Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Der kleine Lord


Uraufführung

Der kleine Lord

Von der Wandlung eines Menschen


Alle Jahre wieder flimmert zur Weihnachtszeit die rührselige Geschichte über einen kleinen Jungen, der mit seiner unbekümmerten Art seinen hartherzigen Großvater zu einem liebevollen Opa bekehrt, über die Fernsehbildschirme. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der dem Film von 1980 zu Grunde liegende Roman von Frances Hodgson Burnett für die Musicalbühne adaptiert wurde. Ob dieser Version von Konstantin Wecker (Musik), Christian Berg und Melanie Herzig (Buch, Regie) allerdings ein ähnlich lang anhaltender Erfolg beschieden sein wird, ist fraglich.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:05.12.2007
Rezensierte Vorstellung:18.12.2008
Letzte bekannte Aufführung:31.12.2008


"Mich laust der Affe" ist der am häufigsten gesprochene Satz auf der Bühne. Abgesehen davon, dass er kaum zu einem Jungen des 19. Jahrhunderts passt, könnten diese Worte besser illustrieren, was der Zuschauer empfindet. Hauptmanko sind die von Christian Berg und Melanie Herzig mit einem Übermaß an Pathos geschriebenen Songtexte. Wegen der schlecht ausgesteuerten Tonanlage kann das Publikum schwülstige Refrains wie "Freundschaft ist mehr als ein flüchtiges Wort – Freundschaft ist Zeitpunkt bloß und kennt keinen Ort" allerdings erst nach mehreren Wiederholungen im gesamten Wortlaut nachvollziehen.

Die vom Band eingespielte, wenig ohrwurmverdächtige Musik von Konstantin Wecker untermalt die Songs. Hier dominieren vorlagenbedingt Balladen, es erklingen aber auch Irish Folk und Swing. Bei der zornigen Klage des griesgrämigen Großvaters „Ich würde es wieder tun“ bedient sich Wecker hörbar bei Beethovens 5. Sinfonie. Um das Publikum daran zu erinnern, dass ein Musical gezeigt wird, lässt Choreografin Kristin Bauersachs das Ensemble – egal ob es Sinn macht oder nicht – ausgiebig tanzen. Ein unterhaltsamer Glanzpunkt ist hier der "Pinkepinke"-Song mit der Staubwedel schwenkenden Dienerschaft im geschmackvollen Schloss-Ambiente (Bühnenbild: Uli Wolff, Gertie Trautvetter).

Damit das Stück nicht vollkommen in der Rührseligkeit seiner Vorlage versinkt, überzeichnet das regieführende Autorenduo Nebenfiguren wie Pfarrer, Schuhputzer und Ladenbesitzer und führt sie als alberne Knallchargen vor. Dabei hinterlässt die Inszenierung von Christian Berg und Melanie Herzig mehr den Eindruck einer Kindertheateraufführung, denn eines packenden Dramas. Gleichzeitig wirken die Hauptfiguren unglaubwürdig. Der alte Earl of Dorincourt wird zwar ständig als kaltherziger, verbiesterter Mann angekündigt, Erwin Bruhns Darstellung erinnert aber mehr an einen gehbehinderten Opa, der froh ist, in seinem Schloss Gesellschaft zu haben. Seine beiden Songs trägt Bruhn hauptsächliche als Sprechgesang mit schmaler, matter Stimme vor.

In der Titelrolle spielt sich Eva Danner zwar in das Herz ihres Großvaters, ihre kindisch-überzogene Darstellung des Cedric verstärkt jedoch den Eindruck, dass auf der Bühne eben kein Junge, sondern eine als Siebenjähriger verkleidete Frau mit blonder Langhaarperücke umherhüpft. Ihrem Solo „Mein Brief“ bleibt Danner vor allem die Spitzentöne schuldig. Schade, dass Nicole Malengré als patente Mrs. Errol nur ein einziger Song vergönnt ist. Ihre mit Sopran-Wohlklang vorgetragene Ballade vom König und seinem Sohn ist der musikalische Höhepunkt der Aufführung. Auch Sören Kruse als Anwalt Mr. Habisham hebt das gesangliche und darstellerische Niveau über das vorherrschende Mittelmaß in der Solisten-Riege.

Wenn das gesamte Ensemble vor einer geschmückten Tanne als Zugabe a capella ein Weihnachtslied singt, dann stimmt das zumindest milde. Die Aufführung schafft das nicht.


(Text: kw)






Kreativteam

Buch und Regie Christian Berg
Melanie Herzig
Musik Konstantin Wecker
Arrangements Florian Moser
Bühnenbild Uli Wolff
Gertie Trautvetter
Kostüme Josipa Suvalj
Choreographie Kristin Bauersachs


Besetzung

Der kleine LordEva Danner
Earl of DorincourtErwin Bruhn
Mrs. Errol, Cedrics MutterNicole Malangré
Mr. Havisham, der AnwaltSören Kruse
Dick, der SchuhputzerMichael Schüler
Mr. HobbsDietmar Ziegler
ButlerFlorian Göring
Martin Holtgreve
MinnaDaniela Krämer
Mrs. Dawson, EnsemblePaulina Plucinski
Pfarrer MordauntMischa Rugolo
Mrs. Mary, EnsembleJulia Franz
Mrs. Mellon, EnsembleStefanie Lamm
Mrs. Constanzia, EnsembleUlrike Kreisel
EnsembleNadine Ströhm
Sascha Halbhuber-Stead


Frühere Besetzungen? Hier klicken


Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


13 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Ein Musical- nicht mehr, nicht weniger

15.08.2014 - Ich hab dieses Musical gesehen und muss sagen:
1. Schöne Kulisse
2. Ein paar schöne Lieder
3. Schlechte Besetzung
4. Teilweise grauenhafte Lieder

LiveinTheater (99 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Der kleine Lord

17.03.2009 - Die Frage, ob es gefallen hat, darf ich mit einem entschiedenen "Jein" beantworten. Zu stark und übermächtig ist die Vorlage, zu klein und wenig überzeugend die Musicalumsetzung. Offenbar rechnet der Autor mit der Belesenheit der Zuschauer und erzählt deshalb die Geschichte nur teilweise. Wichtige Handlungsverläufe sind ausgespart. Eine Entwicklung des Earls vom griesgrämigen Bösewicht zum bemitleidenswerten und liebevollen älteren Herren wird in dieser Vorlage nicht gestaltet. Ich vermisse die Konzentration auf wichtige Szenen und die Bildung von Handlungsbögen, damit Emotionen und Handlungen verständlich werden.
Erwin Bruhn ist stimmlich sehr souverän, aber nie der böse Griesgram. Die Entwicklung zum geläuterten Earl verpasst die Regie und damit den wichtigsten Bestandteil der Handlung. Der kleine Lord, gespielt von Eva Danner, ist leider so angelegt, wie man es nicht gerne sieht. Sie "gibt" den Jungen und bedient sich dabei allerlei burschikoser Floskeln. Gesanglich bleibt sie ohne Fehl und Tadel. Unverständlich die Choreografien, die weder in die Spielzeit noch ins dieses Musical passen. Mit Ausnahme von Erwin Bruhn wirkten die Herren, als seien sie eben kurz aus "La Cage aux Folles" entliehen. Na ja.
Bühnenbild und Kostüme passen in die Zeit und sind teilweise detailgetreu gearbeitet. Die Musik kommt vom Band - ist auch egal, denn sie ist eher wenig inspiriert. Erkennbar wird der Hang des Komponisten zu schwierigen Rhythmen, die von den Darstellern auch prompt in den Sand gesetzt wurden. Die Entscheidung auch die Sprechszenen mit Mikroports zu verstärken, deren Mikros lieblos mit Pflaster an die Backe geklebt sind, ist weniger glücklich. So entsteht eine große Distanz zwischen Bühne und Publikum. Verständlicher Weise wollte der Funke dann auch überhaupt nicht überspringen. Das Publikum wurde aber erst nach dem Absingen von Weihnachtsliedern aus dem Theater entlassen - applaudieren wollte zu dem Zeitpunkt schon lange keiner mehr.

Hanslick (erste Bewertung)


Mittelmäßig bis gut!

21.12.2008 - Habe mir heute das Musical "Der kleine Lord" mit meinem Sohn angesehen. Bühnenbild und Kostüme sind ganz hübsch, leider fehlt die Hälfte der Handlung. Natürlich kann man nicht alles hineinpacken, was man im Film sieht. Zu viel Musik, kaum Text und zu laut. Die einzelnen Stimmen klingen fast alle gleich nämlich sehr hell. Der Stimmunterschied der einzelnen Interpreten kaum merkbar. Im ersten Teil singen fast alle nur in der Gruppe. Nach der Pause teilweise einzeln. Dadurch sind die unterschiedlichen Stimmen besser herauszuhören. Mich hat es irgendwie gestört, das hier eine Frau den Part des kleinen Lords übernommen hat, obwohl die Leistung sehr gut war. Gesangseinlagen waren teilweise zu langatmig. Die Stimmen klar und deutlich hörbar, ein großes Plus. Die neumodische Musik paßte mit dem alten Stück nicht so ganz überein. Zuviele Tanzeinlagen. Überwiegend nur junge unbekannte Künstler im Hintergrund zu sehen. Die Rolle des Earls wurde meiner Meinung nicht so gut dargestellt. Konnte den Unterschied zwischen dem erst griesgrämigen Earl, der sich später milde und gütig zeigt nicht feststellen. Eine Wandlung fand hier nicht statt, jedenfalls kam sie für mich nicht so rüber wie es hätte sein müssen. Auch hier fehlte der Übergang. Die horrenden Eintrittskarten empfand ich für dieses Stück als zu hoch angemessen. Empfehlenswert: ja, aber eher für Kinder. Dieses Musical gehört meiner Meinung nach nicht in eine Abendvorstellung.

Hermelin (erste Bewertung)


Wundervolle Kostüme, sehr schöne Inszinierung!

03.01.2008 - ICh habe die Uraufführung gesehen und frage mich, was die Leute, denen das Stück nicht gefällt, erwarten?
Christian Berg ist bekannt dafür, dass seine Stücke FÜR KINDER sind! Da kann man doch beim besten Willen kein Broadwaymusical erwarten! Sollte man auch nicht!
Ich selber habe 2 Töchter im Alter von 10 und 12 Jahren. Sie waren begeistert!
Alles in allem war es ein super Abend, sehr schöne Tänze und Lieder und die Kostüme waren SPITZE!
Also, liebe "Kritiker": Hört mehr auf die Kinder, für die das alles gemacht wurde, denn sie sind die Zielgruppe des Ganzen!
An das Team um Christian Berg:
Macht weiter so!
Ich freue mich schon auf das nächste Stück!

M.S.


schlimmer geht es wohl kaum

26.12.2007 - Ich hab die Karten zu Weihnachten geschenkt bekommen und mich sehr auf den Besuch gefreut. Leider war es Katastrophal, schlechte Schauspieler, schlechter Ton, einfach alles unglaubwürdig, die besetzung des kleinen lords erinnert an eine kleinwüchsige frau die die besten jahre schon hinter sich hat, sowas ist mir noch nicht untergekommen, nicht zu empfehlen.

Andreas Grosswohl


peinlich hoch 10

14.12.2007 - eine derart schlecht u. billige produktion habe ich noch nicht erlebt, alleine der "kleine lord" ist eine katastrophe -fehlbesetzung pur!
sehr ärgerlich überhaupt einen euro für die karten ausgegeben zu haben!

sonya hamanns


zwiespältig

13.12.2007 - Ich habe mich sehr auch den kleinen Lord in der Musical-Fassung gefreut. Der Film ist einfach wunderschön und eine sehr schöne Kindheits-Weihnachtserinnerung für mich.
Für mich ist die Bühnenversion kein richtiges Musical. Dafür ist einfach zu wenig Musik vorhanden.
Die Lieder sind sehr gut gelungen. Sie werden auch von allen Darstellern gut gesunden (vor allem von John Wiseman). Auch das Schauspiel ist hier bei allen Akteuren überzeugend.
Leider wurde die Titelrolle mit einer Frau besetzt, die eine sehr weibliche Figur hat. Barbara Obermeier singt und spielt großartig, aber durch ihre Figur und die (wie im Film)langen Haare, gibt sie einfach keinen siebenjährigen Jungen ab.
Viele wichtige Handlungspunkte werden leider einfach nur kurz angedeutet. Die erste Akt ist bereit nach 50 Minuten zu Ende. Viel passiert ist da noch nicht. Trotzdem wird viel Humor (vor allem in den Szenen zwischen dem Earl und dem kleinen Lord) und auch anrührendes (vor allem zwischen der Mutter und den kleinen Lord) in den Zuschauererraum transportiert.
Das Bühnenbild ist gut gelungen, die Pausen zwischen den Umbauten aber teilweise zu lang.
Leider hat der Choroegraf etwas zu schnelle und zackige Bewegungen aufgegeben.
Alles in allem ein schönes und mutiges Projet mit kleinen Schönheitsfehlern (die man bestimmt zum Teil für weitere Produktionen ausbnügeln kann).

Hardy


Kann mich nicht anschliessen

10.12.2007 - Kann mich den Vorschreibern nicht anschließen!
Diese Show ist für die Familie konzipiert und nicht als großes Abendstück für den einzelnen "normalo" Musicalfan gedacht.
Kinder an das Musiktheater heranuführen, gemeinsam mit ihren Eltern und dieses Klassenziel ist voll erreicht!

Robin winklmeier


Zu wenig Musik

10.12.2007 - Die Ouvertüre war sehr vielversprechend - unverkennbar Wecker und dennoch neu. Leider überwog bei weitem der gesprochene Text. Und wenn Musik, dann wusste man sofort, aus welchen Wecker-Liedern die Themen entnommen waren, der "Alte Kaiser", das "Hexeneinmalseins", kurz mal "das muss die Liebe sein" usw., man erinnert sich an "Ludwig 2".
Mehr Musik und diese "extra komponiert" hätte mir besser gefallen, denn Wecker ist eigentlich so gut, dass ich gerne neue auf das Werk hin komponierte Melodien gehört hätte.
Nichts desto trotz war das Publikum angetan, und man darf nicht vergessen dass das Musical für Kinder konzipiert wurde, die auch zahlreich im Publikum vertreten waren.
Bitte deshalb trotzdem kein Popcorn im Theater verkaufen, was Knistern und Knacken zur Folge hat, es war fürchterlich störend (es waren die Erwachsenen, die damit die Aufführung untermalten).
Insgesamt eine stimmungsvolle Geschichte, mit mehr neuer Weckermusik sicher beeindruckender.

g.t.


PEINLICH !

09.12.2007 - ...ich bin musicalFan, ich habe noch nie eine derart schlechte produktion gesehen, jedes schultheater ist besser, leider kann ich dieses musical niemandem empfehlen, schade, denn die urgeschichte vom "kleinen lord" ist ja bezaubernd, schlecht umgesetzt, schlechte darsteller, billige kostüme, unglaubwürdige masken.
kurz, herausgeworfenes geld!
L E I D E R ! ! !

Karin Therez


Mogelpackung

08.12.2007 - Das ist wirklich eine schwache Leistung! Finger weg!

h.c.


HAMMER,HAMMER,HAMMER

07.12.2007 - Das ist ein Weihnachtsmusical, dass zu Herzen geht,
Schöne Musik, tolle Texte, ein wunderbares Ensemble und eine traumhafte Ausstattung.
Berg und Wecker tun gut daran, sich am Film zu orientieren, denn das wollen die Menschen sehen.

David Leuchtner


Verzaubern lassen

07.12.2007 - Sich endlich mal wieder verzaubern lassen - hier geht es.
Habe die Premiere gesehen. Echt klasse.
Super Musik und Texte, tolle Darsteller! Okay, die Story kennt man, aber man stellt fest, dass das Musical mit viel Liebe auf die Bühne gebracht wurde.
Ansehen!

Paddy


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Deutsches Theater
Schwanthalerstr. 13
D-80336 München
089 / 55 234 - 444
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Leserbewertung
(13 Leser)


Ø 2.46 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2018. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

THEATER-TIPPS


Sitzen, Parken, Gastro: Unsere Leser geben Tipps für den Theaterbesuch.
Freilichtspiele Tecklenburg, Neue Flora Hamburg, Operettenhaus Hamburg, Raimund Theater Wien, SI-Centrum Stuttgart.
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;