Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )City of Angels


Komödie

City of Angels

S/W-Krimi wird lebendig


Im Zusammenarbeit mit dem Prinzregententheater München bringt das Theater Erfurt Cy Colemans Musical um Intrigen, Sex und Crime in der Stadt der Engel endlich einmal wieder auf eine deutsche Bühne. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: eingängige Songs, eine junge, starke Darsteller-Riege und ein effektives Bühnenbild wissen zu überzeugen.

(Text: Claudia Leonhardt)


Cy Colemans Jazz-Musical kommt im Stil der Film Noir Krimiklassiker daher. Im Los Angeles der 40er Jahre arbeitet Schriftsteller Stine daran, seinen Roman "City of Angels" für Regisseur Buddy Fidler zu einem Drehbuch umzuschreiben. Fidler hat jedoch seine ganz eigene Vorstellung von der Geschichte und bedrängt den rückradlosen Stine, mehr und mehr Kompromisse zu machen - bis das Originalwerk fast vollständig unkenntlich gemacht ist und der Romanheld Stone zu rebellieren beginnt. Die Konfrontation zwischen Stine und Stone entlädt sich im grandiosen Duett "Du bist nur weil ich bin".

Der hartgesottene Privat-Schnüffler ist es zwar gewohnt sich zusammenschlagen zu lassen und auch in den kniffligsten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, aber die von Fidler aufgezwungenen hölzernen Dialoge bringen Stone zur Verzweiflung. Zunächst versiegt sein Appell an die künstlerische Moral seines Schöpfers jedoch unbeachtet. Erst nachdem Stine von seiner Frau verlassen und seiner Geliebten verraten wurde, sieht er ein, dass er sich nicht weiter verbiegen lassen darf – scheinbar zu spät, denn "City of Angels" wird bereits gedreht, und hat kaum noch etwas mit seinem ursprünglichen Roman zu tun. Doch im letzten Moment kommt Stone seinem Schöpfer zu Hilfe.

Der besondere Reiz an "City of Angels" ist, dass der Zuschauer hier zwei – scheinbar voneinander unabhängige – Handlungsstränge zu Gesicht bekommt. Einmal ist da Romanautor Stine, der sich vergebens versucht, im Haifischbecken von Hollywood zu behaupten und neben dem Ärger mit dem Regisseur auch noch in einer Ehekrise steckt. Auf der anderen Seite steht Stines Hauptfigur, Privatdetektiv Stone, der den kniffligen Fall um die verschwundene Femme Fatale Mallory zu lösen hat, und tiefer und tiefer in ein perfides Mordkomplott gezogen wird. Während am Anfang beide Geschichten nebeneinander herlaufen und durch die Platzierung der Szenen auf der Bühne und die schwarz-weiße Kleidung und Kulisse in der Romanhandlung deutlich zwischen Realität und Fiktion getrennt wird, beginnen die beiden mehr und mehr miteinander zu verschmelzen.

Das kommt auch in der Besetzung zum Ausdruck: Bis auf die Hauptcharaktere Stine und Stone treten alle Charaktere in zwei Rollen auf, einmal in der 'Realität' und einmal in der Filmhandlung. So wird Stines bodenständige Ehefrau Gabby von derselben Darstellerin verkörpert wie Stones verflossene Liebe, Barsängerin Bobby. Sarah Schütz liefert dabei ein facettenreiches Spiel ab und überzeugt sowohl in den fast schon opernhaften Gassangspassagen Gabbys als auch bei der rauchigen Barmusik Bobbys. Ebenso brillant agiert Monika Lachmeir in ihrer Doppelrolle als Stones Sekretärin Oolie sowie Regieassistentin Donna, Stines Geliebter, die bei ihrem 'missglückten' Strip bei "Dafür bin ich immer gut" die Lacher des Publikums auf ihrer Seite hat.

Stone-Darsteller Armin Kahl ist als Film Noir-Held perfekt besetzt und streicht mit starker Stimme, lässigem Auftritt, lakonischen Off-Kommentaren und gutem Aussehen deutlich die meisten Sympathiepunkte ein. Auch wenn sein Gegenspieler Wolfgang Türks als Stine die stimmliche Präsenz vermissen lässt, so passt das doch zu seiner Rolle. Schließlich und endlich ist Stine nicht der große Durchreißer – und seine etwas zaghafte Stimme bestärkt diesen Eindruck zusätzlich.
Im Vergleich zu den meisten modernen Musicals wird in "City of Angels" relativ viel gesprochen. Ein Nachteil ist das jedoch nicht – hier geht Qualität über Quantität und ein Großteil der Lieder hat durchaus Ohrwurm-Potenzial, allen voran das bereits angesprochene Stone/Stine-Duett und "Komisch". Im Gegensatz zu den Lieder-Angaben im Programmheft wird in Erfurt Deutsch geredet und gesungen. Ob das eine weise Entscheidung war, bleibt dahingestellt. Sicherlich erhöht es das Verständnis, aber auch wenn Michael Kunzes Übersetzung sich durchaus hören lassen kann, hat "You're Nothing Without Me" eben doch einen anderen Klang als "Du bist nur weil ich bin" und einige Wortspiele lassen sich im Deutschen leider nicht realisieren.

Das Bühnenbild ist einfach, aber zweckdienlich – besonders die kleine Bühne auf der Bühne, auf der die Filmhandlung stattfindet, erweist sich als eine gute Idee, und auch die unterschiedliche 'Einfärbung' von Filmcharakteren und 'realen' Personen macht Sinn. Was allerdings die riesige Leinwand soll, die ab und an ohne offensichtlichen Grund für eine Szene auf der Bühne aufgebaut wird, wissen wohl nur die Macher in Erfurt. Schön sind die Schattenspiele hinter dem weißen Stoff ja anzusehen, aber der tiefere Sinn bleibt offen.

Über diese kleine Schwäche lässt sich jedoch leicht hinwegsehen, und was bleibt ist ein ungewöhnliches und sehenswertes Musical-Erlebnis abseits von Lloyd-Webber und Disney. Dazu kommt, dass man sich im Theater Erfurt – sei es was den Service oder auch das gastronomische Angebot angeht – rundum wohl fühlt und sich gerade da einige größere Häuser Deutschlands an so mancher Stelle eine Scheibe abschneiden könnten.

(Text: cl)






Kreativteam

Musikalische Leitung Philip Tillotson
Regie John Norris
Rainer Niermann
Choreographie Ramses Sigl
Bühne Thomas Pekny
Kostüme Roswitha Egger


Besetzung

StineWolfgang Türks
StoneThomas Beck
Armin Kahl
Gabby
Bobby
Nadine Germann
Sarah Schütz
Donna
Oolie
Monika Lachenmeir
Buddy Fidler
Irwin S. Irving
Ulrich Kirsch
Carla Haywood
Alaura Kingsley
Göksen Güntel
Werner Kriegler
Luther Kingsley
Martin Harbauer
Gerals Pierce
Peter Kingsley
Sven Fliege
Avril Rains
Mallory Kingsley
Eva-Maria Grein
Jacqueline Zebisch
Pancho Vargas
Lieutennant Munoz
Ronny Rindler
Gilbert
Dr. Mandril
Till Schubert
Jimmy PowersKai Hüsgen
Beleuchter
Sonny
Rasmus Borkowski
Beleuchter
Big Six
Björn Klein
Del DaCosta
Mahoney
Krankenwärter
Patrick Lammer
Jackie
Dr. Yamato
Lucca Züchner
Angel City FourMeghann Smith
Joana Fee Würz
Gunther Elmer
Thada Suanduanchai



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


7 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


15292
Leistungsstark

24.10.2006 - Ich möchte zunächst einmal den Leuten die dieses Stück kritisiert haben nahelegen, dass gerade weil es noch junge Darsteller waren die gerade von der Schule abgegangen sind, ein grosses Vergnügen war zuzusehn. Frisch und voller Elan haben die Darsteller sich in die , ja wohl komplizierte Geschichte hineingeschmissen! Herrauskam ein wundervoller Abend mit schönen Melodien! Und auch die meisten Stimmen waren sehr gut ausgebildet und konnten mit Präsenz brillieren! Wil sollen froh sein, nicht nur die grossen Musicals in Deutschland zu haben sondern ebensolceh kleineren Produktionen wie in Erfurt! Gut und einige Tontechniker müssen wirklich noch etwas lernen aber trotzalledem sind die grossen Häuser oftmals auch nciht besser! Vielen Dank und ich wünsche mir wieder mal eine solche Produkiton in unserer Gegend wiederzusehn!

Lob: an Monika Lachenmeir sehr gut gespielt und gesungen

Jaqueline Zebisch als tolle sexy Mallory

Armin Kahl für die tolle Interpretation und seiner schönen Stimme

Wolfang Türks für seinen introvertierten Stine und zu guter letzt auch Göksen Güntel die eine sehr gute schauspielerische Arbeit hier geleistet hat!
Viel Glück weiterhin

Simon


6996
Man muss abwägen können

27.07.2005 - So schlecht war das Stück nicht!

Wie kann ich junge Darsteller beklagen, wenn es sich um eine Co Produktion mit einer Musikalschule handelt? Kopfschüttelllll!
Ein interessantes Projekt! Mit Schwächen aber ok!

Dom


6773
Stück wird sehr schwer nahgebracht

13.07.2005 -

Schlumpf


1053
Kindertheater!

22.03.2004 - Wenn man denkt es geht nicht schlechter, dann sollte man sich dieses Stück zu Gemüte führen. Selten war für mich ein Besuch so unnütz, mal abgesehen von den Darstellern, die das Ganze noch mal nach unten "korrigierten", hier in erster Linie die Rolle der Mallory Kingsley. Gott sei Dank war die Tontechnik gleich schlecht, so wurde man nicht ganz so gequält!

Hawkeye


820
ungewöhnliches Musical, stark dargeboten - eine Reise nach Erfurt wert!

09.01.2004 -

Sandy


818
komplizierte Handlung überzeugend umgesetzt

08.01.2004 -

Marco Stonati


781
schlechte Darsteller

23.12.2003 - Langweilig, miserabel gespielt (besonders die Hauptrollen), kaum vorhandene Tontechnik und viel zu junge Darsteller die ihren Rollen auch musikalisch überhaupt nicht gewachsen waren.

VR


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater
Theaterplatz 1
D-99084 Erfurt
+49 361 2233-155
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 City of Angels (London)
weitere Produktionen finden

 Leserbewertung
(7 Leser)


Ø 2.57 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

THEATER-TIPPS


Sitzen, Parken, Gastro: Unsere Leser geben Tipps für den Theaterbesuch.
Freilichtspiele Tecklenburg, Neue Flora Hamburg, Operettenhaus Hamburg, Raimund Theater Wien, SI-Centrum Stuttgart.
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;