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Komödie

Victor/Victoria

Der Mann mit dem hohen Des


Wie kann man als verarmter und erfolgloser Künstler zu Ruhm und Reichtum gelangen? Das Heilbronner Theater präsentiert eine originelle Lösung, allerdings in einer wenig überzeugenden Inszenierung.

(Text: Daniel von Verschuer)

Premiere:22.12.2006
Letzte bekannte Aufführung:28.04.2007


Eine Frau, die sich als Mann ausgibt, der eine Frau spielt – aufbauend auf dieser verzwickten Situation entwickelten Blake Edwards (Buch), Henry Mancini (Musik) und Leslie Bricusse (Songtexte) einen Plot, der sich mit den Themen Armut, Homosexualität, Travestie und Toleranz befasst und dabei den Spagat zwischen Dramatik, Show und Klamauk wagt. Vorlage war Edwards' gleichnamige Filmkomödie von 1982, Julie Andrews ("Mary Poppins") übernahm dort wie auch in der Broadway-Uraufführung von 1995 die Titelrolle.

Die Inszenierung von Klaus Hemmerle tut sich schwer mit dem Stück. Da ist zunächst das riesige, die gesamte Bühne ausfüllende drehbare Kulissenteil, das sich je nach Position in eine Häuserzeile, einen Nachtclub, zwei Hotelzimmer oder die Showbühne verwandelt (Design: Julia Scholz). Prinzipiell eine gute Idee, jedoch sind nur die Hotelzimmer wirklich gelungen. Die Häuserzeile ist einfallslos-grau und sieht aus wie eine unfertige Filmkulisse, es kommt keinerlei "Pariser Flair" auf. Der Nachtclub wird durch einen roten Vorhang, eine Theke und ein paar Barhocker angedeutet und ist ebenso wie die Häuserzeile zweidimensional angelegt - die Darsteller bewegen sich vor, nicht aber in der Szenerie. Der Showbühne schließlich fehlt sämtliche gestalterische Inspiration. Ein dreistufig aufsteigender Tanzboden mit kahlen Wänden und einem rückwärtigen silberfarbenen Vorhang reichen einfach nicht aus, um die Atmosphäre eines Folies Bergère zu erzeugen. Auch die unauffällige Beleuchtung (Andreas Klier) kann hier nichts mehr verbessern. Natürlich muss sich der finanzielle Aufwand bei der Realisierung eines Repertoirestücks in Grenzen halten, mehr Innovation und Ideenreichtum hätten dem Gesamteindruck aber gutgetan.

In dieser wenig inspirierenden Umgebung wirken viele Szenen unfertig und unpräzise inszeniert. Im Nachtclub steht man sich aus Platzmangel gegenseitig auf den Füßen, Gesten und Laufwege erwecken hier und in anderen Szenen den Eindruck, dass eine Personenführung bei den Nebendarstellern kaum stattgefunden hat. Einzig die komischen Momente wie die hervorragend getimte Verfolgungsjagd im Hotel oder die Zeitlupen-Schlägerei im Nachtclub sind tatsächlich gelungen.

Besonders ärgerlich sind die desolaten Showszenen, in denen Victoria als Frauendarsteller Victor auf der Bühne steht. Sina Kießling ist hier kein großer Vorwurf zu machen, sie singt vorzüglich und bringt auch die richtige Mischung aus Androgynität und Erotik mit, um in der Titelrolle zu überzeugen. Die Choreografie (Ralph Frey) jedoch ist gänzlich einfallslos und wird außerdem von den sie begleitenden sechs Tänzerinnen und Tänzern ohne Leidenschaft und Synchronität präsentiert.

Neben der glaubhaft agierenden Kießling stechen Martin Herrmann als Toddy und Julia Klotz als Norma aus dem Ensemble hervor. Hermann spielt den liebenswerten Homosexuellen mit viel Witz und Charme, meistert seine Gesangspassagen ohne hörbare Probleme und wird zum Sympathieträger des Publikums. Klotz gelingt eine ansprechende Darstellung der aufgedrehten Blondine; leider wird die Auslegung ihrer Rolle als Klamauknudel vom Dienst im Lauf des Abends immer nervtötender (sie hat beispielsweise mit der Grammatik der deutschen Sprache so ihre Probleme, woraus ein auf die Dauer ermüdender Running Gag wird). Dafür trumpft sie bei ihren Soli mit großartiger Stimme auf. Man darf gespannt sein, wie sich die Karriere der jungen Absolventin der Leipziger Hochschule für Musik und Theater entwickelt.

Die weiteren Darsteller, sämtlich Mitglieder des Hausensembles, machen das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten. Dass im Vergleich zur Originalversion kräftig Personal eingespart wurde - es stehen statt etwa dreißig nur fünfzehn Personen auf der Bühne - mag wiederum finanzielle Gründe haben, verstärkt aber nur zusätzlich den Eindruck, dass das Heilbronner Theater eine Sparversion eines eigentlich großen Showmusicals abliefert.


Musical von Blake Edwards (Buch), Henry Mancini (Musik) und Leslie Bricusse (Lyrics)


(Text: dv)






Kreativteam

Musikalische Leitung Nicolas Kemmer
Inszenierung Klaus Hemmerle
Bühne Julia Scholz
Kostüme Mascha Braun
Choreographie Ralph Frey
Dramaturgie Gerd Muszynski


Besetzung

Victoria Grant/Victor GrazinskiSina Kießling
Carroll Todd, genannt ToddyMartin Herrmann
Norma KassidyJulia Klotz
King MarchanBernhard Hackmann
Squash BernsteinFelix Würgler
Andre Cassell u.a.Gerold Ströher
Henri Labisse u.a.Johannes Bahr
Richard u.a.Henning Sembritzki
Mme Roget u.a.Ingrid Richter-Wendel



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


26771
Einfach mal was anderes

06.07.2008 - Victor Victoria -- Eigentlich schade das dieses Musical nicht mehr aufgeführt wird! Ein Broadway Musical das hier in Deutschland recht selten aufgeführt wird -- schade -- das meist ältere Publikum im Theater Heilbronn wurde hier mit einer Geschichte konfrontiert die leider gesellschaftlich noch immer nicht normalität erreicht hat (homosexualität) -- Ein raunen ging durch das Theater als im Prolog zwei sich küssende Männer zeigten, jedoch bis zum zweiten Akt waren alle Vorurteile abgebaut -- viel Witz und Handlung zeichnete das Stück aus -- und bei allen Vorstellungen die wir besuchten, war das Publikum gnadenlos begeistert! Gesangliche war der ein oder andere Darstellen nicht ganz überzeugend, jedoch bis zur Demiere waren diese untersicherheiten beseitigt! Hut ab, dass das Theater Heilbronn ein nicht altägliches Broadway Musical so perfekt aufgeführt hat!

Ziegler (8 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


17944
Umwerfend schön

23.02.2007 - Gestern habe ich mir Victor/ Victoria angeschaut und bin begeistert gewesen. Nicht nur Inszenierung, Bühnenbild, Kostüme waren hervorragend, nein, auch das gesamte Ensemble. Und es ist ja normalerweise nicht üblich dass Schauspieler auch gerne und gut singen...
In der Hauptrolle als Victor/ Victoria zeigte Sina Kießling dass sie nicht nur eine hervorragende Schauspielerin ist sondern auch toll singen kann. Der Star des Abends und das ist wirklich so ist aber Julia Klotz als Norma Cassidy. Sie singt, tanzt , spielt und bringt allen Charme mit den man bei einem Musical erwartet. Ihre Darstellung war wirklich unübertrefflich und man merkt sofort dass hier jemand auf der Bühne steht, der nicht nur Schauspiel studiert hat, sondern MUSICAL. und da gibt es schon viele Unterschiede. Ein toller unterhaltsamer Abend- das müßte es öfter geben!

kiki


17123
Wahnsinn, der absolute megahammer

31.01.2007 - Die Choreographie war einfach spitzenmäßig! Das Stück war sehr witzig.

Ralph du bist der Beste!

Laja


16697
OK ...aber...

12.01.2007 - Über weite Strecken am Angang langatmig und trist wie oben beschrieben... die Pariser Stimmung kommt nicht auf.

Die Bühne an sich ist super nur unfertig gestaltet... billig wirkt sie zumeist.

Die Sänger sind toll keine Frage, nur haben Sie oft viel zu wenig Platz um sich zu bewegen.

Das Orchester spielt toll nur leider ist es Anfangs oft viel zu laut um alles zu verstehen...

Einige der Theatergäste (Ü45 sag ich mal... neben mir verließen das Theater nach der Pause)

Schön das Stück mal gesehen zu haben aber nix für den Alltagstheatergänger...

musicals


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 Theater / Veranstalter
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Berliner Platz 1
D-74072 Heilbronn
07131/563001
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Handlung
Im Paris der 30er Jahre gibt die mittellose britische Sängerin Victoria Grant in der Hoffnung, eine Anstellung zu finden, auf Anraten ihres schwulen Freundes Carol Todd vor, ein männlicher Travestiedarsteller zu sein. mehr

Weitere Infos
Der Stoff wurde bereits 1933 im UFA-Film "Viktor und Viktoria" bearbeitet. 1982 entdeckte der bekannte amerikanische Regisseur Blake Edwards ihn wieder und verarbeitet ihn zu seiner musikalischen Komödie "Victor/Victoria" mit Julie Andrews in der Titelrolle, James Garner als King und Robert Preston als Toddy. Die Musik schrieb Henry Mancini, die Texte Leslie Bricusse. Der Film gewann einen Oscar für die beste Original-Musik und war für sechs weitere der begehrten Trophäen nominiert. Den Sprung auf die Broadway-Bühne schaffte das Musical erst 1995, ein Jahr nach Mancinis Tod. Frank Wildhorn schrieb einige zusätzliche Songs, die Hauptrolle übernahm abermals Julie Andrews.

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 4.25 Sterne

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