. Eigentlich wird es ja dann erst spannend: Wie kommt sie aus dem Loch wieder heraus? Doch leider endet die Szene an dieser Stelle und der Zuschauer erfährt nicht, wo sie die Kraft herholt, trotz allem weiter zu machen.
Ihr unangepasster Lebenswandel und ihr Kampfgeist böten sicher Stoff für einen interessanten Theaterabend. Doch mit zu viel plattem Kalauer drumherum und zu wenig Herzblut der zentralen Person ist "Meta, Norddeich" davon noch weit entfernt.

(Text: Michael Rieper)






Kreativteam

Regie Ingo Putz
Buch Peter Schanz

Musikalische Leitung Udo Becker
Bühne & Kostüme Steffen Lebjedzinski
Dramaturgie Peter Hilton Fliegel


Besetzung

Meta Angelika Bartsch
Ubbe
Vater
Howie
1. halbes Pferd
Stefan Ostertag
Fokko
Mutter
Klaas
2. halbes Pferd
Peter Lindhorst
Freund
Kingsize Elvis
Omma
Otto
Dorfpolizist
Seehund
Bürgermeister
Jarno Stiddien
Enkel
Drogenfahnder
Affe
Anwalt
Fabian Monasterios
Papagei
Petrus
Tochter
Drogenfahnder
Strohmann
Gustl
Ralf Nowak



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Wahnsinn

14.03.2010 - Das Musical hat uns super gefallen!Einfach Wahnsinn Songs Darsteller und Band super gut!Hat uns viel besser gefallen als das Musical
"König der Löwen"!

wolle (erste Bewertung)


Alter Erinnerungen neu erlebt

10.02.2010 - Ein großes Lob an allen Mitwirkenden. Alte Erinnerungen wurden neu entflammt.Wir fühlten uns als seien wir in unsere Lebensabschnitte mit und bei Meta zurück gekehrt. Die süßen Wollschafe erinnerten dann schon einmal daran, wie unser Kalle mit seinem weißen Norwegerpullover, auf dem Rückweg von Meta zum Campingplatz mit der Sitzbank in den Güllegraben fiel.Erinnerungen über Erinnerungen.Wir haben den Abend sehr genossen und freuen uns das wir dabei sein durften. Wir wünschen Euch für die weiteren Auftritte genau soviel Erfolg, Ablaus und Zugaben wie am 08.02.2010. Danke,für den unvergesslichen Abend.
Eure Fan´s Heidi + Kalle

wellnessfee (erste Bewertung)


Meeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeta forever!

05.02.2010 - Mag es auch vielleicht "nur" ein lokales Hai-lait sein - aber strahlen tut es allemal!

Die Geschichte der Meta Rogall wird kongenial umgesetzt, die Musik lebt man mit !

Unbedingt ankucken!

Kuestenfee (erste Bewertung)


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