Norden Westen Osten Sden
Termine aus DeutschlandsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Porgy & Bess


Drama

Porgy & Bess

Summertime und jazzige Rhythmen


© Luciano Romano
© Luciano Romano
George Gershwins "Porgy & Bess" gilt als wahrer Klassiker des amerikanischen Musiktheaters. Das Gastspiel des New York Harlem Theatres überzeugt sowohl inszenatorisch als auch durch das stimmstarke Ensemble.

(Text: Dominik Lapp)

Premiere:20.07.2007
Letzte bekannte Aufführung:04.09.2016


Gershwin soll großen Wert darauf gelegt haben, mit "Porgy & Bess" eine Oper und kein Musical geschaffen zu haben. Allerdings bewegt sich seine "American Folk Opera" stark an der Grenze zwischen Oper und Musical. Für die Oper spricht vor allem der klassische Gesang der Solisten und die durchkomponierte Partitur. Doch es gibt auch Ansätze, die sehr musicaltypisch sind. So tanzt beispielsweise das gesamte Ensemble in einigen Szenen, was für die Oper eher untypisch ist, und stellt so unter anderem einen Hurrikan choreografisch dar. Auch die Musik geht fließend von klassischen Klängen in Jazz, Swing und Gospel über. Für Musicalliebhaber ist "Porgy & Bess" somit vielleicht eine gute Möglichkeit, sich langsam an das klassische Musiktheater heranzutasten.

Das Stück handelt vom Leben der Afroamerikaner in der Catfish Row und spielt in den 1930er Jahren. Im Mittelpunkt der Handlung steht der körperlich behinderte Porgy (Kevin Short), der die schöne Bess (Morenike Fadayomi) bei sich aufnimmt, nachdem ihr Mann Crown (Cedric Cannon) einen Mord begangen hat und auf der Flucht ist. Im weiteren Verlauf der Handlung verlieben sich Porgy und Bess ineinander, doch Crown fordert seine Frau mit Gewalt zurück, zieht jedoch im Kampf mit Porgy letztendlich den Kürzeren.

Das Bühnenbild ist einheitlich gehalten, aber sehr detailliert. Es zeigt ein idyllisches Fischerdorf mit Holzhütten, die mit allerhand Blumenkästen und Wäscheleinen ausgestattet sind. Durch das rückwärtige Aufklappen eines Hauses entsteht blitzschnell ein neuer Handlungsort wie eine Kirche oder ein Keller, in den die Dorfbewohner vor einem Hurrikan flüchten. Ein wenig Abwechslung in den Kulissen gibt es zu Beginn des zweiten Akts, wenn sich die Dorfgemeinschaft in einem frisch-grünen Wald zum Picknick trifft. Das Lichtdesign unterstützt die Szenerie sehr gut, wobei hier vor allem die Farben Blau und Orange dominieren.

Ein Stück wie "Porgy & Bess" steht und fällt mit seinen Hauptprotagonisten. Mit Kevin Short und Morenike Fadayomi hat Regisseurin Baayork Lee zwei Solisten besetzt, die schauspielerisch auf ganzer Linie überzeugen, stimmlich allerdings nicht immer den gesanglichen Anforderungen ihrer Rollen gerecht werden. Während Bassbariton Short seine Solopartien mit so tiefer Stimme gibt, dass die Textverständlichkeit gelegentlich darunter leidet, fehlt es Fadayomi an Kraft in der Kehle. Das durch sie interpretierte "Summertime" klingt sehr lasch, so dass sie mit dem Titel, der inzwischen zu einem weltbekannten Jazz-Standard wurde, emotional nicht wirklich berühren kann. Stimmlich überzeugender und schauspielerisch sehr Respekt einflößend zeigt sich hingegen Cedric Cannon als Crown. Auch das Schauspiel zwischen Cannon und Fadayomi ist sehr eindringlich und findet in der in Zeitlupe dargestellten Vergewaltigung ihren unmoralischen Höhepunkt. Ebenso überzeugend ist Jermaine Smith, der eine ordentliche Stimme hat und auch tänzerische Qualitäten zeigt. Den Drogendealer Sportin' Life gibt er als zwielichtiges Schlitzohr, das - trotz seines fiesen Charakters - sogar Sympathie zu erwecken vermag. Das Orchester unter der musikalischen Leitung von William Barkhymer gibt Gershwins Musik mit sattem Klang wieder, wirkt in den Chornummern jedoch ein wenig verloren und hat Schwierigkeiten, gegenüber des stimmgewaltigen und für Gänsehaut garantierenden Ensembles zu bestehen.

Eine Vorgabe von George Gershwin ist es, dass "Porgy & Bess" nur von farbigen Künstlern aufgeführt werden darf. Dies dürfte auch den Umstand erklären, warum das Stück in Europa sehr selten gespielt wird. So sollte man die Möglichkeit nutzen, die eindrucksvolle Inszenierung mit der stimmstarken Cast des New York Harlem Theaters zu sehen. Das Premierenpublikum spendete stehende Ovationen - übrigens auch eine Sitte, die beim Opernpublikum eher unüblich ist, aber beim Musical schon zum Standard zählt.

(Text: Dominik Lapp)






Kreativteam

Musikalische LeitungWilliam Barkhymer
Richard Cordova
RegieBaayork Lee
BühneMichael Scott
KostümeChristina Giannini


Besetzung

PorgyAlvy Powell
Kevin Short
BessMorenike Fadayomi
Indira Mahajan
Sportin’ LifeJermaine Smith
CrownStephen Finch
Michael Redding
SerenaAlison Buchanan
MariaMarjorie Wharton


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Luciano Romano
© Roberto Ricci
© Roberto Ricci
© Roberto Ricci
© Roberto Ricci
© Martin Steiner
© Martin Steiner

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


20773
Absolut empfehlenswert!

31.12.2009 - Nicht nachvollziehen kann ich die im Opener aufgestellte Behauptung, dass Kevin Short und Morenike Fadayomi "stimmlich nicht immer den gesanglichen Anforderungen ihrer Rollen gerecht werden"; ich fand gerade Kevin Short unglaublich gut. Seine Stimme jagte mir einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken und die gesamte Inszenierung ist m. E. sowohl stimmlich wie auch choreographisch sehr gut gelungen. Absolut empfehlenswert!

Tina M. Emig


20986
Tolle ergreifende Darbietung

31.12.2009 - Wir sind extra aus Bochum angereist, um die Aufführung zu sehen. Die Darbietung war wirklich toll, die Darsteller haben hervorragende Stimmen und waren in der Lage, die Stimmung des alten Südens in authentischer Weise aufleben zu lassen.
Ein Highlight!

Janina


20803
musikalisch gut aber emotional schwach

30.07.2007 - Das Orcherster, die Solisten und das Ensemble überzeugen durchaus.
Die Inszenierung ist eher einfallslos und bedient das "Onkel Toms Hütte"-Klischee. Die Regie ordnet die großen Chornummern als belanglose Standbilder an, viele Auf- und Abrtittsmöglichkeiten bleiben ungenutzt.

Mir war diese Szenerie zu fern, als dass sie mich hätte tiefer berühren können als durch den netten Gesang.
Die Darsteller schaffen es schauspielerisch kaum ihre Handlungweisen zu verdeutlichen.
Dabei bietet die Handlung (Behinderung, Drogenmilieu,...) einen höchst aktuellen Bezug.
Das ganze bleibt groß und hübsch anzusehen aber ohne Tiefe.

Matthias


20732
Super!

28.07.2007 - Ein herrliches Stück Musiktheater im hannoverschen Opernhaus. Die Inszenierung ist wundervoll "klassisch" und bietet Schönes für's Auge. Die Stimmen in ihrer Gesamtheit sind ein Garant für eiskalte Schauer, die über den Rücken laufen. Es war wunderschön!

S. Lingewald


20690
Gutes Ensemble

26.07.2007 - Das Premierenensemble überzeugte überwiegend mit guten sängerischen und darstellerischen Leistungen!

Collie


20681
Grandios

25.07.2007 - Eine grandiose Inszenierung eines ebenso grandiosen Stücks. Die Musik ist rhythmisch, die Darsteller sehr, sehr gut.

Heinz Wilke


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
BB Promotion

Tournee
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Leserbewertung
(6 Leser)


Ø 3.67 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2021. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

   Ein Platz für Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was läuft aktuell in diesen Musicalhäusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ Düsseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ München: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpläne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -Süd, Österreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;