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Futurial

Kauf Dir ein Kind

Warum noch selber machen?


"Der kleine Pino sucht seine Mutti". Was wie eine Durchsage aus dem Kaufhauslautsprecher klingt, ist der dramaturgische Faden, an dem sich das neue Musical von Thomas Zaufke (Musik) und Peter Lund (Buch) entlang hangelt. Die leicht vorhersehbare Geschichte um ein künstliches Kind aus dem Versandkatalog, das die Prostituierte, mit der sich sein Vater vergnügt, als Mutter auserwählt, wird nur dank überragender Darsteller und einer kurzweiligen Inszenierung zum Erfolg.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:23.06.2007
Rezensierte Vorstellung:28.06.2007
Dernière:15.03.2008


Familiäres Glück und menschliche Zuwendung kann man kaufen. Dieser Ansicht sind Kristin (Juliane Dreyer) und Mark (Sebastian Smulders). Für den stolzen Preis von 70.000 Euro soll Pino (Andreas Röder), ein siebenjähriger, vollautomatischer Pimpf aus der Fließbandproduktion von „Childlike Creatures“, ihre angeknackste Ehe kitten. Niedliches Aussehen, pflegeleichtes Benehmen und kaum Ansprüche – Nachwuchs und häusliches Idyll scheinen perfekt zu sein. Denkste! Denn kaum verschwindet Karriereweibchen Kristin ins Büro, kauft sich der arbeitslose Mark die Art menschlicher Zuwendung, die ihm fehlt. Per Laptop ordert er sich Kitten (Camilla Kallfaß) auf die heimische Klappcouch. Die Vergnügungsfachkraft spult ihr erotisches Verführungsprogramm so routiniert ab, dass Kunde Mark alsbald hechelnd im Feinripp-Slip vor ihr steht und der kleine Pino in der Tür. Dank der Programmierkunst seiner Entwickler hält das Kunstkind eine Frau, die seinem Vater Zuneigung schenkt, für seine Mutter. Auch wenn er wegen dieser Einschätzung weggesperrt wird, gelingt Pino die Flucht. Wie selbstverständlich landet er in dem zwielichtigen Etablissement, in dem Kitten vom Zuhälter-Duo King (Lars Redlich) und Fox (Martin Kiuntke) als Ware angeboten wird. Die beiden Halbwelt-Machos erkennen schnell, dass ihr Besucher bare Münze wert ist – sei es als Entführungsopfer oder als Spielzeug für solvente, ältere Herren.



Käufliche Frau und käufliches Kind. Beide haben optisch den Anforderungen des Marktes zu genügen und müssen gemäß ihrer vorprogrammierten Rollenmuster Sehnsüchte ihrer Kundschaft befriedigen. Wer nicht funktioniert, wird ausgemustert. Die beiden Songs „Mutter zu sein“ und „Eine Maschine – fast so wie ich, auf Knopfdruck zu haben“ illustrieren die Kernbotschaft des Stücks, die Autor Peter Lund seinem Publikum bis zum vorhersehbaren Happyend immer wieder serviert. Garniert mit galligem Humor und einem Schuss Sozialkritik ist „Kauf Dir ein Kind“ ein sehr unterhaltsames Stück - der große Wurf ist dieses Musical allerdings nicht. Das liegt vielleicht auch an Thomas Zaufkes Kompositionen. Da mögen sich Hans-Peter Kirchberg und seine beiden Musiker am hinteren Bühnenrand noch so sehr mühen, die Partitur plätschert den ganzen Abend beliebig irgendwo zwischen Schlager und klassischem Musical-Song vor sich hin. Wer andere Zaufke-Werke kennt, meint auch, alles irgendwo schon einmal gehört zu haben; eingängige Melodien mit Mitsummfaktor – Fehlanzeige!



Dass diese schwache Vorlage dennoch gute Unterhaltung ist, liegt an ihrer Umsetzung. Ausstatterin Daria Kornysheva hat ein schlichtes Einheitsbühnenbild entworfen, das es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat: Aus dem die Bühne horizontal trennenden schwarzen Laufsteg lässt sich Mobiliar herausklappen und durch einige wenige Dekorationselemente wird rasch zum Beispiel puffige Atmosphäre gezaubert. Peter Lund nutzt für seine Inszenierung immer nur Teilbereiche der sehr breiten Bühne, so dass eine schnelle Szenenfolge gewährleistet ist. Mit viel Liebe zum Detail sind die einzelnen Charaktere gekennzeichnet. Da werden im Buch eher stereotyp angelegte Personen wie das Personal aus dem Rotlichtmilieu zu Menschen aus Fleisch und Blut beziehungsweise zu menschelnden Robotern. Daria Kornyshevas geschmackvollen Alltagskostüme und Halbwelt-Outfits unterstreichen den positiven optischen Gesamteindruck.



Es wäre unfair, einzelne Darsteller für ihre Leistung herauszustellen. Alle acht, Studenten beziehungsweise Absolventen der Berliner Universität der Künste, beweisen nachhaltig das hohe Niveau ihrer Ausbildung. Glaubhaftes Spiel, exakt ausgeführte Choreografien (Neva Howard) und tolle Gesangsstimmen reißen das Publikum am Ende der besuchten Vorstellung zu wahren Beifallsstürmen hin. Diese sind dann auch nicht vom Computerspezialisten in irgendwelche Kunstkörper einprogrammiert, sondern ehrlich gemeinter Dank für tolle Leistungen auf der Bühne.


(Text: kw)




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Kreativteam

Inszenierung Peter Lund
Musikalische Leitung Hans-Peter Kirchberg/Tobias Bartholmeß
Choreographie Neva Howard
Ausstattung Daria Kornysheva


Besetzung

PinoAndreas Röder
FelicityJeanette Claßen
KristinJuliane Dreyer
MarkSebastian Smulders
KittenCamilla Kallfaß
KingLars Redlich
FoxFrancisco del Solar
PearlKarolina Kubiak



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


16 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


gut wie immer

31.12.2009 - Ich gestehe, dass ich mittlerweile ein echter Fan der Stücke von Peter Lund und Thomas Zaufke bin.
Sie schaffen es wieder, unglaublich aktuelle und neue Themen auf die Bühne zu bringen.
Hier können sich wieder einmal die Studenten der UdK zeigen. Wie immer werden super Leistungen gebracht. Allem voran Juliane Dreyer gefiel mir sehr gut.
Das Stück ist aber nicht ganz so genial wie seine Virgänger "Elternabend" und "Held Müller".

Hardy


toll

31.12.2009 - darstellund, buch, gesang, choreogrphie, bühnenbild, tanz, schauspiel superbe

geroli


Hervorragend, unbedingt anschauen!

31.12.2009 - Schauspielerisch, stimmlich und bewegungsmäßig einfach grandios! Großartige witzige Idee fantastisch musikalisch umgesetzt.
Eine überaus gelungene Aufführung!
Danke für den wunderschönen Abend!

Mädi


Echt super

31.12.2009 - War super gemacht. Die Schauspieler waren echt genial wie sie gespielt, aber vorallem auch gesungen haben. Ich bin echt begeistert gewesen.

Drewitz


Sehenswert

11.02.2008 - Leider liegt ist die deutsche Musicallandschaft ja ein Trauerspiel. Wir haben Kunze und Levay die ordentliche Arbeit abliefern (aber bislang nicht wieder an Elisabeth heranreichen) und wir haben Zaufke und Lund die immer wieder mal ein gutes Musical herausbringen. Dann gibt es noch viele neidische Möchtegerntalente, wie man auch an den Kommentaren hier sieht. "Kauf mir ein Kind" reicht nicht an das großartige "Held Müller" heran ist aber ein unterhaltsames intelligentes Stück Musiktheater.

Z101


Tolle Leistung

18.07.2007 - War am 15.7 in der Show und bin schwer begeistert von der Leistung aller Beteiligten.

Wunderschöne Musik, tolle Darsteller, und ein sehr emotionaler Abend werden geboten.

Grüße aus Hannover

Ben


Nicht ganz überzeugend wie Dir Vorgänger

17.07.2007 - Das neue Zaufke/Lund Musical in der Neuköllner Oper Berlin ist es wirklich wert gesehen zuwerden!

Die Darsteller sind durch die Bank fantastisch, die Choreografie so aufwendig wie selten in einer produktion in der Neuköllner Oper und die Musik von Thomas Zaufke trifft immer genau ins Schwarze und untersteicht mal wieder, dass Zaufke einer der wenigen innovativen Komponisten ist, den wir in Deutschland haben.

Einziger Schwachpunkt ist das Buch. Peter Lund schafft es diesmal nicht die Bombe zuzünden wie in den Vorgängern wie "elternabend", "erwin Kannes" oder " Held Müller".
Zu Aggressiv im ersten Teil bekommt man eine Handlung vorgeführt wo man nicht weiß was das alles soll und im zweiten teil wird es plötzlich zu kitschig. Schöne Ideen, die leider aber nicht sorecht zusammen passen wollen.

Doch die Darsteller, allen voran jeanette Classen als Felicity (dampfend herrlich), Juliane Dreyer stimmgewaltig und der Pino Darsteller andreas röder ( wunderbar naiv und beweglich ), machen den Abend zu einem krassen Gengensatz zu der momentan Musicallandschaft in Deutschland. Wenn auch der Schluß kitschig daher kommt.

Ich habe wiedermal nicht Gedacht in einer studentenproduktion zusitzen.
Großes Lob an die UdK.

Latura


Nett

14.07.2007 - Gute Musik und Texte. Nette Darsteller, mit wenig Tiefe und Nuancen. Zuviel Choreographie.
Sehr gute Eröffnungsnummer.

Mark


Hart aber herzlich

11.07.2007 - Währrend der gesamten Show wird dem Zuschauer nicht bewusst, dass er es mit werdenden Musicaldarsteller zu tun hat. Die Professionalität sowie die Stimmengewalt der UdK-Stundenten erinnert an Größen des Geschäfts.

Alltäglicher Slang bespickt mit den (zugegeben) derben Passagen Peter Lunds und melodische Kompositionen mit immer wiederkehrendem klarem musikalischem Thema, runden die künstlerischen Umsetzungen der Darsteller ab und geben der Inszenierung reale Züge. Das passende Verhältnis zwischen Witz und Gefühl konkurriert mit gewisser Nachdenklichkeit, die die Story aufwirft. Elterliche Erziehung gerät in einen fragwürdigen Fokus.

Einziges Manko: Die Geschichte weist gerade im zweiten Akt Paralellen zum ersten auf. Ein gedachtes Ende wird durch überraschende Fortsetzungen verschoben.

Tobi


Simpel und belehrend

10.07.2007 - Wenn es richtig schlimm sein soll im Musical, dann müssen Rocker her oder wie in diesem Fall Prostituierte und Zuhälter. Die einen sind immer so arm daran und die anderen immer eindimensional böse und brutal. Kein Klischee bleibt unberührt in diesem zähen Stück, bei dem ein kindlicher Roboter zwei Mal von seinen Kauf-Eltern wegläuft, weil es versehentlich eine Prostituiert für seine Mutter hält. Mit dieser hat sich der frustrierte Ehemann vergnügt, als seine erfolgreiche, gefühlskalte Ehefrau mal wieder länger arbeiten muss – erneut ein unterirdisches Klischee. Hier und da gelingen dem Autor Peter Lund ein paar gute Gags, ein paar schöne Gedanken und Szenen. Aber vieles wirkt entsetzlich belehrend und pädagogisch, dazu simpel wie ein Puppenspiel. Selbst in einem Märchen sollten Kinder nicht so schablonenhafte Bösewichte vorgesetzt bekommen und so herzergreifend dusselige Kinderroboter. Nicht nur weil das vor Moralin trieft, sondern weil es einfach langweilig ist.

Da kann das junge, dynamische Ensemble noch so viel Power haben und Spielfreude – die grämende Nicht-Geschichte bremst sie viel zu oft aus. Besonders hart trifft es den Pino-Darsteller. Nervenzehrend wiederholt er ein ums andre Mal „Pino sucht seine Mama“ und macht abgehackte Armbewegungen, damit auch jeder versteht, dass er ein Roboter ist.

Tantige Erkenntnisse a lá „Kindermund tut Wahrheit kund“ werden gereicht: Durch seine einfältige, aber liebenswerte Art spricht Pino das aus, was er sieht und trifft damit – wer hätte das gedacht - den Nagel voll auf den Kopf. Dazu erinnern Lieder wie das Terzett der drei frustrierten Frauen, denen Liebe fehlt, melodisch und textlich arg an das Duett „Irgendetwas fehlt“ im Vorläuferstück „Erwin Kannes“.

Seit Spielbergs A.I. ist das Thema Kinderroboter, die Gefühle haben, und Menschen, die keine mehr füreinander empfinden, erschöpfend behandelt. Sogar des Kindes Flucht und seine Suche nach Liebe werden im Hollywood-Film berührender behandelt. Wenn dann später die zickigen Prostituierten durch unterwürfige Sexroboter ersetzt werden, kennt man das aus dem Film „Die Frauen von Steppford“.

Wiesengrund


Nicht so der Hit

08.07.2007 - Das Potential dieses UdK-Jahrgangs lässt leider zu wünschen übrig und warum die Armen auch noch mit den miesen Kompositionen eines Thomas Zaufke ihren Abschluss machen müssen, werde ich nie begreifen. Kein Wunder, dass die UdK nicht mehr als Musicaltalentschmiede gehandelt wird... schade für die Studenten dort.

Jana


Tolles Leute

01.07.2007 - Tolle Musik, ausgezeichnete Darsteller, die Geschichte ist etwas mau und dreht sich ein bißchen im Kreis, aber ein toller Abend

Heike


sehr gut

28.06.2007 - ich fand das stück sehr gut!tolle musik,sehr interessante geschichte,großartig gespiellt und gesungen.
persönlich am besten hat mir die mutter von pino gefallen und die pearl.selten trifft man auf der bühne frauen die toll aussehen,toll singen und großartig tanzen können.stimmt einfach alles.hut ab!die pearl ist richtig geil gespiellt!
aber die ganze cast macht ihren job sehr sehr gut!gucke mir die show bestimmt noch paar mal an und empfehle es allen!

Adam B.


Wieder einmal toll!

26.06.2007 - Ich find es toll das Peter Lund und Thomas Zaufke Musicals schreiben die sich auch mit schwierigeren Themen befassen. Bitte mehr davon in der Musicalwelt. Alle Darsteller waren großartig und erwähnenswert und genau deshalb hier eine große Kritik an die Redaktion der Musicalzentrale: Wenn Ihr schon eine Besetzungsliste schreibt dann bitte auch vollständig. Denn wie kann es passieren das ihr Karolina Kubiak, die die Pearl im Stück toll singend, fantastisch tanzend und sehr gut spielend verkörpert, einfach so vergesst. Find ich einbischen peinlich und schade für die Schauspielerin. Ich hoffe Ihr korrigiert das. Aber nochmal: Das Stück ist Klasse!

J


Wieder mal: Klasse

24.06.2007 - Langsam werde ich süchtig nach Zaufke/Lund-Musicals...auch hier wieder das, was man schon bei "Held Müller" und "Erwin Kannes" lieben lernen konnte: Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, Pointen die Stimmen und - das ist im Musical ja echt nicht üblich - eine richtige Geschichte. Kompliment an alle Verantwortlichen! Und: Mehr davon!

Tine


Christel Röder, "echte" Mama

24.06.2007 - Erster Eindruck: Berthold Brecht und Orwell hätten auch ihre Freude gehabt.

Christel Röder


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