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Revue

WinterTräume

Träum dich aus dem Wintergrau!


Wenig überzeugende Winterbespielung des Friedrichstadtpalastes. Zwar hat die Revue sexy Körper und einen gesanglich überzeugenden Lars Redlich zu bieten, aber so lauwarm war eine Revue schon lange nicht mehr.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:08.11.2009
Rezensierte Vorstellung:15.11.2009
Letzte bekannte Aufführung:07.02.2010


"Det is oller Quark" urteilt Sylvia, nachdem Heinz seinen Traum vom Superstarsein auf die Bühne gebracht hat. Songs wie "Champagner für die Damen" oder "Barfuß oder Lackschuh" sind ihr einfach nicht modern genug. Eigenartigerweise graust es ihr nicht vor dem anschließenden Welthit "Sex Bomb", den Heinz, ebenso wie "Mambo No. 5", in einer furchtbaren deutschen Übersetzung singt. Widerspricht das nicht dem Ansatz der Palast-Intendanz, die vor Beginn der Show das offenbar international gemischte Publikum im Saal per Lautsprecher in fünf verschiedenen Sprachen begrüßt?

In "WinterTräume" erzählen sich die drei Berliner Sylvia, Heinz und Lars, die sich zufällig an einem Stehtisch vor einem Imbiss in einer U-Bahnstation kennen lernen, wohin sie gerne der Hauptstadt in der schmuddelig-kalten Jahreszeit entfliehen würden. Eine geheimnisvolle junge Frau berieselt die Träumer mit Glitter und schon geht’s los in Richtung gelebten Winterträumen ...

Ein reizvoller Ausgangspunkt, den das Autoren-Duo Michael Frowin und Winfried Schneider (auch Inszenierung) in den Sand setzt. Der passt besser in das Bühnenbild des ersten Traums, der die Zuschauer mit in die Karibik nimmt. Statt Palmen und Strand stellt Heinz Hauser einen stylischen Bartresen in Form eines Melonenviertels ins Zentrum der sehr breiten und tiefen Bühne. Im Hintergrund blinkt bunt die bis in den Zuschauerraum hineinragende LED-Wand. Die darüber baumelnden Lichtelemente vermitteln gemeinsam mit dem stilisierten Swimmingpool samt überdimensionalem Quietscheentchen und Badewannenstöpsel das Flair einer Großraumdisco, in der eine sommerliche Mottoparty gefeiert werden soll. Mehr Ausstrahlung haben zumindest die Träume 2 und 3, die zum Powershopping nach St. Petersburg (mit hinein- und hinausfahrender Eisfläche vor Zwiebelturm-Silhouette) und in einen geheimnisvollen Feen-Zauberwald führen.

Warum springt der Funke in allen Träumen nicht richtig aufs Publikum über? Das liegt vor allem an der spannungslosen Inszenierung. Winfried Schneider formt die drei Träumer nicht zu glaubhaften Charakteren aus, wobei insbesondere Sylvia Wintergrün und Heinz Rennhack als alberne Stichwortgeber auf der sehr großen Bühne auf sich gestellt sind. Routiniert spulen sie hier ihre seit vielen Jahren bewährten Rollenmuster ab: Wintergrün die selbstbewusst-schnippische Dame von Welt, Rennhack den verschmitzten Trottel. Gesanglich sind beide solide, ohne Patzer, aber auch ohne Highlights.

Nicht nur rein optisch macht der durchtrainierte Lars Redlich eine gute Figur, er brilliert auch gesanglich mit sattem Bariton, den er sicher bis in hohe Lagen führen kann. Für die Händel-Arie „Ombra Mai Fu“, die er wie ein Countertenor mit klarer Kopfstimme singt, erhält er zu Recht donnernden Applaus. In Songs mit Wintergrün und Rennhack ist er ein gleichberechtigter Partner. Solistin Nummer 4, Francisca Urio, fällt gesanglich merklich ab. Ihre Popstimme besitzt eine schöne Mittellage, es fehlen allerdings Ausdrucks- und Durchschlagskraft, sodass ein energiegeladener Song wie Jennifer Lopez' "Let's Get Loud" in Urios Interpretation brav und sittsam klingt. Im "Lullabye"-Duett mit Lars Redlich ist sie kaum auszumachen und wird sogar vom Orchester übertönt, das in dieser Show dünn und synthesizerlastig klingt. Bei klassischen Kompositionen wie Vivaldis "Winter" übertönen wummernde Beats den künstlichen Klangbrei (Dirigent: Detlef Klemm), dem auch digitalisierte Gesangsstimmen beigemischt werden. Zumindest in Songs mit Bigband-Sound wie "Männer in den besten Jahren" dürfen die Blechbläser zeigen, dass es sie gibt.

Das Herzstück des Friedrichstadtpalastes, sein Ballett, punktet in dieser Show vor allem mit perfekten Körpern. Die kraftstrotzenden Herren zeigen fast den ganzen Abend über ihre durchtrainierten Oberkörper, während die süßlich lächelnden Damen ihre langen Beine schwingen. Stephan Bolz bedeckt die Körper mit seinem raffiniert geschnittenen, sehr sehenswerten Kostümbild, das die Tänzerinnen und Tänzer äußerst sexy wirken lässt. Eine Heerschar an Choreografen (Alan Barnes, Maik Damboldt, Alexandra Georgieva, Sabine Hack und Aliaksei Uvarov) unterfordert das Ensemble mit langweiligen Schreit- und Drehchoreografien, die sich mit aus Video-Clips adaptiertem Hip-Hop-Gehüpfe ablösen. Einzig die berühmte, wie immer perfekt getanzte Girl-Reihe ist ein choreografischer Lichtblick, der vom Publikum zu Recht bejubelt wird.

So unauffällig grau der Berliner Winter auf der Bühne dargestellt wird, so unspektakulär sind auch die "WinterTräume" des Friedrichstadtpalastes.

(Text: kw)






Kreativteam

Buch Winfried Schneider
Michael Frowin
Inszenierung Winfried Schneider
Choreografie Maik Damboldt
Alan Barnes
Sabine Anastasia Hack
Alexandra Georgieva
Aliaksei Uvarov
Eischoreographie Simone Grogorescu-Alexander
Stephane Morel
Ben Pring
Kostümbild und Styling Stephan Bolz
Bühnenbild Heinz Hauser
Videoproduktion Andy Raab
Musikalische Leitung Detlef Klemm/ Peter Christian Feigel
Arrangements Frank Hollmann
Manfred Honetschläger
Detlef Klemm
Frank Nimsgern
Niclas Ramdohr
Matthias Suschke
Martin Wingerath


Besetzung

Gesangssolisten Heinz Rennhack
Sylvia Wintergrün
Lars Redlich
Francisca Urio
Ballett-Solisten Dan Revazov
Alieksej Uvarov
Romana Šilingrová
Steffen Liebsch
Elisa Klein
Dzianis Aleksishen
Artistik Dosov
Eisshow Anita Hartshorn
Frank Sweiging
Simeon Hanks
Adam Jukes
Asa Persson
Katalin Szakal



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28141
Enttäuschend

25.12.2009 - Heute, am 25.12.2009 haben wir die Show (unser Weihnachtsgeschenk) gesehen. Nach der Werbung waren die Erwartungen hoch -und wurden enttäuscht.
Um nicht noch einmal alles ausführlich zu beschreiben, hier in Kurzfassung:
Langweilig fanden wir die Show, andere Besucher, die in der Pause den Friedrichstadtpalast verließen, "grottenschlecht". Wir haben durchgehalten. Ein oft gerissener oder verknoteter "roter Faden".
Im ersten Teil kam nur bei der Eisshow etwas mehr Stimmung auf. Im zweiten begeisterte die Akrobatik.
Schade, der Friedrichstadtpalast wird uns wohl nicht wieder sehen. Es gibt besseres- nicht nur aus dem 21. Jahrhundert.

Rosemarie (erste Bewertung)


28109
Sehr gute Unterhaltung

03.12.2009 - Habe die Show am 28.11. gesehen und muss sagen, dass ich etwas ausholen muss, um meine Bewerung zu begründen.

Story/ Buch: Hier gebe ich Herrn Wulfes recht, netter Ansatz, mal einen roten Faden in eine Revue zu bringen - wenn auch die Texte ein bisschen an Schultheater erinnern. Dennoch total unkonsequent und leider nicht zu Ende gedacht: Die drei Protagonisten erzählen von ihren Träumen (Russland, Märchen und Astronaut) und los gehts: in die Karibik!??
Solche Sprünge in der "Handlung??" gibt es leider zu oft und der Zuschauer weiß oft nicht, "was diese Nummer an der Stelle jetzt soll" ...

Bühnenbild/Ausstattung fand ich super - im Russlandbild zb dieser riesen Kronleuchter zur dekadenten Russenparty und vorher die Msichung zwischen russischer und Amerikanischer Flagge in der Beleuchtung, ebenso das Eis, das während die Eisläufer darauf laufen nach vorne fährt - waren gelungen.

Das Orchester fand ich auch super - super gemischt, Texte hat man alle verstanden, fand den Vivaldi Winter am Anfang einfach nur geil, Lob an die Streicher. Toll auch, bekannte Lieder in neuen Arrangements zu hören (girlsgirlsgirls)

Ebenso die Kostüme waren beeindruckend - für jede Szene so wirklich gutaussehende Kostüme zu entwerfen, die nicht "billig" aussehen und das für 50 Tänzer - großes Kompliment.

Die Tänzer haben eine tolle Performance abgeliefert - hervorzuheben die Eisrevue - der Hammer, ich dacht die arme Frau schlägt sich den Kopf auf, als Sie von Ihrem Partner nur am Fuss gefasst herumgeschleudert wurde!
Ebenso die beiden Stepper im zweiten Akt: unglaublich!
Ansonsten im Ensemble eine tolle Energie.

Von den Solisten ist besonders Lars Redlich hervorzuheben, der die Show sowas von aufwertet und sich tapfer durch die zugegeben sehr bescheidene Inszenierung schlägt ("warum macht mein Darsteller an der Stelle das?" ist die Grundfrage eines Regisseurs, von der dieser leider noch nie etwas gehört hat).
Beeindruckend hier vor allem seine Bandbreite: am Anfang der Latino - Poptenor als Ricky Martin auf spanisch, später der aggressive rappende Russe (auf russisch! (glaub ich)) bis zur einfühlsame Ballade "Lullabye"und dann eine grandiose Countertenor - Arie (und das als muskelbepackter Krieger)!
Respekt vor dieser grandiosen Leistung!

DSDS - Star Francisca Urio als "Soul - Fee" macht auch eine gute Figur - hat zweifelsohne eine absolut schöne Stimme. Allerdings bewegt sie sich etwas holprig über die Bühne (also nich Feen - gleich) und irgendwann nach dem vierten Lied, hatte ich das Gefühl, dass Sie nich immer genau weiß, was sie eigentlich singt. Aber is ja auch kein Musical...
Und Sie ist wahnsinnig hübsch!

Heinz Rennhack macht seine Sache auch ganz gut, obwohl er mit seinem Humor wohl eher die Zielgruppe 60 plus anspricht. Gesangsmäßig hat er mich nicht umgehauen. Is wohl eher der Oldie - Joker...

Sylvia Wintergrün fand ich sehr lustig! Die freche Berliner Schnauze die man von ihr kennt. Schade, dass sie vom Rennhack nicht eine seiner mittellustigen Nummern bekommen hat - sie singt nur "ernstes". Sie hätte bestimmt mehr draus gemacht.

Insgesamt geht man sehr gut unterhalten aus dieser für mich gelungenen Revue.

Johan (erste Bewertung)


28094
die armen Darsteller

21.11.2009 - der "Regisseur" möchte bitte seine Gage zurück geben oder spenden. Was auch immer: Bloß nicht mehr "inszenieren"!

Mir taten die Darsteller leid.
Hier passt die schöne Formulierung:
"Fremdschämen"

stefanie (erste Bewertung)


28092
sehr schön

19.11.2009 -

berlin-moskva (erste Bewertung)


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(kw)

Musik

Besetzung

Ausstattung

Wen holen Videoclip-Choreografien zum kruden Musik-Mix aus verwummerter Klassik, Pop, Schlager und Musical hinter dem Ofen hervor?

16.11.2009

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 2.75 Sterne

 Termine

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