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Literatur-Adaption

Der geheime Garten

Mit Lilys Augen


Ein düsteres Herrenhaus mit vielen Geheimnissen und das Gedenken an eine Tote, das die Lebenden lähmt: Die inhaltlichen Motive ähneln "Rebecca", die Musik ist aber ganz anders, nämlich klassisch-lyrisch. Das Theater für Niedersachsen zeigt eine stimmige Open-Air-Inszenierung des Kinderbuchklassikers - mit schönen Ideen, aber auch Längen vor allem im zweiten Akt.

(Text: Robin Jantos)

Premiere:26.06.2009
Letzte bekannte Aufführung:30.08.2009


Am Anfang ein Lob für die Bühnentechniker? In diesem Fall ist es angebracht, denn das Umbaupersonal leistet Schwerstarbeit. Regisseur Craig Simmons und Bühnenbildner Andreas Wald haben nämlich eine bestechend gute Lösung für das Problem, ein Musical mit ständig wechselnden Orten und sich vermischenden Realitäts- und Zeitebenen auf einer Bühne mit beschränkten Möglichkeiten zu zeigen. Der Set besteht im wesentlichen aus verschiedenfarbig bespannten Wänden, die von vermummten Technikern streng choreographiert über die Bühne getragen und gedreht werden.

Die Autoren verweben immer wieder die Erinnerungen an Verstorbene mit der realen Handlung. Dass diese Verstorbenen mithilfe der drehenden Wände plötzlich mitten auf der Bühne auftauchen und wieder verschwinden, ist da plausibel und mehr als nur ein bisschen Theaterzauber. Dank dieser Dynamik gelingt es auch, im ersten Akt einen Sog zu erzeugen und das Publikum mitzuziehen. Aus den Wänden entstehen Irrgärten und lange Fluren, die die düstere Atmosphäre des riesigen, leeren Herrenhauses fühlbar machen.

Dass die Autoren die Frage, wie Hinterbliebene mit dem Tod nahe stehender Menschen umgehen, in den Mittelpunkt stellen, rächt sich allerdings im zweiten Akt. In der Buchvorlage spielt das Thema nur eine Nebenrolle. Dort ist das zentrale Motiv, dass zwei völlig verzogene Kinder sich gegenseitig zur Räson bringen und dank ihrer Freundschaft zurück ins Leben finden. Dieses Thema wird im Musical stiefmütterlich behandelt - die Songs und großen Szenen kreisen immer wieder (und zum Teil redundant) um die Themen Tod und Leben, richtig und falsch. Da ist es kein Wunder, dass die eigentliche Handlung - die Geschichte der Kinder - eher banal über die Rampe kommt und in schnellen Schritten auf ein vorhersehbares Ende zusteuert. Das Musical verliert im zweiten Teil so seinen märchenhaften Sog. Die ständigen Auftritte der Toten sind irgendwann nicht mehr originell, auch das Regie- und Bühnenkonzept nutzt sich ab.

Unter den Darstellern fällt Fredrik Wickerts positiv auf. Seine weiche Stimme und der eher sympathisch wirkende skandinavische Akzent passen eigentlich nicht zur Figur des vor Trauer beinahe geisteskrank gewordenen Hausherren Archibald. Doch das macht Wickerts mit eindringlichem Spiel und sichere Stimmführung wieder wett. Wiebke Wötzel hat als Hausmädchen Martha sofort das Publikum auf ihrer Seite – nicht nur, weil ihre Figur ein Sympathieträger ist, sondern weil Christian Gundlach sie in seiner Neuübersetzung ein Ohnsorgtheater-Plattdeutsch sprechen lässt und Wötzel mit Mimik und Energie an die junge Heidi Kabel erinnert. Gesanglich scheint im gesamten Ensemble vor allem in den hohen Passagen immer wieder durch, dass hier Musicalprofis auf der Bühne stehen, die in einem anderen Gesangsstil zu Hause sind. Es ist nicht so arg, dass es negativ auffiele – aber mit Spezialisten für klassischen Gesang könnten beispielsweise die Chöre leichter und weniger gepresst klingen.

Unterm Strich bleibt die Show trotz der Schwächen im zweiten Akt zwar kein sensationelles, aber doch ein sehenswertes Musicalmärchen. Gerade Zuschauer, die einmal etwas anderes sehen wollen als Popmusicals oder Dramen mit großen Beltsongs, werden den Besuch nicht bereuen.

(Text: Robin Jantos)




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Kreativteam

Musik Lucy Simon
Buch/Texte Marsha Norman
Deutsche Fassung Christian Gundlach
Inszenierung Craig Simmons
Musikal. Leitung Manfred Knaak
Choreographie Hans-Christian Leonhard
Bühne Andreas Wald
Kostüme Esther Bätschmann
Dramaturgie Katharina Poldrack


Besetzung

Mary LennoxRebecca Gundlach
Annika Rimpler
Sarah Wilken
Rose LennoxSvea Verfürth
Albert LennoxDaniel Pabst
Colin CravenJan-Niclas Falke
Aniello Saggiamo
Bero Verfürth
Archibald CravenFredrik Wickerts
Lily CravenMichaela Linck
Dr. Neville CravenJens Krause
AyahMaureen Wyse
FakirAnton Perez
MarthaWiebke Wötzel
DickonJens Plewinski
Ben/Major HolmesFrank Brunet
Mrs. MedlockTersia Potgieter
ClaireAnne Kathrin Bömkes
AliceBernadette Dengler
Leutnant Peter WrightAlexander Ziebart
Leutnant Ian ShawKlaus Michalski
BetsyAnnika Dickel



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


27965
sehr stimmig

18.08.2009 - Wunderbare Musik gepaart mit einer stimmungsvollen, sehr intelligenten Inszenierung und eine spielfreudige Cast haben uns einen sehr schönen Theaterabend in den Herrenhäuser Gärten gezaubert. Mehr davon!

Lorenz (55 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


27959
Sehr gelungener, stimmungsvoller Abend

17.08.2009 - Die Darsteller haben alle eine gute Leistung abgegeben, das Bühnenbild ist sehr gut und überraschend konzipiert. Es wirkt, als wäre das Stück für dieses Gartentheater gemacht, einfach traumhaft. Insgesamt wurden meine Erwartungen übertroffen.

musicalfan78 (7 Bewertungen, ∅ 3.4 Sterne)


27867
Viel Magie und ein paar Geister

30.06.2009 - Mittendrin statt nur dabei: Das Stück ist in einem Gartentheater wirklich hervorragend aufgehoben.
Die Handlung des Musicals setzt andere Akzente als die Buchvorlage. Im Buch stehen die Kinder im Vordergrund, im Musical wird auch die Motivation vieler Erwachsener ergründet. Allerdings sind viele von ihnen bereits tot und geistern nur in und als Erinnerungen herum.
Wenn es um das Seelenleben der Charaktere geht, wirkt die Musik sehr poetisch, lebhafter geht es zu bei den Songs von Martha und Dickon und auch in einigen Ensemblenummern.
Die TfN-MusicalCompany macht ihre Sache gut. Fredrik Wickerts als Archibald Craven gefällt mit sehr schöner Stimme, Wiebke Wötzel gibt eine sehr sympathische Martha. Die Kinderdarsteller von Mary und Colin (Rebecca Gundlach und Aniello Saggiomo) überzeugen vor allem gesanglich. Beim Schauspiel hätte ich mir die Mary gerade bei ihren Wutanfällen etwas weniger gebremst gewünscht. Aber weil es für beide die erste Vorstellung war, kann man über einige Unsicherheiten und „Holperstellen“ hinwegsehen.
Wer sich das Musical noch ansehen will: am besten einen Termin Ende August wählen, da wird es zeitiger dunkel und die Magie des geheimen Gartens wirkt noch besser.

adolar (3 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


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