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Komödie

Sugar - Manche mögen's heiß

Männer helfen im Frauen-Orchester aus


Vor allem wegen der fantastisch-komischen Darsteller (Sebastian Songin, Patrick Heppt) sind die Männer in Frauenklamotten eine Riesengaudi fürs Publikum. Wolfgang Hofmann inszeniert die Bühnenadaption des bekannten Stoffs mit viel Gefühl für die Sprechszenen, ohne die Filmvorlage zu kopieren. Nicht nur wegen der musikalischen Umsetzung bleibt das Musical allerdings auf der Strecke.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:20.02.2010
Rezensierte Vorstellung:20.02.2010
Letzte bekannte Aufführung:12.06.2010


Resignation in der langen Schlange vor dem Arbeitsamt: Wieder kein Jobangebot. Es werden nur eine Saxofonistin und eine Bassistin für eine Damenkapelle gesucht. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das Leben kein Zuckerschlecken, sodass es legitim ist, sich einen Millionär als Garant für die eigene finanzielle Absicherung zu angeln.

Regisseur Wolfgang Hofmann deutet "Sugar" als Depressionskomödie und nimmt das Publikum aus der aktuellen Wirtschaftsflaute mit in die Krise der 1920er Jahre. Dabei konzentriert sich seine Inszenierung auf den Überlebenskampf der drei Hauptpersonen Sugar Kane (Laina Schwarz), Joe (Sebastian Songin) und Jerry (Patrick Heppt): Sie will aus ihrem vom Suff vernebelten Leben als Sängerin der "Society Syncopaters" in eine gesicherte Zukunft entfliehen, die beiden arbeitslosen Musiker kämpfen als Damen verkleidet um ihren Lebensunterhalt. Dass ein Gangsterboss beide Herren als Zeugen eines Mordes an einem kriminellen Widersacher aus dem Weg räumen will, scheint zweitrangig. Der kahle, leicht wandelbare Bühnenraum mit dunkelroten Wänden und nur wenig illustrierenden Versatzstücken (Beatrice von Bomhard) lenkt den Zuschauer nicht vom Geschehen ab. Selbst die Residenz der im sonnigen Florida überwinternden Millionäre wirkt schäbig: Vom Schild der Luxusherberge, die ihre besseren Zeiten hinter sich hat, blättern die Sterne ab.

In seiner Personenregie befreit Hofmann die erwähnte Dreierkonstellation von den im zu Grunde liegenden Film gezeigten Rollenmustern. Sugar ist in Bremerhaven kein naives Blondchen, sondern eine selbstbewusste junge Frau, die ihr klares Ziel vor Augen hat. In ihrer Verkleidung als Josephine und Daphne trippeln Joe und Jerry nicht als überzogene Klamauk-Transvestiten durch die Szene, sondern hauchen ihren Alteregos mit sanfter Stimme Leben ein. Gerade in diesen Auftritten gibt es viel zu lachen, allerdings weniger auf Kosten der Handelnden sondern aus der Situation heraus. Dafür greift der Regisseur bei den Nebenfiguren kräftig in den Klischee-Topf: Manager Bienstock (Guido Fuchs) ist ein gehetzter Übergewichtiger, der sich ständig den Schweiß von der Stirn tupft, Sweet Sue (Heike Euliz) ist die ewig unzufriedene, keifende Bandchefin. Ebenso wie der mit hohler Fistelstimme sprechende Gangsterboss Spats Palazzo (Wolfgang Scheiner) und sein tumber Sohn (Sebastian Brummer) verkommen diese Figuren zu albernen Stichwortgebern, die beim Schlussapplaus schon fast wieder vergessen sind.
Wenn das etwas dünn klingende Orchester nach manchmal schier endlos wirkenden Dialogen aus dem Graben aufspielt, dann kann die Handvoll Musiker unter der Leitung von Rodolfo Cázares noch so jazzen, swingen und walzern. Auf der kahlen, leeren Bühne fehlt gerade bei den Instrumentalpassagen in den Songs fast immer eine optische Entsprechung. Einzig im Duett von Joe und Sugar, bei dem Ensemble und Statisten in den Masken der beiden Liebenden zu einfachen Schrittkombinationen (Choreografie: Sergei Vanaev) wenig synchron über die Bühne toben dürfen, schimmert das Revueartige der Vorlage durch. Aberwitzige, parodierende Tanzszenen der Herren-Damen wie bei deren Auftritts-Duett auf dem rotierenden Bahnsteig ("Diese Art von Schönheit") oder das Tänzchen mit dem in Daphne verschossenen Millionär (Michael Schories) sorgen im Zuschauerraum für Begeisterung.

Unklar bleibt, warum einige Songs in der deutschen Übersetzung gesungen werden, andere im Original oder in einer Mischform. Auch wurde kräftig gestrichen. Manchmal einzelne Strophen, im Fall von "Tun wir’s für Sugar" sogar das komplette Duett. Im Gesamteindruck wähnt sich der Zuschauer eher in einem Schauspiel mit musikalischen Einlagen, denn in einem Musical. Dies gilt auch für die gesangliche Umsetzung. Vor allem Laina Schwarz mogelt sich als Sugar mit Charme durch ihre Songs und kämpft nicht nur bei "I wanna be loved by you" hörbar mit Intonation und Registerwechseln. Achtbarer schlagen sich da die Erzkomödianten Sebastian Songin (Joe) und Patrick Heppt (Jerry), deren gut für Chansons geeignete Stimmen nur in den Höhen Probleme haben. Eine Wucht sind die fünf Musikerinnen, die die Girlband nicht nur mimen, sondern auch live auf ihren Instrumenten spielen.

Warum ein Dreisparten-Haus wie Bremerhaven seinem um Statisterie verstärkten Schauspiel-Ensemble ein zurechtgestutztes Musical aufbürdet, bleibt das Geheimnis der Intendanz.


Musical von Peter Stone (Buch), Bob Merrill (Gesangstexte) & Jule Styne (Musik) nach dem Film “Some Like It Hot” von Billy Wilder und I. A. L. Diamond, basierend auf einer Story von Robert Theoren


(Text: kw)






Kreativteam

Musikalische Leitung Rodolfo Cázares
Inszenierung Wolfgang Hofmann
Choreografie Sergei Vanaev
Ausstattung Beatrice von Bomhard


Besetzung

Sweet Sue, Chefin der Girlband “Society Syncopaters”Heike Eulitz
Sugar Kane, Sängerin der “Society Syncopaters”Laina Schwarz
Bienstock, Manager der BandGuido Fuchs
Joe (Josephine), ein stellungsloser SaxofonistSebastian Songin
Jerry (Daphne), ein stellungsloser BassistPatrick Heppt
ImpressarioMichael Schories
Spats Palazzo, ein GangsterbossWolfgang Scheiner
Dude, Sohn von SpatsSebastian Brummer
Knuckles Norton, Boss einer rivalisierenden GangKay Krause
Erster Gangster, Mitglied von Knuckles GangErik Berk
TaxifahrerGünter Pirow
HotelpageSebastian Brummer
Sir Osgood Fielding, ein MillionärMichael Schories
Ein GangsterbossKay Krause
Gehilfe des GangsterbossesGünter Pirow
Fünfter Gangster, Mitglied von Spats’ GangThorsten Ossenfort
Die Girlband “Society Syncopaters”

Julia Hellmers (Keyboard)

Laura Quarg (Klarinette)

Lisa Quarg (Klarinette)

Susanne Sasse (Schlagzeug)

Linda Schmid (Gitarre)




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(Kai Wulfes)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Zum Schauspiel mit schwach gesungenen Musikeinlagen zurecht gestutztes Musical, in dem einzig die beiden Hauptdarsteller überzeugen.

20.02.2010

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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