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Klassiker

My Fair Lady

Es grünt so grün....


Unter dem neuen Intendanten Marc Adam weht ein frischer Wind durch das Stadttheater Bern. Die junge Regisseurin Pascale-Sabine Chevroton überrascht mit einer modernen Version des Loewe/Lerner-Klassikers.

(Text: Gaby Meier-Felix)

Premiere:13.10.2007
Letzte bekannte Aufführung:28.03.2008


Schon zu Beginn des Stücks wird klar, dass bei dieser Lady nichts so ist, wie wir es gewohnt sind. Der klassische, rote Vorhang wurde ersetzt durch ein plakatives Schwarz-Weiss-Prospekt, durch das zur Ouvertüre die Silhouette von Eliza (in Hose und Blouson) mit einem Strauß langstieliger Rosen im Arm sichtbar wird. Wenn sich der Vorhang hebt, wird die Sicht frei auf eine urbane Szenerie mit Straßenkaffee, Bushaltestelle und einem Mann in Eisbär-Kostüm, der Werbeprospekte unters Volk bringt. Und noch etwas wird bereits während der Ouvertüre erkennbar: Chevroton wagt mit ihrer Inszenierung einen interessanten Spagat. Sie lässt neben jugendlichen Hip-Hop-Tänzern auch das Ballett des Stadttheaters Bern mit klassischen Choreographien auftreten, stellt elegante Bistro-Kellner neben Arbeitslose im Patchwork-Outfit – und der Chor des Stadttheaters Bern singt die aktualisierten "konkret krassen" Liedtexte mit opereskem Timbre.

Neben der visuellen Adaption mit einer meist in schnörkellosem Weiß gehaltenen Kulisse und einem futuristisch anmutenden Arbeitszimmer von Professor Higgins sowie den modernen Kostümen liegt die größte Anpassung in der sprachlichen Bearbeitung der Dialoge und Liedtexte. Durch die Ansiedlung der Geschichte im Migranten-Milieu sprechen Eliza und auch Alfred P. Doolittle in "Kanak Sprak". Auch die Charaktere erfahren eine Modernisierung. Eliza ist eine selbstbewusste, junge Frau, welche nicht erst durch die Gleichgültigkeit von Professor Higgins lernt, sich zu wehren. Ihr Vater Alfred ist ein Sozialhilfeempfänger, der die Hürden der Bürokratie zu nehmen versucht. Und Professor Higgins versteckt sich als Muttersöhnchen hinter einer Fassade aus Gleichgültigkeit und frauenfeindlichen Parolen, weil ihm der Mut fehlt, sich dem Wagnis einer Beziehung zu stellen.

Die Szenen dieser Hauptcharaktere sind mit viel Liebe zum Detail und einigen überraschenden Einfällen überarbeitet worden. So bombardiert Professor Higgins seine Schülerin Eliza nicht nur mit pausenlosen Phonetik-Lektionen sondern bei einem Ping-Pong-Match auch mit Tischtennisbällen. Auch optisch sehr gelungen ist die Szene, in der Eliza Professor Higgins klar macht, dass sie nicht mehr in sein Haus zurückkehren wird. Auf einem Holzgerüst steigt Eliza immer höher und höher und singt ihr "Es wird Mai jedes Jahr ohne Dich" am Ende hoch über Higgins, der zu seiner ehemals unterlegenen Schülerin aufschaut. Dass Eliza und Higgins gleichberechtigt sind, zeigt sich nicht zuletzt auch in der Schlussszene, in der sowohl Eliza wie auch Higgins Schritte aufeinander zu machen, um sich schlussendlich in den Armen zu liegen.

Die Ensembleszenen stehen in krassem Widerspruch zu den differenziert bearbeiteten Dialogszenen. Auch hier sind zwar einige witzige Einfälle eingebettet, so zum Beispiel der mit Lottokugeln jonglierende Chor bei "Mit nem kleenen Stückchen Glück", doch wirken die Auftritte des Chores und auch des Balletts sehr gewollt und schwerfällig. Und auch die mutige Idee, eine Hip-Hop-Tanztruppe auftreten zu lassen, wird zum Eigentor, weil Hip-Hop-Bewegungen zur streicher-dominierten Musik von Frederick Loewe einfach nicht passen und so ihre Kraft verlieren.

Trotz darstellerisch und gesanglich einwandfreien Leistungen bleibt deshalb "My Fair Lady" in Bern ein zwiespältiger Genuss.

(Text: gm)






Kreativteam

Musikalische Leitung Daniel Inbal
Inszenierung / Choreographie Pascale-Sabine Chevroton
Bühne Jürgen Kirner
Kostüme Tanja Liebermann
Choreinstudierung Lech-Rudolf Gorywoda


Besetzung

Eliza Anne-Florence Marbot
Henry Higgins Thomas Mathys
Oberst Pickering Peter Zimmermann
Alfred P. Doolittle Robin Belfond
Freddy Andries Cloete
Mrs. Higgins Charlotte Heinimann
Mrs. Pearce Simone Mende
Mrs. Eynsford-Hill Ulrike Schneider
Chor des Stadttheaters Bern

Ballettensemble des Stadttheaters Bern

Berner Symphonie-Orchester




Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


22130
Super toll lustig

31.12.2009 - So gut !

Martine


22172
Alfred Doolitle + Mrs Pearce

31.12.2009 - Besondere Erwähnung verdienen Robin Belfond als Elizas Vater Alfred und Simone Mende als Mrs. Pearce, die altjüngferliche Haushälterin von Higgins. Belfond verleiht seinen Szenen jenen temperamentvoll-authentischen Balkan-Charme, den man ansonsten vermisst. Hinreissend sein schelmisches Lächeln und die gezwirbelten schwarzen Augenbrauen, als er «Mit nem kleenen Stückchen Glück» anstimmt und seine Gefolgschaft mit Lottokugeln jongliert. Mende kokettiert mit der Rolle der zugeknöpften Haushälterin, die mit ihrem überkorrekten Wesen für Lacher sorgt."Berner Zeitung,15/10/07

Seb


22174
soooo lustig,gesanglich super!

31.12.2009 -

"les mis" - Gruppe


24462
Lang aber sehr unterhaltsam!

13.02.2008 - Ich kannte den Film mit Audrey Hepburn noch aus meiner Kindheit und war deshalb ein wenig skeptisch da ie Inszenierung doch sehr modern ist. Hat mir aber sehr gut gefallen und hat Spass gemacht!

Allerdings ist die Show (wie auch der Film) schon ziemlich lang...wenn die Pause kommt, denkt man schon: Oh erst Pause!
Aber mit der super Musik und den hervorragenden Darstellern hält man gut durch!

Daphne


23010
Innovativ

06.12.2007 - sehr mutige Inszenierung, sehr viel Gelungenes, sehr viel Echtes, Herzliches

Florin


22405
man will ja mögen

04.11.2007 - alles war so bemüht und das stück ist gut der rest einfach anders aber in nichts besser

dorit


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