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Biographie

Evita (2009)

Von der Dorfschönheit zur First Lady


Andrew Lloyd Webbers Musical-Klassiker über Aufstieg und Fall der argentinischen Präsidenten-gattin Eva 'Evita' Perón war bereits 1996 im Opernhaus Chemnitz zu sehen. In der Spielzeit 2009/2010 bringt Matthias Winter das Stück in einer neuen Inszenierung auf die Chemnitz Bühne. Sigrid Brandstetter steht in der Titelrolle auf der Bühne, als Ché alternieren Christian Alexander Müller und Matthias Pagani.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:26.09.2009
Rezensierte Vorstellung:16.06.2010
Letzte bekannte Aufführung:26.03.2011


"Wer war diese Santa Evita?" fragt Ché sich und das Publikum am Anfang des Stückes, nachdem er in einem imposanten Auftritt mit Fallschirm auf der Bühne gelandet ist. Doch wenn gute zwei Stunden später der Vorhang fällt, fühlt man sich der Antwort auf diese Frage nicht näher als zu Beginn.

Sigrid Brandstetter spielt die Titelfigur als junge Frau mit spürbar unersättlichem Hunger nach Leben. Darüber hinaus bleibt die Rolle widersprüchlich und schwer fassbar: mal kaltschnäuzige Opportunistin, deren Streben nach Macht eher Selbstzweck scheint, mal uneigennützige Wohltäterin, die direkt nach ihrer Ankunft in Buenos Aires - lange bevor jede ihrer Handlungen von Presse und Volk kritisch unter Beobachtung steht - einem mittellosen Mädchen ihre gesamten Habseligkeiten schenkt. Ebenso unbeständig wie die Charakterzeichnung zeigt sich dabei die Hauptdarstellerin, die streckenweise in ihrer Rolle brilliert und etwa bei "Wein' nicht um mich Argentinien" oder "Ich wäre wirklich gut für dich" mit gefühlvollem Gesang überzeugen kann. Abseits der großen Balladen bleibt ihre gesangliche Leistung allerdings dahinter zurück, lässt Emotion vermissen und wirkt gerade im ersten Akt oft zu schrill.

Matthias Pagani als Ché braucht ein bisschen Zeit, um ins Spiel zu finden. So aufsehenerregend der Auftakt mit dem Fallschirm ist - der Effekt verpufft, weil bei "Was für ein Zirkus" die nötige Bissigkeit fehlt. Im Laufe des ersten Akts gewinnt Paganis Spiel zunehmend an Intensität und Zynismus, was besonders dem Zusammenspiel von Ché und Evita sichtbar gut tut.

Probleme gibt es auch abseits der Bühne: das Orchester unter der Leitung von Tom Bitterlich rast mit einer Geschwindigkeit durch das Stück, als ob man es so schnell wie möglich hinter sich bringen wolle. Angesichts der Tatsache, dass in der deutschen Übersetzung oftmals ohnehin zu viele Silben auf die Takte kommen, trägt das rasante Tempo nicht unbedingt zur guten Verständlichkeit der Texte bei. Verschlimmert wird die Situation dadurch, dass die Tontechnik es mit dem Orchester etwas zu gut meint und den Gesang eher stiefmütterlich behandelt. So manche Textzeile, sowohl in den Chornummern als auch in den Soli, kommt im Zuschauerraum schlichtweg nicht an.

Doch es gibt auch Positives zu berichten: Steffen Friedrich überzeugt in der Rolle von Evitas Präsidentengemahl Perón voll und ganz und schafft es, dem eigentlich eher blassen Charakter Charisma einzuhauchen und seine zwiespältige Beziehung zu Evita - zwischen Zweckgemeinschaft und tiefer Zuneigung - glaubhaft darzustellen. Udo Eickelmann als Magaldi entpuppt sich als echtes Highlight der Aufführung. Mit dem Look eines Elvis-Imitators und dem Schmalz eines Schmusesängers schmettert er sein "Diese Nacht ist so sternenklar" - selbst in der Pause zwischen den Akten - so oft, dass er damit eigentlich längst die Schmerzgrenze erreicht haben sollte. Doch im Gegenteil, ein ums andere Mal begeistert Eickelmann mit viel Selbstironie, Humor und starker Stimme.

Matthias Winters Inszenierung wartet mit einigen interessanten Regieeinfällen auf. Da ist etwa der berühmte Balkon der Casa Rosada, der am Ende von "Wein' nicht um mich, Argentinien" immer weiter in die Ferne fährt und mit Hilfe von Leuchtelementen zu einer Art Spinnennetz um Evita stilisiert wird. Da ist Peróns junge Geliebte, die am Ende ihres Solos am hinteren Bühnenrand ins Nichts springt. Da ist Magaldi, der zu Beginn des Stücks auf Evitas Beerdigung singt und damit die traditionelle Kino-Szene ersetzt, andererseits aber keine Gelegenheit bekommt, auf die Nachricht von Evitas Tod zu reagieren, bevor Che die Bühne übernimmt. Alles in allem ist die Inszenierung offenkundig um Frische bemüht, wirkt dabei aber nicht immer ausgereift und hinterlässt einen eher durchwachsenen Eindruck.

(Text: cl)



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Kreativteam

Musikalische Leitung David Marlow
Inszenierung Matthias Winter
Choreografie Lode Devos
Bühne Walter Schütze
Kostüme Anna Strauss


Besetzung

Evita Sigrid Brandstetter
Ché Christian Alexander Müller
Andrea Matthias Pagani
Juan Péron Steffen Friedrich
Magaldi Matthias Pagani
Udo Eickelmann
Mistress Josephine Kaselow
Tina Schneidereit
Offiziere Roland Glass
Thomas Schultz
Jann Schröder
Jörg Kersten




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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28388
Überzeugend

01.04.2010 - Die Chemnitzer EVITA überzeugt durch die starke Hauptdarstellerin Sigrid Brandstetter, die mit scheinbar müheloser Stimmführung auch die extremen Beltpassagen meistert sowie Christian Alexander Müller, dem charmant-charismatischen Che dieser Produktion. Nur das Orchester spielte etwas unmotiviert, ansonsten eine mehr als ansprechende Leistung.
Göndi

Göndi (erste Bewertung)


28385
Chemnitz,...

31.03.2010 - ...einst ostdeutsche Musicalhochburg. Deutsche Erstaufführung von "Fame". Erste Stadttheaterinszenierung von "Les Miserables" und "Falco meets Amadeus" nach den großen Lizenzproduktionen. Brillante Inszenierungen, die Maßstäbe setzten! Und heute? Mittelmaß. schon Michael Heinickes "Anatevka" konnte schon nicht begeistern und leider kann auch Matthias Winter nicht an den Erfolg seines Erstlingswerkes „FMA“ anknüpfen.
„Evita“ ist definitiv sehenswert und mit Christian Alexander Müller und Matthias Pagani zumindest in der Herrenriege hervorragend besetzt. Aber leider fällt die Inszenierung insgesamt recht karg aus, das Bühnenbild lässt nur schemenhaft Handlungsorte erkennen und schafft es nicht, Atmosphäre zu zaubern. Das Schlussbild, das irgendwie mehr an einen Müllberg erinnert, hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Leider fehlt auch das Ballett, um irgendeine Atmosphäre zu schaffen. Der tänzerische Part des Abends bleibt nur dem Tangopaar überlassen. Ein guter Anfang, aber eben leider zu wenig.
Zur Darstellerschaft. Durch den Abend führen abwechselnd Matthias Pagani und Christian Alexander Müller als Che (bzw. jeweils alternierend Magaldi). Beide überzeugen auf ihre (sehr unterschiedliche) Art. Matthias Pagani ist ein eindrucksvoller Revoluzzer mit schneidender Stimme, auch sein charmant-schmieriger Magaldi ist überzeugend. Müller glänzt mit sanfter perfekt geführter Stimme, die vor allem zu Magaldi passt. Aber sein Che ist auch eine charmant-komödiantisch angelegte Weise überzeugend, ein echter Draufgänger! Steffen Friedrich gibt routiniert den Peron, definitiv eine seiner Paraderollen und eine Freude, ihn einmal wieder auf der Chemnitzer Bühne zu sehen.
Sigrid Brandstetter als Evita lässt hingegen einige Wünsche offen. Darstellerisch zeigt sie eine solide Leistung, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Gesanglich stößt sie offensichtlich an ihre Grenzen. Oft bleibt ihr nur noch das Schreien, um die hohen Töne irgendwie herauszubringen.
Josephine Kaselow als Perons junge Geliebte singt für ihr junges Alter recht ordentlich, schauspielerisch kann ihre Szene leider nicht überzeugen.
Resumee: Sehenswert, aber kein Vergleich zu den „guten alten Zeiten“

piano_sasse (7 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


28023
Chemnitz glänzt wieder mit Qualität

01.10.2009 - Eine stimmige Inszenierung, sehr gespart eingesetztes Bühnenbild und eine grossartige Besetzung. Sigrid Brandstetter als Evita setzt darstellerisch Massstäbe, Christian A. Müller als Che begeistert ebenso, Steffen Friedrich als routinierter Peron und M.Pagani als Elvis (?) Magaldi. Gänsehaut in Chemnitz!
A.Thon

Anna Thon (erste Bewertung)


28020
Starke Hauptdarstellerin!

28.09.2009 - "Evita" - eine alte Bekannte in Chemnitz. Zwar fehlte das Ballett (besonders schade in "Buenos Aires") aber Sigrid Brandstetter als Evita zeigt eine zerrissene komplexe Persönlichkeit abseits üblicher Klischees. Eine Reise wert!

A.Güther (erste Bewertung)


28019
OK...aber ein.. Element fehlt

28.09.2009 - Glücklicherweise gibt es Christian A. Müller (Che), Steffen Friedrich (Peron), Matthias Pagani (Magaldi)und EIN ambitioniertes Tangopaar- sie halten die Balance!
Bravo und Danke dafür !
Leider eine Aufführung ohne Ballett - schade !
Die Bühne bietet wenig Atmosphäre - keine aussagekräftigen Handlungsorte - keine politische Brisanz! Wichitge musikalische Charakteristika sind dazu leider gestrichen
Holperige Übergänge, ein wenig motivierter Opernchor!Die Tempi nicht immer auf dem Punkt!Die Diktion und Sprachbehandlung in der Musik lassen vorallem bei Evita und der jungen Geliebten Perons leider arg zu wünschen übrig!Schade!
In Chemnitz ! hätte ich mehr erwartet! Nele Hirschfeld

nele hirschfeld (erste Bewertung)


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 Kurzbewertung [ i ]
(cl)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Solide Inszenierung mit interessanten dramaturgischen Elementen, die jedoch hinter ihrem Potential zurückbleibt.

27.07.2010

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 3.40 Sterne

 Termine

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