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Beißical

Dracula (Svoboda)

Lass mich an deiner Vene schlabbern!


Das 1995 in Prag uraufgeführte Dracula-Musical (Buch: Zdenek Borovec und Richard Hes) zeigt den zu ewigem Leben verfluchten Vampir-Fürsten in drei unterschiedlichen Epochen: 1499, 1875 und in der Gegenwart. Anders als in anderen Musical-Adaptionen wird der Untote hier nicht von Gegenspielern gejagt, sondern als ein durch die Jahrhunderte irrender Rastloser in einer sehr sehens- und hörenswerten Produktion in den Mittelpunkt gestellt.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:19.01.2008
Letzte bekannte Aufführung:14.01.2009


Der Vampir von heute beißt nicht mehr. Stattdessen geht er zum Doktor und lässt sich auf dem OP-Tisch frisches Blut injizieren. Auch haust er nicht mehr einsam in einem düsteren Schloss. Als cleverer Casino-Betreiber saugt der moderne Vampir per Glücksspiel die High Society aus. Ralf Nürnberger setzt in seiner schlüssigen wie unterhaltsamen Inszenierung ganz auf ausdrucksstarke Bilder. Als Draculas Ehefrau Adriana in Folge einer Totgeburt stirbt, wird ihre Leiche von fünf in Signalrot gehüllten Tänzerinnen auf ihrem letzten Weg begleitet. Diese im Programmheft als Blutengel bezeichneten Frauenfiguren schleppen sich immer dann räkelnd auf die Bühne, wenn neues Unheil droht. Nürnberger lässt den Fürsten würdevoll und distanziert agieren, so dass die Zuschauer fast spüren können, wie Dracula mit seinem eigenen Schicksal hadert. Eine gebrochene Persönlichkeit, die sich nach der ersten Beißattacke im Mittelalter-Bild selbst fragt: "Bin ich noch ein Mensch?".

Die Dracula umgebenden Helfer (drei "Vampiretten" und sein Diener Scapino) sind hingegen skurril überzeichnet. Optisch unterstützt wird dieser Ansatz durch die sehr extravaganten, auf leuchtende Farben setzenden Kostüme von Claudia Rühle. So ist der bleiche Vampir mit schulterlangem schwarzen Haar im schneeweißen Anzug ein wahrer Hingucker. Die knalligen Farbtupfer fallen im ganz in grau gehaltenen, stilisierten Bühnenraum mit einigen wenigen pechschwarzen Möbeln und einer rückwärtigen Projektionsfläche besonders auf (Bühnenbild: Martin Ruprecht). Ein schwarzer Umlauf über dem Orchestergraben schafft weitere Spielmöglichkeiten, während Umbauten hinter einer absenkbaren grauen Wand mit Glitzersteinchen in einem atemberaubenden Tempo vorgenommen werden.

Karel Svoboda hat für dieses durchkomponierte Dracula-Musical eine abwechslungsreiche Partitur geschrieben, die mit einer wuchtigen Chorszene wie eine dramatische Oper beginnt. Der Komponist spielt geschickt mit verschiedenen Stilrichtungen und beweist im Gegenwarts-Bild auch rockige Qualitäten. Der Mix aus schmachtenden Balladen ("Du bist mein Stern"), Hymnen ("Schmetterling") und einem witzigen Show-Stopper ("Sexy musst du sein") wirkt frisch und ist nie anbiedernd. Die vielseitige Norddeutsche Philharmonie unter der Leitung von Volker M. Plangg lässt Svobodas Musik glänzen.

Das hauseigene Musiktheaterensemble scheint bei dieser sehr anspruchsvollen Produktion über sich selbst hinauszuwachsen und wird in der besuchten Premiere zu Recht minutenlang vom Publikum gefeiert. Eine exzellente Wahl ist Olaf Plassa in der Titelrolle. Er ist sowohl ein eleganter Gentleman-Dracula als auch ein von Lebensqualen gepeinigter Untoter. Mit seinem geschmeidigen, vollen Bariton fesselt Plassa ab dem ersten Auftritt. Beindruckend seine Soli, klangvoll und harmonisch der Gesang mit seinen Duettpartnerinnen Anika Lehmann (Adriana/Sandra) und Andrea Höcht (Lorraine). Beide Sopranistinnen setzen ihre kontrastreichen Stimmen schön ein und sind auch im Spiel absolut glaubwürdig. Als Sandra beeindruckt Anika Lehmann darüber hinaus mit laszivem Tanz in der Verführungsszene mit den Damen des Rostocker Balletts (Choreografie: Stephan Brauer). Ines Wilhelm, Anke Lüder und Gabriele Schwabe sind drei stimmstarke, schrille "Vampiretten", Christoph Kayser ein komödiantischer Diener Scapino, der seinen lyrischen Tenor pointiert einsetzt. Der Fluch, den Dracula zum Untoten werden lässt, trägt Olaf Lemme als Priester mit energiegeladenem schwarzen Bass vor. Eine große positive Überraschung sind die stimmstarken Damen und Herren des Opernchores, die in dem Song "Geld" beweisen, dass sie auch spielen und tanzen können.

"Dracula" in Rostock ist ein großer Wurf. Mit Blick auf die aktuelle Spar-Diskussion um das Rostocker Theater ist allen Beteiligten nur zu wünschen, dass die finanziellen Mittel weiter fließen und das Haus nicht ausblutet.


(Text: kw)




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News: Zweimal Dracula in Mecklenburg-Vorpommern (25.08.2007)



Kreativteam

Musik Karel Svoboda
Libretto Zsenek Borovec
Richard Hes
Deutsche Übersetzung Michael Kunze
Musikalische Leitung Volker M. Plangg
Inszenierung Ralf Nürnberger
Choreografie Stephan Brauer
Bühnenbild Martin Rupprecht
Kostüme Claudia Rühle


Besetzung

DraculaOlaf Plassa
Adriana/ SandraAnika Lehmann
Lorraine Andrea Höcht
Scapino, NarrChristoph Kayser
PriesterOlaf Lemme
Nick/ StevenTomas Tomke
MönchTitus Paspirgilis
1. NympheInes Wilhelm
2. NympheAnke Lüder
3. NympheGabriele Schwabe



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


13 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


24070
Großartiges Ensemble

31.12.2009 - Schade, dass die Rezension von Kai Wulfes (s. Seitenanfang) nicht in der "Ostsee-Zeitung" und in den NNN zu lesen war. In diesen beiden Rostocker Tageszeitungen erschienen dagegen Rezensionen, die wohl viele potentiellen Besucher abhalten werden, Karten für die „Dracula-Aufführung“ zu kaufen. Schade für das Volkstheater Rostock. Schade vor allem für das großartige (!) Ensemble dieser Aufführung.
Wir sind mit großer Neugier und ebenso großen Vorbehalten (Fans von „Der Tanz der Vampire“!) zur Premiere gegangen, gehörten am Ende jedoch zu den „Bravo-Rufern“. Die Rezension von Kai Wulfes können wir nur unterstreichen – besser könnten wir die Aufführung der Rostocker auch nicht bewerten. Allerdings laufen wir nicht Gefahr, Dracula so zu verfallen wie seinem Amtsbruder Graf von Krolock, denn Svobodas Musik hat uns keine Gänsehaut verursacht, im Gegensatz zu Jim Steinmans Komposition, die uns (und nicht nur uns) süchtig gemacht hat. Aber auch das ist Geschmacksache.
Nebenbei: Olaf Plassa mit seiner fesselnden Stimme (und nicht zuletzt mit seinem Aussehen, denn dieser Vampirgraf muss schon überzeugend verführerisch sein) wäre auch ein wunderbarer Krolock: dämonisch, aber nicht grauslig; herrisch, aber auch sentimental – kurz und gut einfach … hinbeißend. Und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe den Grafen schon unzählige Male gesehen und gehört, in drei Jahren allein von 9 verschiedenen Darstellern. Außerdem bin ich fast 72 Jahre, also alt genug, um dies beurteilen zu dürfen.

Die Premiere von „Dracula“ war jedenfalls nicht die letzte, vorletzte oder vorvorletzte ... Vorstellung, die wir uns im Volkstheater Rostock ansehen werden. Und wir empfehlen sie nicht nur den Musical- oder Vampirfans weiter. Die sind wir übrigens auch nicht!
Unsere Hoffnung: Dracula bleibt länger auf der Bühne und verlässt sie nicht schon im März (wie die Berliner Vampire).
E.W.

Elvi.Wendt


25263
Beiß mich auch Plassa

31.12.2009 - Das Stück (Drakula)ist der Hammer und sehr gut besetzt jemand besseren als Olaf Plassa hätte man für den Drakula nicht finden können und Die frau Schabe war auch sehr gut gewählt

Plassa's Braut


26717
Mittelmaß - mehr nicht

23.06.2008 - Ich muß vorweg nehmen, dass ich die Rolle des Scapino selbst in einer Amateurproduktion spiele und daher ein sehr klares Bild von dem Musical habe.

Gesanglich war alles in Ordnung, nur haben die mir die vielen Textpatzer meines Rollenkollegen missfallen, der desweiteren meiner Meinung nach die Rolle des zynischen und ironischen Hofnarren, Buttler und des einigermaßen durchgeknallten Professors nicht stark genug rübergebracht hat.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die meisten Darsteller mehr eine Opernstimme als eine Musicalstimme besaßen.

Alles in allem musste ich am Ende des stückes leider sagen, dass der Kartenpreis von 4€ gerechtfertigt war.

Scapino (erste Bewertung)


25549
Spitzenmäßig!

10.04.2008 - Mein Besuch liegt inzwischen zwar schon einen Monat zurück, aber: es war eine rundherum gelungene Vorstellung. Überzeugend und gesanglich sehr gut besetzt bin in die kleinste Rolle. Olaf Plassa sei durch seine ausdrucksstarke Stimme vielleicht noch einmal extra hervorzuheben, gefiel mir sehr gut in der Titelrolle, wie auch seine Kolleginnen Andrea Höcht und Anika Lehmann in den ihrigen Rollen! Tomas Tomke gefiel ebenfalls in seinen beiden konträren Rollen als Steven und Nick. Inszenierung und Kostüme waren ansprechend, das Bühnenbild schlicht, aber durchaus effektiv, der Ton super! Bitte, mehr davon!

S.


25436
Einfach wundervoll!

05.04.2008 - Dieser Mann ist perfekt für die Rolle. Diese Stimmen - einzeln oder zusammen - einfach herrlich! Da hab ich schon ein bisschen Gänsehaut bekommen. Dann noch die Kostüme und die Schminke. Es stimmt einfach alles! Sehr genial!

Kathleen


24526
Super Show

17.02.2008 - Auch wenn wir durch die Rezension in der "OZ", den dümmlichen Untertitel "Lass mich..." und das schlechte Bild auf der Homepage des Volkstheaters mehr als skeptisch waren, machten wir uns gestern auf den Weg nach Rostock. Und es sich gelohnt! Endlich einmal eine super Show in der Musicaldiaspora MVP. Allen Darstellern ein großes Lob. Besonders erwähnenswert waren: Olaf Plassa als Dracula, der nicht nur durch gesangliche, sondern auch seine schauspielerische Leistung beeindruckte, Christoph Kayser als Scapino, sowie Andrea Höcht und Tomas Tomke, die sich beide im 2. Akt sehr steigerten. Besonders negativ ist uns das Rostocker Publikum aufgefallen, welches sich im 1.Akt zu keinerlei Szenenapplaus hinreissen liess und scheinbar im Dornröschenschlaf in seinen Sesseln verharrte. Zum Glück änderte sich dies im 2.Akt, sodass die Hoffnung bleibt, dass das Rostocker Volkstheater auch weiterhin das "Experiment" wagt und Musicals auf dem Spielplan stehen werden. Wie wäre es im nächsten Jahr mit Jekyll &Hyde?

Charlotte


24484
Beste Unterhaltung - davon mehr!

15.02.2008 - Großes Musical-Theater, wie es das so in Rostock noch nicht gegeben hat.
Anderswo würde man die Aufführung "nur" mit vier Sternen als sehr empfehlenswert benoten. Für Rostock ist diese Inszenierung jedoch noch mehr - eben ein echter Geniestreich.

So wünscht sich der Zuschauer Theaterkost der leichteren Art - unterhaltsam von Anfang bis Ende und nie langatmig, dabei sehens- und vor allem auch hörenswerte Solisten und insgesamt eine tolle Ensembleleistung ohne Ausnahme. Schön ist aber nicht nur die musikalische sondern auch die szenische und technische Umsetzung. Das Bühnenbild ist einfach und trotzdem effektvoll. Die Kostüme sind absolut stimmig.

"Dracula" am Volkstheater Rostock kann man wirklich ohne Bedenken gerne weiterempfehlen; und dies nicht nur den Rostockern sondern auch Besuchern der Stadt. Hier wird keine Provinzkost sondern Unterhaltung auf hohem Niveau geboten.

Roland_und_Heike


24319
net gut

05.02.2008 -

nini


24057
Tolle Premiere

23.01.2008 - Es war ein toller Abend im Rostocker Volkstheater.Ein schönes Bühnenbild mit gut dazu abgestimmten Kostümen unterstrichen von toller Musik und großartigen Künstlern.Wir waren begeistert und können "Dracula"nur empfehlen.

schko


24037
Irgendwie spritzt das Blut nicht...

22.01.2008 - Das dürftige Libretto kann auch eine visuell sehr ansprechende Inszenierung nicht wettmachen. Leider wurden einige Zusammenhänge entweder garnicht oder nur marginal herausgearbeitet. Die Musik ist eingängig, aber im ersten Teil eher schleppend. Im zweiten Teil legt die Musik etwas zu, aber im selben Maße nimmt die Originalität des Librettos ab, was dem Gesamtbild des Theaterabends leider nicht gut tut. Dazu kommt die leider schlechte Verständlichkeit der Darsteller.
Positiv anzumerken sind der Chor, Andrea Höcht in einer tollen und berührenden Rolle, sowie das Bühnenbild und die Maske.
Ein plumbes Ende und die oben erwähnten Schwachstellen machen den Theaterabend leider zu kleinen Enttäuschung.
Das Volkstheater Rostock hat schon bessere Stückauswahlen getroffen. Schade!

eorl


24018
Geht hin!

21.01.2008 - Ein Musical mit viel Romantik und Herzschmerz, Ironie, Pepp und Leichtigkeit.
Eine gelungene Inszenierung, bei der man das Theater nach 2,5 Stunden gut gelaunt und bestens unterhalten wieder verlässt.
Dafür ein Danke!

Anka


24016
Sehr, sehr SCHÖN

21.01.2008 - ein perfektes zusammenspiel zwischen kostümen, bühnenbild, musik, technik und natürlich den darstellern....
auf jeden fall weiter so!

gisellespatz


24003
Zur Ader gelassen!

20.01.2008 - Dem Theater ein großes Lob! Eine tolle Leistung!
Mann oder Frau brauch nun keine Angst mehr vor Blutsaugern zuhaben! In Rostock habe ich eine Gänsehaut der Freude erfahren!
Es war ein wahrer Genuß!
Möge das was wir zur Prämiere erlebten, dem Haus wohlgesonnen sein!

kainsel


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