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Klassiker

West Side Story

Bernsteins Romeo & Julia


Starke Ensembleleistungen, hervorragend choreographierte Tanznummern und zwei herausragende Hauptdarsteller: Dafür steht die Wiederaufnahme der West Side Story bei den diesjährigen Bad Hersfelder Festspielen.

(Text: Marcus C. Leitschuh)

Premiere:16.06.2009
Rezensierte Vorstellung:02.08.2011
Letzte bekannte Aufführung:06.08.2011


Die Wiederaufnahme im dritten und letzten Jahr zeigt deutlicher als vielleicht noch zuvor die Qualität der schlichten und ungemein dichten Regie von Matthias Davids im aus zwei rollbaren Metallgittern bestehenden Bühnenbild von Heinz Hauser, die elektrisierende Choreographie von Melissa King und die kraftvolle musikalische Leitung von Christoph Wohlleben. "Tonight" mit kunstvoller Personenregie auf der gesamten Spielfläche und "Somewhere" mit weißen Tänzern und einer finalen Bombenexplosion im leeren Bettgestell sind intensiv und anrührend.
Zu diesem Gesamteindruck trägt die bis in die kleinsten Rollen hervorragende Cast bei. Besonders der kraftvoll spielende Philippe Ducloux (Riff), Miha Podrepsek (neu als Baby John), Nivaldo Allves (Bernando), Nielson Soares (Chino) und der abgebrühte Frank Jordan (Schrank) mit ihrer exakten Spielweise bis in die Kleinigkeiten seien hier genannt. Alter und Akzent stimmen, man nimmt ihnen jede Bewegung, jeden Song ab. Sogar, dass im englischen Original gesungen wird, ist stimmig. Spannend wäre hier vielleicht sogar gewesen, teilweise spanisch zu singen.
Getragen wird die Aufführung ohne Zweifel von drei herausragenden Protagonisten: Christian Alexander Müller (Tony) und Katharina Schrade (Maria) hört und sieht man an, dass sie dieses Duo nicht das erste Mal gemeinsam spielen. Jede Minute, vom ersten Sehen bis zum Sterben, nimmt man ihnen ab. Schrade beweist dabei eine Natürlichkeit und gleichzeitige Stimmgewaltigkeit, die das Vorjahr klar übertrifft. Ihre Stimme dringt bis in die letzte Reihe, ihr Augenaufschlag und ihre Frische zieht die ersten Reihen in ihren Bann. Müller hat eine wunderbare Stimme und ist gerade auch in den Spielszenen glaubhaft. Was wäre das Liebespaar aber ohne die dramaturgisch so geschickt aufgebaute Figur der Anita. Fernab von der bekannten Romeo-und-Julia-Geschichte ist sie es, die dieses Musical herausragend machen kann. Ihre Wandlung, ihre Liebe zu Maria, ihre Verletztheit, ihr Stolz, all das wird von Maaike Schuurmans in einer Weise dargeboten, dass man eigentlich nur noch sie in dieser Rolle sehen möchte. Sie passt optisch gut in die Rolle, die Überlegenheit zu den halbstarken Männern der Einwanderer und vermeintlichen Einheimischen ist stimmig, ihre leidenschaftliche Spielweise und gesangliche Vielfalt ebenso.
Das Besondere ist aber das Zusammenspiel in der Stiftsruine. Der Ort macht aus guten Stücken und Inszenierungen etwas Unverwechselbares und Besonderes. Da das Stück in diesem Jahr erst im August auf dem Spielplan stand, kommt bei früherer Dunkelheit auch das Lichtkonzept voll zum Tragen, das mit Licht und Schatten und wunderbaren Farben die Ruine erstrahlen lässt. Mit dieser "West Side Story" ist den Bad Hersfelder Festspielen genau das gelungen. Holk Freytag tat gut daran, dass er die Produktion seiner Intendantenvorgängerin Elke Hesse wiederaufgenommen hat. Es legt aber auch die Messlatte für das nächste Jahr hoch, wo eine Neuproduktion ansteht.


Zur ersten Spielzeit der "West Side Story" 2010:

Regisseur Matthias Davids bleibt seiner klassisch angelegten Produktion aus dem letzten Jahr treu. Die vielen verschiedenen Charaktere erhalten durch sein Händchen für Personenführung Tiefe und werden mit Leben gefüllt. Dies gelingt ihm allerdings nur durch ein bis in die kleinsten Rollen hervorragend besetztes Ensemble, dem man die Spielfreude anmerkt und das es schafft, die Gangstreitigkeiten der Jets und Sharks glaubhaft über die Rampe zu bringen.

Die beiden Gangs agieren als Einheit. Hervorzuheben sind die Anführer Phillippe Ducloux als Riff und Nivaldo Allves als Bernardo, zwei überragende Schauspieler und Sänger. Ebenfalls zu erwähnen: Marc Seitz, der mit "Gee, Officer Krupke" einen unterhaltsamen Showstopper liefert. Maaike Schuurmans ist, wie bereits im letzten Jahr, eine schauspielerisch und gesanglich sehr starke Anita, die es schafft alle Stimmungen dieser Rolle nachhaltig zu vermitteln.

Erwähnenswert auch in diesem Jahr ist die Choreographie von Melissa King, die selbst bei der verregneten Premiere und der damit äußerst rutschigen Bühne eine wahnsinnige Wirkung hatte. In Verbindung mit der dezent, aber wirkungsvoll gesetzten Beleuchtung der Stiftsruine, den Kostümen von Judith Peter und der Kulisse von Heinz Hauser entwickelt sich ein zauberhafter Musicalabend, der viele eindringliche Momente bietet. Getragen wird der Abend durch das bombastisch aufspielende Orchester unter der Leitung von Christoph Wohlleben.

Hersfelds Tony blieb der Show aus dem letzten Jahr erhalten. Christian Alexander Müller ist ein begnadeter Schauspieler und Sänger, der sowohl den Macho, als auch den Romeo mit Gespür für Timing und viel Gefühl darstellt. Die Maria ist mit Katharina Schrade neu besetzt. Ihr Temperament und ihr liebevoller südländischer Akzent lassen vergessen, dass sie die Maria nur darstellt, man nimmt ihr die anfängliche Naivität der Figur, etwa in der "Hochzeitsszene", glaubhaft ab. Und auch im späteren Verlauf, besonders bei Tonys Tod, überzeugt ihre dramatische Darstellung durchweg. Gerade die Szenen im Zusammenspiel mit Müller sind auch gesanglich sehr intensiv und lassen einen die verbotene Liebe der beiden glaubhaft nachvollziehen.

(Text: Jens Alsbach)


Zur ersten Spielzeit der 2009:

Zwei meterhohe, halbrunde Gitterwände auf Rollen, die mal als Käfighälften, mal als Kletterwände dienen - sonst nichts. Regisseur Matthias Davids und sein Bühnenbildner Heinz Hauser kommen mit minimaler Kulisse aus, ergänzen diese mit Requisiten wie Kleiderpuppen, Holzkisten oder einem Bett und vertrauen ansonsten auf die enorme Ausstrahlung und Spielfreude ihres Ensembles. Das ist bis in die Nebenrollen hervorragend besetzt. Die "eingeborenen" Jets, angeführt von Philippe Ducloux als Riff, und die puertoricanischen Sharks, mit Nivaldo Allves als Bernardo an der Spitze, spielen und singen auf hohem Niveau und tanzen schlichtweg überragend. Jeder Schritt passt, jede Bewegung sitzt; die an die Originalinszenierung angelehnten Choreografien von Melissa King entfalten auf der breiten Bühne ihre volle Wirkung. Ganz besonders eindrucksvoll gelingt die "Tonight"-Reprise, deren Umsetzung mit ansteigender Intensität in Musik und Tanz bis zum emotionalen Schlusston einen jener großartigen Theatermomente erschafft, wie man sie nur sehr selten erleben darf. Einen großen Anteil daran hat das 23-köpfige Orchester unter der Leitung von Christoph Wohlleben, das mit großem technischen Können und dem richtigen Gespür für Dynamik und Rhythmus Leonard Bernsteins bahnbrechendem Score vollauf gerecht wird.

Regisseur Matthias Davids bleibt durchgängig bei einer klassischen, an der Originalinszenierung orientierten Personenführung und erfindet den Stoff nicht neu. Es gelingt ihm und seinen Darstellern, die Beziehungen der Charaktere untereinander sowie ihre Hoffnungen und Träume glaubhaft zu transportieren. Timing und Tempo passen trotz weiter Wege auf der übergroßen Bühne jederzeit, es entstehen nie unnötige Pausen.

Maaike Schuurmans ist eine mutige, emanzipierte Anita mit Herz und großer Stimme. Sie punktet besonders bei "America" mit fetzigem Gesang und Tanz, spielt in der Vergewaltigungsszene gegen Ende eindrücklich und fügt sich ansonsten perfekt ins Ensemble ein. Leah Delos Santos schafft es dagegen trotz sicherem Sopran und einem gehörigen Schuss südländischen Temperaments nicht, ihrer Maria genügend Glaubwürdigkeit zu verleihen: Für einen Teenager ist sie einfach ein paar Jahre zu alt - zu bemüht sind ihre Versuche, naiv und süß zu wirken. Erst in der Verbitterung nach Tonys Tod kann Delos Santos zeigen, dass sie auch eine gute Schauspielerin ist. Christian Alexander Müller als ebenfalls sehr erwachsener Tony spielt bei "Maria" die große Bandbreite seiner gesanglichen Fähigkeiten aus: Er singt den Titel gefühlvoll und ganz ohne erkennbare Anstrengung, wechselt mühelos zwischen leisen und kraftvollen Passagen, zwischen Brust- und Kopfstimme - ein begnadeter Sänger! Die Duette mit Delos Santos gelingen ebenso, beide schwelgen lustvoll in den großen Melodien von "Tonight" und "Somewhere". Aber auch für Delos Santos und Müller gilt: Sie sind Teil eines Ensembles, das als Ganzes aus der Inszenierung dieses ganz und gar nicht angestaubten Klassikers ein unvergessliches Erlebnis macht.
(Text: Daniel von Verschuer)

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(Text: mcl)




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Kreativteam

RegieMatthias Davids
Musikalische LeitungChristoph Wohlleben
ChoreographieMelissa King
BühnenbildHeinz Hauser


Besetzung

Besetzung 2011

TonyChristian Alexander Müller
MariaKatharina Schrade
RiffPhilippe Ducloux
ActionMarc Seitz
Baby JohnMiha Podrepsek
A-RabRobin Poell
Big DealMorgen O'Brien
DieselNeil Dolan
Gee-TarAlan Byland
Snow BoyAxel Baer
MouthpieceMerlijn Wolsink
DocManfred Stella
SchrankFrank Jordan
KrupkeHeinrich Cuipers
GraziellaSamantha Turton
VelmaRachel Perry
ClariceSabrina Stein
Anybody'sAriana Schirasi-Fard
MinnieDoris Warasin
BernandoNivaldo Allves
AnitaMaaike Schuurmans
ChinoNielson Soares
PepeKurosch Abbasi
LuisFrancisco Pimentel
NibblesFriedrich Bührer
JuanoRobert Schmelcher
AnxiousHunter Jack
RosaliaOlivia Limina
ConsuelaIris Makris
TeresitaYara Hassan
EstellaSylvania Pen
FranciscaSuzana Novosel



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


27961
2010 - ich komme!

17.08.2009 - Da die Spielzeit schon zu Ende ist:
Vermutlich ehr unabsichtlich lies man bei der Derniere verlauten, dass es 2010 eine Wiederaufnahme gäbe - bestmöglich mit derselben Cast!
Wenn ja: Völlig zurecht!

Das Beste, was die scheidende Intendantin auf die Bühne gebracht hat - dies nach Jahren der Entbehrung und schlechten Inszenierungen.

Alle Darsteller sind massiv zu loben. So sah ich die völlig verregnete Derniere, und das Ensemble tanzte, sang und sprang, als hätten wir bestes Wetter. Bewundernswert.
Herauszuheben neben den Hauptdarstellen ist Marc Seitz, der alle seine Auftritte zu einem Erlebnis machte!

Bitte komplett wieder nächstes Jahr.

Thorsten Wulf (8 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


27843
Mitreißende Unterhaltung

18.06.2009 - Kein leerer Platz am Premierenabend. Glücklich, wer eine Karte ergattern konnte - wir hatten gleich zwei und freuten uns doppelt.
Vom ersten Augenblick war man gefesselt. Die gigantische Kulisse der Stiftsruine in Bad Hersfeld wurde von den Tänzern erst gefüllt und dann übernommen. Irgendwann sah man nur noch sie, alles andere trat in den Hintergrund.
Die knapp zweieihalb Stunden (ohne Pause) dauerten gefühlte zwanzig Minuten, so mitreißend war die Show.
Eine bezaubernde Maria und ein gefühlvoller Tony gaben ein Paar ab, mit dem man leidenschaftlich mitlitt und mitliebte.
Alle weiteren Rollen waren mit hervorragenden Darstellern besetzt. Einige wenige zu erwähnen, hieße den anderen Unrecht zu tun.
Heimlicher Hauptdarsteller des Abends waren ohnehin die phantastisch choreografierten Tanzszenen. Ob langsam und gefühlvoll oder rhythmisch oder dramatisch, immer waren sie überraschend neu, spannend, inteligent und witzig.
Besonders blieb uns im Gedächtnis: Die wunderbar entrückte Traumsequenz, gekrönt durch ein magisch hingehauchtes Solo im Bann des Mondlichtes.
Bravo! Nicht nur wir riefen das am Ende der Show - erst nach einer Viertelstunde stehender Ovationen gaben die Zuschauer nach und ließ die Darsteller von der Bühne.
Muss man noch erwähnen, dass alle Vorstellungen bereits ausverkauft sind? Wir würden uns wünschen, es gebe wenigstens noch ein oder zwei Zusatztermine.

Frank Bender (erste Bewertung)


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Handlung
Der Amerikaner Tony verliebt sich in die Puertorikanerin Maria. mehr

Weitere Infos
Leonard Bernsteins moderne Adaption der Romeo-und-Julia-Geschichte mit Texten von Stephen Sondheim ist eines der bekanntesten Musicals überhaupt. Die Uraufführung fand am 26. September 1957 im Winter Garden Theatre in New York statt. Die Verfilmung des Musicals aus dem Jahr 1961 wurde mit zehn Oscars honoriert. 1968 wurde das Musical in der Wiener Volksoper zum ersten Mal in deutscher Sprache gezeigt. Die deutsche Fassung stammt von Max Colpet und Walter Brandin.

 Kurzbewertung [ i ]
(dv)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ein herausragendes Ensemble adelt eine solide Inszenierung.

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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