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Biographie

Evita

Jung, schön und geliebt


Ein ungewöhnlicher Auftakt, ein radikal geänderter Schluss, untypische Rolleninterpretationen und eine Limousine, in der Evita bei ihrer Regenbogentour in den Zuschauersaal einrollt – es scheint, als hätten Regisseur Rainer Wenke und Dramaturgin Doreen Röder den Anspruch an sich gestellt, eine innovative Inszenierung des Andrew-Lloyd-Webber-Klassikers auf die Bühne zu bringen. Doch rundum stimmig ist das Ergebnis nicht.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:04.09.2009
Rezensierte Vorstellung:04.09.2009
Letzte bekannte Aufführung:06.09.2009


Eines muss man der Inszenierung lassen: die Spielstätte wird optimal genutzt und in die Aufführung eingebunden. Das Bühnenbild, bestehend aus einer schwarz-weißen, stilisierten Großstadtkulisse, die wechselnd farbig angestrahlt wird, ist recht statisch aber sowohl passend als auch überraschend stimmungsvoll. Bei den Volksszenen sorgt ein enorm großes Ensemble, das nicht nur die Bühne sondern auch den Zuschauerraum davor sowie die Gänge in den Rängen füllt und mit Spruchbändern zur Wahl Peróns aufruft, für "mitten-drin-statt-nur-dabei" Stimmung.

Umso unverständlicher, dass man sich zum Auftakt dagegen entschieden hat, das vom Tod Evitas schockierte Volk wehklagen zu lassen, und die Szenen durch einen einsam der Radioübertragung lauschenden Che ersetzt hat. Dramaturgisch ist das nicht optimal, und auch in den Folgeszenen fallen einige Übergänge zwischen den Liedern etwas holprig aus. Im zweiten Akt gewinnt die Inszenierung deutlich an Fahrt und Überzeugungskraft. Das Ende kommt abrupt und überraschend: Evita bricht nach ihrer letzten Rundfunkansprache in den Armen ihres Mannes zusammen und stirbt. Keine Montage-Sequenz, keine "Wehklage". Es wird dunkel auf der Bühne, Che singt einen letzten Vers und aus dem Radio ertönt die Geschichte um Evitas verlorenen Sarg. Ein mutiges, aber effektives Ende – leiser und düsterer und auf seine Art schockierender als sonst üblich.

Maryse Boiteau spielt die Titelrolle als zielstrebige und leidenschaftliche Frau mit kraftvoller, klarer Stimme, die allerdings in den hohen Lagen streckenweise etwas zu schrill wird. Sie ist eine sympathische Evita, mit der es leicht fällt mitzuleiden und deren Anziehungskraft auf das Volk nur allzu verständlich scheint. Manchmal, so könnte man meinen, ist sie fast schon eine Spur zu sympathisch – was noch verstärkt wird durch einen Che, der ihr zu wenig Kontra gibt und der Evitas ehrgeiziges Streben nach Macht mit zynischem Amüsement statt mit anklagender Wut kommentiert. Das Rollenbild ist gewöhnungsbedürftig und erinnert eher an Lucheni aus "Elisabeth" als an den verbitterten, hasserfüllten Revolutionsführer, den man an dieser Stelle erwartet und den es braucht, um die erzählerisch ohnehin nicht einfache Wechselbeziehung zwischen Che und Evita die nötige Dynamik zu verleihen. So ungewohnt die Auslegung des Charakters auch ist – Maximilian Nowka kann stimmlich überzeugen und es ist eine Freude, seinem energiegeladenen Spiel zuzusehen.

Auch bei der Rolle des Perón weicht man in Zwickau von der gewohnten Charakterisierung ab. Matthias Otte ist mehr als der steife, blasse General im Hintergrund, der Evitas Beliebtheit für seine politischen Zwecke ausnutzt. Bei "Ich wäre wirklich gut für dich" sprühen die Funken zwischen ihm und Evita, und auch in der Folge bis hin zur bewegenden Schlusssequenz gelingt es Otte, durch viele kleine Gesten zu zeigen, dass er tatsächlich tiefe Gefühle für seine Frau empfindet.

Julia Baukus als Peróns junge Geliebte nutzt ihren kurzen Auftritt optimal mit einem wunderschönen, gefühlvoll dargebotenen "Du nimmst den Koffer wieder in die Hand" – musikalisch eines der Highlights der Aufführung! Magaldi-Darsteller Michael Simmen dagegen kann weder stimmlich noch darstellerisch überzeugen.

Ansonsten ist das Ensemble – vom großen Chor über das Ballett bis hin zum Tangopaar, das während der ersten Annäherung von Evita und Perón einen Pas-de-Deux tanzt – durchweg tadellos, ebenso wie das Orchester unter der Leitung von Stefan Müller. Ungewöhnlich gut für eine Spielstätte wie die Stadthalle Zwickau ist die Akustik im Saal, die in der besuchten Vorstellung einzig durch einige Mirkofonaussetzer gestört wurde.

(Text: Claudia Leonhardt)






Kreativteam

Musikalische Leitung Stefan Müller
Regie Rainer Wenke
Ausstattung Sandra Linde
Choreographie Michael Kemper
Dramaturgie Doreen Röder


Besetzung

Eva Eva Aasgaard
Maryse Boiteau
Che Maximilian Nowka
Perón Matthias Otte
Magaldi Thomas Löffler
Michael Simmen
Peróns Geliebte Julia Baukus
Tangopaar Anna Belioustova
David Bendl
Eduard Taranu



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(cl)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Solide Inszenierung mit starkem Ensemble und interessanten dramaturgischen Ansätzen, von denen aber nicht jeder funktioniert.

09.09.2009

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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