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Klassiker

Anything Goes

Hochsee-Klamotte


Cole Porters Luxusliner-Verwechslungs-Komödie openair im Rostocker Stadthafen - besser können Spielstätte und Stück nicht miteinander harmonieren! Besser könnte allerdings die Aufführung selbst sein: Eine Handvoll Girls mit Straußenfedern und eine Treppe mit Glitzerlichtern suggerieren zwar Broadway-Flair, doch das hauseigene Opernensemble bringt den Dampfer in einer klamaukigen Inszenierung zu spät auf Touren.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:23.06.2007
Rezensierte Vorstellung:08.07.2007
Letzte bekannte Aufführung:27.12.2009


Gut, dass die im Programmheft als Rosalie Luischen Miller vorgestellte Darstellerin angeleint ist. Sonst wäre sie vielleicht schon eher davongelaufen. So muss sie bis zum Finale ausharren und darf dann in ihrer tierischen Rolle als Hund Benjamin Franklin von der Bühne sausen. Der ein oder andere im Publikum dürfte in der Pause ebenfalls Fluchtgedanken gehegt haben. Denn was da am Ufer des Rostocker Stadthafens über die Openair-Bühne holpert, ist der gut gemeinte Versuch eines Opernensembles in einem Musical-Klassiker von Cole Porter zu bestehen. Leider gelingt das nur in Ansätzen.

Dabei sind die Voraussetzungen sehr gut. Der Rostocker Stadthafen bietet die ideale Kulisse für eine Story, die auf einem Kreuzfahrtschiff spielt. Ausstatter Mike Hahne kostet diesen Standortvorteil aus und lässt sein schmuckes Luxusliner-Oberdeck hinten offen. Somit blickt das Publikum auf zwei von Schiffsschornsteinen begrenzte Freitreppen, kann gleichzeitig aber auch die im Hintergrund auf dem Wasser vorbeifahrenden Schiffe beobachten. Wenn sich dann auch noch echte Möwen zu den ins Bühnenbild integrierten künstlichen Verwandten gesellen, dann ist die Illusion perfekt. Hahnes opulentes wie raffiniertes Kostümbild beschwört zudem stilecht die 1930iger Jahre.

Stephan Brauer betont in seiner Inszenierung etwas zu sehr die deftige Klamotte und arrangiert das Geschehen sehr behäbig. Immerhin kommen so die Damen und Herren des lustlos spielenden Opernchores nicht aus der Puste, Brauer verschenkt dadurch allerdings die Wirkung großer Revue-Nummern wie beispielsweise beim Titelsong direkt vor der Pause. Während er - auch Choreograf des Stücks - den Choristen im Hintergrund einige lächerlich einfache Schritt- und Drehfolgen sowie intensives Armgeschwenke und Handgeschüttel abverlangt, rackert sich im Vordergrund das kleine aber feine Ballett-Ensemble auf Teufel-komm-heraus ab. Dazwischen versuchen die Gesangssolisten, mit ihren Bewegungen synchron und im Takt zu bleiben.

Die folgende Pause sorgt allerdings für ein kleines Wunder: Im kürzeren zweiten Teil gewinnt die Inszenierung an Witz und Pep. So im Song "Gipsy" mit seinen erläuternden Schildern und in den Szenen in der Gefängniszelle. "Go, Gabriel, go" gelingt als rasante Show-Nummer und wenn das Finale dann vom Feuerwerk beleuchtet wird, haben endlich alle Beteiligten das Tempo aufgenommen, das man sich den ganzen Abend auf der Bühne gewünscht hätte. Den etwas lahmen Ablauf des Abends haben jedenfalls nicht die links vom Geschehen postierten Musiker der Norddeutschen Philharmonie zu verantworten. Unter ihrem Dirigenten Volker M. Plangg swingen und jazzen sie von Anfang an, dass es eine Freude ist.

Der Star des Abends ist Andrea Höcht. Sie gibt mit schöner Musicalstimme eine gleichsam quirlige wie verruchte Reno Sweeney. Sie weiß sich zu bewegen und man merkt, dass sie sich sehr zurücknimmt, um den anderen Solisten nicht davonzutanzen. Mit "Vorsicht Gefahr" lässt Ines Wilhelm (Erma) aufhorchen und zeigt, dass sie weit mehr kann als nur ein naives, umhertippelndes Dummchen zu spielen. Gabriele Schwabe ist eine herrlich schrullige Evangeline Harcourt, Christoph Kayser ein ziemlich überdrehter Moonface Martin. Das Liebespaar Hope Harcourt (Simone Lichtenstein) und Billy Crocker (Carsten Lau) bleibt hingegen sehr blass und man merkt, dass beide Sänger eher in der Oper als im Musicalfach zu Hause sind. Gleiches gilt für Olaf Plassa (Lord Evelyn Oakleigh) und Olaf Lemme (Elisha Whitney), deren Rollen zu Knallchargen verkommen.

Schade, dass die Aufführung des Volkstheaters einen leicht zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Einer aufwändigen Ausstattung in stimmungsvoller Kulisse steht eine etwas lahme Umsetzung gegenüber. Da reißen selbst sprintende Hundedamen das Ruder nicht mehr herum.

(Text: kw)






Kreativteam

Inszenierung und ChoreografieStephan Brauer
Musikalische LeitungVolker M. Plangg
AusstattungMike Hahne
Stepp-ChoreografieKordula Kohlschmidt


Besetzung

Reno SweeneyAndrea Höcht
Hope HarcourtLisa Mostin
Simone Lichtenstein
Evangeline HarcourtRoswita Mewis
Gabriele Schwabe
Lord Evelyn OakleighOlaf Plassa
Elisha WhitneyOlaf Lemme
Billy CrockerCarsten Lau
Moonface MartinChristoph Kayser
ErmaInes Wilhelm
TaiAntje Luckstein
ChiAlice Pereira
Kapitän des OzeanriesenFranz Mewis
Zahlmeister des OzeanriesenTitus Paspirgilis
FergieFelicitas Müller
Henry T. DobsonMatthias Noack
ReporterinAnnegret Voigt
FBI-AgentNils Pille
Benjamin FranklinFlocki



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


20473
Volltreffer!

13.07.2007 - Fand die Aufführung großartig. Besonders im Vergleich zu anderen von mir besuchten Inszenierungen ( Siehe Kassel oder - ganz schlimm:Oldenburg ) sieht man in Rostock, dass ein Stadttheater einen Broadway-Klassiker stemmen kann, ohne in die Interpretationskiste greifen zu müssen oder lasch und lustlos zu sein.
Von vorn bis hinten professionell und gekonnt.

Shakespeare


20455
Wer hat den Regen mitgebracht??? ;)

12.07.2007 - Eine schöne Aufführung, die mal wieder einen frischen Wind in das Repertoire des Rostocker Volkstheaters bringt. Trotz des Regens haben alle Beteiligten schön durchgehalten und nett improvisiert. Auf alle Fälle einen Besuch wert!

Doro


20327
Einfach toll

04.07.2007 - Ich habe heute die Show gesehen und war durchaus begeistert. Das Bühnenbild und ebenfalls das Tempo des Stückes, obwohl es ein etwas älteres ist, waren ausgezeichnet. Sehr tolle Stimmen und flotte Choreos. Ein Besuch auf alle Fälle wert!

Pete


20309
spitzenklasse

04.07.2007 - ich habe die Premiere in Rostock gesehen. Einfach super. Sehr empfehlenswert. Das Musical sah ich auch im Nationaltheater Mannheim und im Staatstheater Oldenburg und in Openair in Elsfleth an der Hunte. Rostock kann nicht nur mithalten, sondern es übertrifft in vielem.
Das Bühnenbild wäre ein Extra Applaus wert.Sehr geschmackvoll dem Hafendurchblick und dem Wasser angepasst. Ich wünsche dem Ganzen gutes Wetter und viel Erfolg.

pidding


20262
Klassiker ahoi!

01.07.2007 - Und wiedermal, nach On the Town, haut das Rostocker VTR seinen Besuchern einen Broadwayklassiker um die Ohren. Diesmal allerdings als Open-Air. Auch wenn das Stück hier und dort ein wenig hinkt, was zumeist an der Lustlosigkeit des Opernchors liegt, hat das Stück viel Charme und läasst selbst an Regentagen pure Lebensfreude aufkommen. Großes Lob an alle Darsteller, die selbst trotz des Regens so super gespielt haben! - Fazit: Ein schönes Stück mit fetzigen Choreos und tollem Bühnenbild! Ab nach Rostock!

Andy


20129
Hingehen!

24.06.2007 - Echt gelungen!
War gestern zur Premiere und sehr positiv überrascht.
Super Musik, tolle Darsteller, klasse Kostüme und Bühnenbild.
Absolut lohnenswert!

Morgan


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