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Revue

Mütter

Ein Abend mit Musik


Franz Wittenbrinks Liederabend rund um die Sorgen, Wünsche, Hoffnungen und Träume von Müttern, die sich zusammen mit ihren Sprösslingen zufällig auf einem Spielplatz treffen.

(Text: Christian Heyden)

Letzte bekannte Aufführung:28.11.2006


Ein Sandkasten, drei Parkbänke, Pappbäume, eine Rutsche und ein Schaukelpferd verwandeln die Bühne des Schauspielhauses im Mannheimer Nationaltheater in den Treffpunkt der sechs Frauen und vier Söhne. Wie üblich in Franz Wittenbrinks Stücken beschränkt sich das gesprochene Wort auf ein Minimum, und der Hauptteil des Textes wird dem Zuschauer in Form von bekannten Liedern vermittelt, die manchmal textlich abgeändert sind. Leider wird schon beim zweiten Lied des Abends ("Sch... kleines Baby") klar, dass sich nicht alle der Schauspielerinnen im Gesangsfach wirklich zu Hause fühlen. Meridian Winterberg singt zwar in den tieferen Lagen mit angenehmer Stimme, doch wenn die Töne höher hinausgehen, kann sie nicht mehr überzeugen. Almut Henkel als Hippie-Mutter singt teilweise mit eigenwilliger Klangfarbe, was vielleicht beim "Apfelbäumchen" von Reinhard Mey noch etwas stört, jedoch gut zu dem von ihr dargestellten Charakter passt, vor allem bei ihrer Interpretation von Björks "It's oh so quiet".

Silja von Kriegstein bewegt sich mit ihrer leicht klassisch anmutenden Stimme in allen Tonlagen sehr sicher. Auch ihr Spiel von der dauerlächelnden Vogue-Mama, die jedem erst einmal mit guter Laune begegnet, bis hin zu einem vorgetäuschten Nervenzusammenbruch, ist überzeugend. Ragna Pitoll macht mit ihrer frechen Spielart den kindischen Söhnen Konkurrenz, die des Öfteren nicht ganz jugendfreie Bemerkungen fallen lassen. Sehr wandlungsfähig zeigt sie sich bei "Schläge in die Fresse", bei dem man sich das Schmunzeln nicht verkneifen kann, sowie bei dem Song "Totenauberg“, der einer der traurigsten Momente des Abends ist.

Roman S. Pauls und Tim Egloff überzeugen in ihren Sohn-Rollen sowohl schauspielerisch als auch mit ihren starken Rockerstimmen. Pauls interpretiert "You are so beautiful" in bester Joe-Cocker-Manier, während er dabei seine geliebte Spielzeug-Puppe anschmachtet, und Egloff hat einen seiner großen Auftritte bereits sehr früh im Stück, wenn er "Always on the run" von Lenny Kravitz mit Grönemeyers "Mensch", inklusive Imitation, als Medley darbringt.

Die Lacher des Abends dürfen vor allem Gabriela Badura und Reinhard Mahlberg einstreichen. Badura gibt eine herrlich bissige Mischung aus Else Kling und Cruella De Vil, die immer mit gewollten oder ungewollten Ratschlägen und Anekdoten zur Stelle ist und auch die skurrilste Liedzusammenstellung ("Sie war ein Mädchen von 18 Jahren" und "Ich find euch scheiße") meistert. Reinhard Mahlberg singt mit tiefem Bass immer wieder schaukelnd "Wandering star" vermischt mit nicht einmal mehr zweideutigen Kinderreimen, die wohl jeder Mutter die Schamesröte ins Gesicht treiben würden.

Die sowohl stimmlich besten als auch emotional stärksten Momente bringen Marion Martienzen und ihr Bühnensohn Michael Fuchs. Gastschauspielerin Martienzen verkörpert die Rolle der Karrierefrau, die sie unter anderem schon in der Hamburger Produktion gespielt hat. Ihre klare Stimme holt aus "Und manchmal weinst du sicher ein paar Tränen" Emotionen heraus, die man in dem Peter-Alexander-Song gar nicht vermutet hätte, und schafft es ebenso, bei dem Showstopper des Abends "Papa was a Rolling Stone" überzeugend rockig zu sein. Michael Fuchs singt sich sehr sicher und wandlungsfähig vom tiefen Bass bis zu hohen Tenortönen und rührt bei dem Duett "When I fall in love" mit Martienzen fast zu Tränen.

Alles in allem ist die Mannheimer "Mütter“-Inszenierung durch ihr starkes und überzeugend spielendes Ensemble sehr sehenswert und garantiert einen unterhaltsamen Abend.




(Text: Christian Heyden)






Kreativteam

Regie und musikalische Leitung Franz Wittenbrink
Bühne Paul Lerchbaumer
Kostüme Ute Lindenberg


Besetzung

Mit Marion Martienzen
Ragna Pitol
Almut Henkel
Gabriela Badura
Silja von Kriegstein
Meridian Winterberg
Michael Fuchs
Reinhard Mahlberg
Roman S. Pauls
Tim Egloff
Flügel Willi Haselbeck
Franz Wittenbrink
Gitarre Tommy Kaub



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