Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Jekyll & Hyde


Schauer-Drama

Jekyll & Hyde

Wie weit liegen 'gut' und 'böse' auseinander?


Radikale Neuinszenierung und -interpretation des Wildhorn-Klassikers in postmoderner Optik - innovativ und mutig, aber nicht unproblematisch. In den Hauptrollen: Kasper Holmboe, Sigrid Brandstetter und Caroline Kiesewetter.

(Text: Claudia Leonhardt)

Premiere:22.11.2008
Letzte bekannte Aufführung:17.06.2009


Regisseur Philipp Kochheim wagt sich an eine radikale Neuinterpretation von Wildhorns viktorianischem Grusel-Thriller. Es ist nicht die durchgängige und konsequente zeitliche Versetzung in die Moderne, die überrascht – die Lüneburger Inszenierung ist bei weitem nicht die erste, die die Handlung aus dem düsteren 19. Jahrhundert ins hippe Handy-Zeitalter verlegt. Doch Kochheim geht einen Schritt weiter: fernab vom pseudo-wissenschaftlichen Aberglauben, Jekylls Elixier erschaffe mit Hyde eine völlig andere, bösartige Person, verursacht die Einnahme der Chemikalie hier vielmehr einen bloßen Abbau von Jekylls Hemmungen. Vom animalischen Monster mit wilder Mähne und Fellmantel, das schon rein optisch meilenweit vom netten, geschniegelten Dr. Jekyll entfernt ist, muss man sich in dieser Inszenierung gänzlich verabschieden. Arrogant und aufbrausend ist Jekyll schon vor seinem Experiment. Wenn er schließlich zu Hyde wird, dann ist das weniger eine Verwandlung im eigentlichen Sinne als vielmehr eine extreme Steigerung seiner negativen Eigenschaften und seiner unterdrückten gewalttätigen Impulse.

Es ist ein interessanter, moderner Ansatz, den man versucht, konsequent ins Stück einzuweben: nicht nur szenisch und darstellerisch, sondern auch mit etlichen Textveränderungen – zum Teil offensichtlichen (Textstellen wie "Wer ist diese Kreatur in mir?" bei der "Verwandlung" werden gestrichen), oft auch nur subtilen Abwandlungen. Die Grenze zwischen Jekyll und Hyde verschwimmt im Laufe des Stücks zunehmends. "Ein gefährliches Spiel" beispielsweise wird zum Duett zwischen Lucy und Jekyll, was dem Lied eine völlig neue Bedeutung gibt: die Affäre ist nicht gefährlich, weil Lucy weiß, dass sie sich mit einem sadistischen Psychopathen einlässt, sondern weil ihre Beziehung zu Jekyll verboten ist und keine Zukunft hat.

Doch so spannend diese Interpretation ist und so viel Mühe sie sich gibt, die übernatürlichen Elemente des Originals rationell zu erklären, am Ende stößt sie doch an die Grenzen der Logik. Denn wenn Hyde und Jekyll unverkennbar ein und dieselbe Person sind, warum geht Lucy dann völlig ahnungslos zu Jekyll, um ihre von Hyde beigebrachten Wunden behandeln zu lassen? Ebenso unverständlich ist Pooles Rolle, der weiter seelenruhig als Jekylls Assistent arbeitet, nachdem Hyde versucht hat, ihn im Aquarium zu ertränken.

Die Nebenrollen bleiben in der auf knapp zwei Stunden gerafften Inszenierung allgemein recht zweidimensional, so dass der Fokus noch stärker als sonst auf die drei Hauptcharaktere gelenkt wird. Kasper Holmboe ist ein charismatischer Jekyll, der allerdings zu keinem Zeitpunkt wirklich Sympathieträger ist. Den fließenden Übergang vom hitzköpfigen Jeykll zum mordenden Hyde stellt er mit intensiver, detailverliebter Darstellung ebenso überzeugend dar wie seine Beziehungen zu Lisa und Lucy. Lisa darf in dieser Fassung des Stoffes mehr sein, als nur die liebende, zurückhaltende Verlobte, die Jekyll den Rücken freihält, und wird von Sigrid Brandstetter als begehrenswerte, starke, stolze Frau dargestellt. Caroline Kiesewetter hat das Publikum – und Jekyll – ab ihrem ersten Auftritt mit "Schaff die Männer ran" voll in der Hand. Dass auch bei der Rolle der Lucy leicht gekürzt wurde, fällt hinsichtlich ihrer leidenschaftlichen und stimmlich starken Darbietung kaum ins Gewicht.

Erwähnenswert ist auch das weitgehend statische, aber bis ins kleinste Detail perfekt durchgestylte Bühnenbild von Barbara Bloch, das Jekylls stylisches Designerloft mit High-Tech-Labor zum Leben erwachen lässt, sowie die bedrohlich wirkende Massenszene zum Auftakt des zweiten Aktes, in der ein dunkel gekleideter Mob mit Taschenlampen durch die Zuschauerreihen zieht, um den Mörder zu suchen.

Das fulminante, ebenfalls stark veränderte Finale entschädigt letztendlich für so manchen Logik-Fehler, der an der Inszenierung stören mag. In der Konfrontation ringt Jekyll mit Hyde (bzw. mit sich selbst) um eine Pistole. Jekyll triumphiert am Ende des Liedes, doch anders als in den gängigen Inszenierungen ist dieser Triumph nicht die scheinbare mentale Befreiung von seinem bösen Alter Ego durch pure heroische Willenskraft, sondern einzig der Sieg über Hydes Versuche, die Waffe von sich weg zu schieben. Jekyll erschießt sich am Ende der "Konfrontation" und sorgt damit für einen weit größeren Schockeffekt, als normalerweise bei seiner erneuten Verwandlung nach dem scheinbaren Happy End in der hier völlig fehlenden Hochzeitssequenz. Lisa findet die Leiche im Labor und singt ein verzweifeltes "Da war einst ein Traum", während das Ensemble im Hintergrund eine letzte Reprise von "Fassade" anstimmt. Unbeobachtet von den anderen nimmt unterdessen der von Eifersucht und Neid zerfressene Simon Stride eine Probe von Jekylls Elixier ein. Noch während sich die ersten Wirkungen zeigen und Stride allem Anschein nach zu einem neuen Hyde wird, senkt sich unheilvoll der Vorhang. Fortsetzung folgt – in den Köpfen der Zuschauer.


(Text: Claudia Leonhardt)




Verwandte Themen:
News: Holmboe spielt Jekyll in Lüneburg (03.10.2008)



Kreativteam

Regie Philipp Kochheim
Musikalische Leitung Urs-Michael Theus
Bühne Barbara Bloch
Kostüme Sabine Meinhardt


Besetzung

Dr. Jekyll /Mr. HydeKasper Holmboe
Lisa Sigrid Brandstetter
Lucy Caroline Kiesewetter
Sir DanversHarro Korn
UttersonFriedrich von Mansberg
Simon StrideKristian Lucas
Poole Marc Westphal
Lady BeaconsfieldAgnes Müller
Bischof Uwe Salzmann
General Lord GlossopOliver Hennes
Sir Archibald ProopsWolfgang Marchetto
Lord SavageHans-Wittich Karsten
Spider Ferdinand Steinhöfel
Priester Sascha Littig



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


27595
Gut, aber....

13.03.2009 - Die Show hat viele interessante Ideen - allen voran, natürlich die zeitliche Komponente. Das geschehen ins Heute zu übertragen funktioniert sehr gut, auch wenn dadurch natürlich einige "Stimmungsfaktoren", wie das düstere London, die besondere Kleidung, die ggesamte Atmosphäre usw. auf der Strecke bleiben. Dafür gibt es andere Dinge, die Klasse sind, wie z.B. die Videoaufnahmen, die Mikrowelle usw.
Die Gesangsleistungen waren durchweg sehr gut - aber gibt es eine neue Übersetzung??? Mir kamen die Texte teilweise sehr dümmlich und einfach vor...oder konnte ich sie nur zum ersten Mal richtig verstehen?
Leider ist Herr Holmboe kein guter Schauspieler, so dass die Wandlung zwischen J. und H. nur durch den Kontext versucht werden musste herauszufinden - das war oft nicht leicht. Oder war es Regie-Idee hier keinen Unterschied zwischen Gut und Böse zu machen? Dann versteht man allerdings nicht, warum, die Protagonisten des Stückes nicht erkannt haben, dass es sich bei J. und H. um die gleiche Person handelt - hier wurde es dadurch ziemlich unverständlich und konfus...
Gerade die Rolle des "Pool" - der übrigens sehr gut spielte - konnte ich nicht verstehen, weil es eben nicht herauskam, warum er seinen Chef nicht erkannt hat...?!?!?
Leider war dies nicht die einzige unverständliche Sache, so dass ich der Regie/ Dramaturgie nur ein ungenügend bescheinigen kann.
Kann mir jemand erklären, wo das ganze überhaupt gespielt hat.... war es eine (sehr teure) Wohnung mit Labor - in die jeder rein und raus spazieren konnte, wie er/sie wollte? War es ein Labor mit Wohnung - dann wundert mich sehr, was dort alles "neben" der Arbeit noch passiert. Kurz um - das Bühnenbild sah wunderbar aus - war der Geschichte bzw. der Logik jedoch überhaupt nicht dienlich. Zum Quartett erscheinen plötzlich Lisa und ihr Vater aus der Küche - jedenfalls holte sich Lisa vorher aus der selben Tür etwas zu Essen...
Zum Schlussbild kommen plötzlich alle Überlebenden aus dem Saal wo im ersten Akt das Buffet aufgebaut war...was haben die da wohl die ganze Zeit gemacht?
Dann dieser merkwürdige Glaskasten, der zwar für nette Effekte sorgte, aber mehr als fragwürdig im Raum stand....weder die Aufgabe der Tänzer, noch warum Lucy und der Bischof sich zwischendrin darin "verirrten" wurde mir klar.
Richtig schlecht war leider auch das Opening "Fassade"- da hier leider keiner der Anwesenden eine Idee hatte, welche Geschichte er/sie spielen soll - bzw. dies nur halbherzig tat, so dass es ein undurchsichtiges Gewusel und peinliches Rumstehen wurde. Dabei waren ja gute Ideen da... ich verstehe nicht, wieso hier nicht besser gearbeitet wurde.
Andererseits war der Beginn 2. Akt "Mörder" sehr gut gelungen! Es bleibt ein gemischtes Gefühl, wobei den DarstellerInnen keine Schuld zukommt - es ist aus meiner Sicht eher eine Sache von undurchsichtiger Regie und leider fehlender Dramaturgie....

Lorenz (55 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


27540
Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche....

24.02.2009 - Dieses Zitat hat man in Lüneburg vorzüglich umgesetzt.
Eine gestraffte, auf das Wesentliche reduzierte Inszenierung, die durch die 3 Hauptdarsteller phänomenal umgesetzt worden ist.
Für alle J&H-Fans ein unbedingtes Muss, den Weg nach Lüneburg anzutreten.
Ach ja, die arme Katze.....

Embudu (2 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


27451
Anders- aber gut!

02.02.2009 - Die Show habe ich mit anfänglicher Skepsis besucjt- aber diese ist schnell einer Überzeugung gewichen, daß Jekyll und Hyde auch in die gegenwart transportiert sehr gut funktioniert. Projekt gelungen!

allegria64 (2 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


27221
Dr. Jekyll hat 2 Frauen und bringt Leute um.

27.11.2008 - Auf diesen Satz lässt sich die Lüneburger Version von Jekyll & Hyde zusammenfassen. Mehr hat Regisseur Philipp Kochheim nicht erzählt. Oder zumindest hat man nicht mehr verstanden von dem was da auf der Bühne passierte. Das, was für mich immer den besonderen Reiz dieser Geschichte ausmachte; das Spiel mit den Gegensätzen (gut – böse, arm – reich, etc.) und die Erkenntnis, dass man sie doch manchmal gar nicht so genau unterscheiden kann wurde konsequent unterbunden.Da man (lt. Programmheft auch so gewollt) nie genau unterscheiden konnte, wann jetzt Jekyll und wann Hyde auf der Bühne agiert war man also auch nicht in der Lage Sympathie für Jekyll zu entwickeln oder zu verstehen warum sich zwei Frauen in ihn verlieben. Überhaupt blieben die meisten Charaktere flach. Hat man bei anderen Inszenierungen einen riesigen Hass auf den pädophilen Bischof und hatte tiefes Mitleid mit dem von seiner Verlobten verlassenen Jekyll und auch die Ängste von Lucy vor Edward Hyde oder Spider, (dem Zuhälter, von dessen gutem Willen ihre Existenz abhängt) miterlebt, konnte man die Beweggründe der Figuren in Lüneburg oft nicht verstehen und nachvollziehen. Auch sollte wohl Lisa in dieser Inzenierung einmal nicht "das blonde Seelchen sein, als dass sie so oft dargestellt wird" (auch das stand so im Programmheft). Meiner Meinung nach war Lisa bisher in allen Inszenierungen (gerade weil diese im vor-vorigen Jahrhundert spielen) eine moderne, selbständige Frau, die sich traut ihrem Vater die Meinung zu sagen und bedingungslos zu ihrem unkonventionellen Verlobten steht; ihn jedoch selbstbewußt verläßt, als er sich durch das Experiment so verändert. Aber gerade die Lüneburger Lisa läßt sich von Jekyll einfach wegschicken und wirkt verletzt und unsicher. Das einzige was sie (scheinbar) als moderne, "taffe" Frau erscheinen lassen soll ist ein angedeuteter Oral-Verkehr. Nun ja! Grundsätzlich war die Idee die Geschichte in die heutige Zeit zu verlegen gar nicht schlecht. Es gab viele interessante Ansätze und Ideen die das Stück trotz allem sehenswert machen. Das Ensemble machte seine Sache gut, alle sangen und spielten toll und die Darsteller können ja auch nichts dafür dass das Tempo der Stücke so langsam und das Orchester zu laut ausgesteuert war.

Irina (8 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


27204
Sehr gelungene Aufführung

23.11.2008 - Ich war gestern, den 22.11.08, in der Premiere des Musical Jekyll & Hyde in Lüneburg und von der Inszenierung und Aufführung des Stückes sehr angetan. Ich werde es mir sicherlich noch einmal ansehen.
Da ich dieses Musical bisher noch niemals gesehen habe konnte ich die Aufführung vollkommen unbeschwert geniessen, da ich nicht weiß, welche Teile fehlten und was beispielsweise in Bremen möglicherweise anders gelöst wurde.

Mir hat die Lüneburger Aufführung sehr gut gefallen. Sie ist durchgängig spannend inszeniert und langweilte mich zu keiner Zeit.Die Hauptrollen waren sehr gut besetzt und auch das Bühnenbild sagte mir sehr zu.Die Lüneburger Inszenierung spielt allerdings in der heutigen Zeit und nicht im Viktorianischen Zeitalter. Somit erlebt der Theaterbesucher hier keinen von der Ausstattung her prachtvollen Kostümschinken mit aufwendigem Bühnenbild, sondern eine gut ausgearbeitete Charakterstudie mit einigen Schockelementen. Die Lüneburger Aufführung lebt besonders von den großartigen Darstellern und der ausgefeilten Schilderung und Dramaturgie der Handlung. Von der eigentlichen Geschichte ablenkendes Beiwerk gibt es kaum.

Kasper Holmboe als Jekyll/Hyde spielte seine Rolle sehr glaubwürdig auf hohem darstellerischen Niveau und mit offensichtlicher Spielfreude. Auch sängerisch und sprachlich konnte er größtenteils überzeugen. Allerdings konnte man ihn in der 1.Hälfte der Aufführung bei einigen weniger wichtigen Sologesangsstücken und Ensembles akustisch nicht immer gut verstehen, da entweder das Mikro nicht richtig eingestellt war oder das Orchester zu laut war und er etwas zu leise sang. In der 2.Hälfte der Aufführung war von diesen Anfangsproblemen bei ihm allerdings nichts mehr zu hören. Highlights seiner Darstellungskunst waren die Szene im ersten Teil, in welcher er seinen ersten Selbstversuch startet und seine Gefühle und Gedanken penibel aufzeichnet, das erste Auftreten der Hyde-Seite bei ihm und die fantastische Schlußszene, in der Jekyll verzweifelt versucht, die bösartige Hyde-Hälfte in sich zu verdrängen und dadurch die ganze Schizophrenie des Charakters Jekyll/Hyde deutlich wird. Holmboe ist besonders in den dramatischen und emotionalen Szenen, in denen das innere Wesen des Charakters deutlich wird, darstellerisch und meistens auch sängerisch ausgesprochen stark.Leider wurden die Liebesbeziehungen zu Lucy und Lisa in der Lüneburger Aufführung sehr zurückhaltend inszeniert und spielen somit nur eine geringe Rolle. Der Schwerpunkt dieser Aufführung liegt eindeutig bei der inneren Zerrissenheit und Schizophrenie von Jekyll/Hyde und deren negativen Folgen für sein Umfeld, seine Freunde und seine Mitarbeiter.Dieses bringt Kasper Holmboe überaus überzeugend mit seiner Charakterdarstellung herüber. Ich fand es im übrigen sehr gut, dass sich das Aussehen von Jekyll/Hyde in der Lüneburger Aufführung nicht je nach der gerade vorherrschenden Wesenshälfte verändert, sondern diese Veränderung lediglich durch die darstellerische Leistung des Akteurs deutlich wird.

Auch die übrigen Hauptrollen und viele Nebenrollen waren sehr gut besetzt und meistens auch gut charakterisiert. Bei den weiblichen Hauptrollen gefiel mir besonders Sigrid Brandstetter als Lisa,die auch die beste Gesangstimme aller Mitwirkenden hatte. Leider gibt es nur relativ wenige Szenen mit ihr. Caroline Kiesewetter verkörperte die Lucy und ihre Gefühle und Träume sehr überzeugend und hat ebenfalls eine recht gute Stimme. Man merkt ihrer Stimme allerdings an, dass sie sehr häufig Jazz und Rockmusik singt. Daher war auch ihr Auftritt als Nachtclubsängerin sängerisch und darstellerisch besonders gelungen. Auch zwischen ihr und Jekyll/Hyde gibt es nur wenige Liebesszenen, die allerdings etwas mehr Erotik aufwiesen als die mit Lisa.
Eine positive Überraschung war Harro Korn als Sir Danvers, der trotz seiner Herkunft vom Schauspiel nicht nur gewohnt gut spielte und sprach, sondern auch recht gut sang.
Friedrich von Mansberg als Jekylls Freund und Partner Utterson, Marc Westphal als Assistent Poole, Kristian Lucas als Jekylls Gegenspieler Simon Stride und Uwe Salzmann als Bischof spielten ebenfalls sehr überzeugend und glaubhaft und wurden auch gut charakterisiert.
Der Theaterchor belebte das Geschehen und sang meistens sehr sauber und sicher, allerdings war die Textverständlichkeit des Schlußchores am Stückende zumindest in den hinteren Reihen leider sehr schlecht, da das Orchester, welches ansonsten sehr gut war, hier eindeutig etwas zu laut spielte und der Chor zu leise war.Ein besonderes Highligt der Lüneburger Aufführung ist für mich die grosse Chorszene zu Beginn des 2.Teils, in der nach dem Massenmörder gesucht wird. Das Publikum wird hier geschickt in die Handlung miteinbezogen und durch die Dramaturgie dieser Szene werden Massenhysterie und Selbstjustiz als negative Folgen emotional aufrührender Morde überaus deutlich.

Ich kann die Lüneburger Aufführung allen Fans intelligenter, anspruchsvoller und ernster Musicals nur wärmstens empfehlen. Humor, Klamauk und unterhaltsame Tanznummer sucht man hier allerdings vergeblich. Dieses würde auch nicht zur eigentlich düsteren Handlung passen. Die Musik ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, da es sich bei vielen Sologesangsstücken, besonders solchen von Jekyll/Hyde, um eine Art Sprechgesang handelt. Es gibt allerdings auch sehr anspruchsvolle Gesangsnummern für Jekyll/Hyde, die dessen Gefühle, Gedanken und unterschiedlichen Charakterzüge musikalisch ausgesprochen gut schildern. Diese bot Kasper Holmboe sängerisch und darstellerisch überzeugend dar. Besonders bei den Duetten, Ensemblesätzen und Chören gibt es allerdings auch viele musikalisch sehr schöne und klangvolle Musikstücke.

gudrun b (2 Bewertungen, ∅ 4.5 Sterne)


27201
Neuaufführung gelungen

23.11.2008 - Die Besucher des Musicals erwartet nicht die übliche Bremen- oder Wienversion. Die komplette Show wurde in die Neuzeit verlegt, leider nicht in jeder einzelheit. Die drei Hauptdarsteller waren zu jederzeit präsent. Sehr gute Begleitung durch das Orchester, manchmal wäre eine Rücknahme sicherlich wünschenswert um den guten Stimmen mehr Raum einzuräumen. Insgesamt fehlen mir ganz persönlich ein paar Momente aus den Aufführungen in Bremen und Wien. Des Weiteren fand ich auch die "Mörderszenen" etwas sehr schnell in der Abfolge und nicht gut umgesetzt.

Insgesamt aber ein gute Show mit einem tollen Team. Ein Besuch für Jekyllfans kann ich nur empfehlen. Wer die Show in Bremen nicht mochte, wird diese wohl auch nicht mögen. :-)

SvenHH (erste Bewertung)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater
An den Reeperbahnen 3
D-21335 Lüneburg
+49 4131 42100
Email
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 Jekyll & Hyde (Dortmund)
 Jekyll & Hyde (Gera)
 Jekyll & Hyde (Halberstadt)
weitere Produktionen finden

 muz-Lexikon
Handlung
Der junge Arzt Henry Jekyll will das Gute vom Bösen im Menschen trennen - um das Böse zu eleminieren und die Menschheit vom Wahnsinn zu befreien. mehr

Weitere Infos
Das Musical von Frank Wildhorn (Musik) und Leslie Bricusse (Texte) basiert auf dem vielfach verfilmten Roman von Robert Louis Stevenson. Uraufgeführt wurde es 1990 in Houston - die Doppel-CD halten viele Fans immer noch für die beste Aufnahme der Show. 1997 kam das Musical an den Broadway. 1999 erlebte es unter der Regie von Dietrich Hilsdorf seine europäische Erstaufführung in Bremen (in der Übersetzung von Susanne Dengler, die auch die Lisa spielte). Diese Produktion wurde auch in Wien und Köln gezeigt. Seit März 2007 (Premiere in Chemnitz) gehört "Jekyll & Hyde" im deutschsprachigen Raum auch zum Stadttheater-Repertoire.

 Leserbewertung
(6 Leser)


Ø 3.50 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

LESETIPPS


Service-Stücke aus der muz-Redaktion:
Tipps für Musicalreisen nach London
Tipps für Musicalreisen an den Broadway
Tipps für Hobbysänger (von Eberhard Storz)
Alle Musical-Open-Airs im Überblick
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;