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Political

Chess

One Night in Bangkok


Weitgehend gelungene Produktion des selten gespielten Polit-Musicals von Benny Andersson, Björn Ulvaeus und Tim Rice in der deutschen Version von Ulrich Brée und Markus Linder. Nach einer englischsprachigen Inszenierung 2000 in Baden-Baden und einer deutschsprachigen Version 2002 in Kassel wird "Chess" zum dritten Mal in Deutschland gezeigt.

(Text: Daniel von Verschuer)

Premiere:21.10.2006
Letzte bekannte Aufführung:08.04.2007


Die Besetzung von Regisseur und Intendant Johannes Reitmeier vertraut ganz auf Mitglieder des Pfalztheater-Ensembles und in der Region bekannte "Gaststars". Dieses Konzept geht auf: Alle Protagonisten zeigen solide bis starke Leistungen. Andy Kuntz verkörpert den russischen Schachspieler Anatoly Sergievsky glaubwürdig und mit großer Eindringlichkeit, hat aber im Gegensatz zu seinen Auftritten bei "Abydos" und "Jesus Christ Superstar" wenig Gelegenheit, mit seiner Rockstimme zu glänzen. Seinen Gegenspieler, den Amerikaner Frederick Trumper, gibt Randy Diamond ebenso überzeugend. Ihm gelingen die selbstdarstellerischen Posen des Exzentrikers genauso wie die dramatischen Momente des am eigenen Ego und an der Tablettensucht zerbrochenen Mannes. Seine Stimme ist den Höhen der anspruchsvollen Partitur nicht immer gewachsen, was aber den positiven Gesamteindruck kaum schmälert. Mit "One Night in Bangkok" (im Gegensatz zu den restlichen Songs in Englisch gesungen) präsentiert Diamond außerdem den großen Hit des Abends.
Als Florence, Trumpers Beraterin und später Anatolys Geliebte, imponiert Astrid Vosberg vor allem gesanglich. Ihre Rollenauslegung ist insgesamt gelungen - sie wirkt allerdings in den Spielszenen meist eine Spur zu arrogant und unsympathisch, um beim Liebesduett oder dem bekannten "I know him so well" Anteilnahme im Zuschauer wecken zu können. Alexis Wagner als Klischee-Russe Molokov mit großartigem Bass, Günther Fingerle als zweiter amerikanischer Berater Walter de Courcey und Anna Carolin Stein als Anatolys Frau Svetlana machen ihre Sache gut.
Die Rolle des Schiedsrichters gestaltet Ulrich Wewelsiep fast schon clownesk, seine Bewegungen und Tanzschritte sitzen dabei wesentlich besser als die Töne. Er hat hörbar Probleme mit dem Showstopper "Arbiter's Song" und wird zusätzlich fast vom zwar beeindruckend aufspielenden, aber zu laut abgemischten Pfalztheater-Orchester übertönt. Dieses Problem zieht sich übrigens durch die gesamte Aufführung: Die Chorstücke, aber auch viele weitere Songs mit mehr als zwei Sängern, sind (zumindest im vorderen Parkett) schwer bis gar nicht zu verstehen. Dadurch erschließt sich die ohnedies komplizierte Handlung leider nicht lückenlos, wenn man - wie wahrscheinlich der größte Teil des Kaiserslauterer Publikums - das Stück noch nicht kennt.
Reitmeiers Personenführung ist insgesamt stringent: Die Rivalität zwischen Anatoly und Frederick, die komplizierte Dreiecksbeziehung mit Florence sowie die innere Zerrissenheit der drei Protagonisten werden gelungen umgesetzt. Eine grobe Unstimmigkeit fällt allerdings auf: Die erste Annäherung zwischen Florence und Anatoly, die während der ersten Treffen der beiden Spieler und ihrer Delegationen stattfinden soll, wird einfach weggelassen, so dass sich die beiden beim Aufeinandertreffen im Restaurant ganz "plötzlich voneinander angezogen" (Programmheft-Text) fühlen. Woher diese unvermittelte Anziehung kommt, bleibt im Dunkeln.
Das große Plus der Inszenierung sind, neben guten Darstellerleistungen und starker Unterstützung aus dem Orchestergraben, die visuellen Eindrücke. Grandiose Balletteinlagen, ein großer Chor und viel Statisterie füllen immer wieder die Bühne und tragen dabei ständig neue Kostüme (veranwortlich: Antje Adamson), die trotz der vorherrschenden Farben Schwarz und Weiß sowie des erwartbaren Schachmusters originell wirken und mal schlicht, mal spektakulär sind. Auch die Bühne (Michael Zimmermann) verändert sich ständig und verlagert das Geschehen kunstvoll und ideenreich sowohl in der Tiefe als auch auf unterschiedliche Höhenebenen. Mit dieser Technik gelingt sogar eine eindrucksvolle optische Täuschung: Die stufenweise angeordneten Bühnenteile vermitteln den Eindruck eines riesigen schrägen Schachbretts, auf dem das von Stefano Giannetti sehr schön choreographierte Instrumentalstück "Chess II" zu einem visuellen Höhepunkt des Premierenabends wurde.

(Text: dv)




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Kreativteam

Musikalische Leitung Roger Boggasch
Inszenierung Johannes Reitmeier
Bühnenbild Michael D. Zimmermann
Kostüme Antje Adamson
Choreographie Stefano Giannetti


Besetzung

Frederic TrumperRandy Diamond
Anatoly SergievskyAndy Kuntz
Florence VassyAstrid Vosberg
Schiedsrichter Ulrich Wewelsiep
Alexander MolokovAlexis Wagner
Svetlana SergievskajaAnna Carolin Stein
Walter de CourceyGünther Fingerle
Global TVReporterin - Kerstin Hölzle
Amerikanischer Botschafter, ViigandBernhard Schreurs



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


12 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


15282
Einfach toll,...

31.12.2009 - ... was man aus dem Stück noch machen kann.

Tolle Besetzung, tolles Bühnenbild, tolle Kostüme und teilweise tatsächlich ergreifend.

Etwas störend war die übertriebene Lautstärke. Aber im ganzen braucht sich diese Produktion nicht vor den Großproduktionen zu verstecken.

Tazmaniandiver


15614
Auf in die Pfalz

31.12.2009 - Absolut hören- und sehenswert. Eine erstaunliche Leistung für das Pfalztheater und sein grandioses Ensemble. Berechtigte Standing Ovations des gesamten Publikums. Das sollen größere Häuser erst einmal nachmachen und das alles zu diesem Eintrittspreis. Alle Musical Fans auf in die Pfalz. Es lohnt sich.......

Harald


15944
Super!

31.12.2009 - Tolle Darsteller! Tolles Bühnenbild! Es macht Spaß zuzuschauen! Andy Kuntz ist der Hit!

Virginia Usher


17852
Durchschnitt

31.12.2009 - Nachdem ich mir nach dem Besuch des Musicals die engl. Orginalmusik zu Gemüte geführt habe, bin ich mehr denn je der Meinung, dass die deutschen Texte etwas unglücklich waren. Was mich aber besonders wunderte, war die Verlegung der Handlung von Merano nach New York. Ein User hier hat es als "clever move" beschrieben, ich find es ziemlich ungeschickt, da so auf die Eingangssequenz "Merano" verzichtet wurde.

STH


17737
Provinz

18.02.2007 - Die drei Hauptdarsteller sind stimmlich wirklich klasse, aber die Inszenierung, Bühne und Kostüme, die meisten Nebenrollen und vor allem die Choreografie sind einfach tiefste Provinz. Der Chor ist fast nie zu verstehen.
Mit Uli Brées Übersetzung wird sich dieses tolle Stück in den deutschen Theatern bestimmt nicht durchsetzen können.

Dot


16461
Some excellent moves

30.12.2006 - A highly original interpretation of "Chess". The charactertisation (with the exception, perhaps, of Freddie's drug habit, which I felt went a bit too far) was outstanding with a real understanding of the emotions within the love triangle, and the tentions within the protagonists themselves. There were moments of exquisite beauty such as "You and I" set vividly on the banks of Bangkok's Chao Praya River, and "The Deal/No Deal" which was reminicient of Port Merrion in Cornwall with the characters trapped in a forest of Chess pieces. A clever move was to set the openeing in New York instead of Merano, Italy. This also enabled the "Mountain Duet" to be romantically placed at the top of the Empire State Building, and for Anatoly to be accosted by subway dwellers during "Where I Want to Be" - unusual, but certainly artistic ideas. The contemporary dance pieces were outstanding, and it was a shame to not have used the dancers directly during the Chess Matches themselves - even though the first match was shown on a projector screen. The concept behind "Nobody's Side", although undertandable, was almost too cliche'd for the song(I'm used to it being a rather cathartic number as opposed to "I'm gonna wash that man right outa my hair"). "One Night in Bangkok" was well thought out and it was a refreshing change to have sarong-clad dancers performing the choreography rather than the usual gratuitous (and often unappealing) attempts to present Bangkok's erotica. It was a shame that much of the sung dialogue was replaced by speaking - the driving sung-through score hypnotises you with repetative themes and there was a slight lack of that particular intensity within the production overall.
Nonetheless, I came from London to watch the production - and I'd certainly go again - so there's no excuse for anyone more local!

Audrey


16332
schade um das gute Musical

24.12.2006 - Großes erwartet man nach der hervoragenden Overtüre, aber schon sehr schnell wird man enttäuscht. Die Technik wird teils sehr gut eingesetzt, oft scheint es aber auch nur drum zu gehen zu zeigen was man hat. Dagegen wirken die Kulissen, die man aufgestellt hat und nach belieben verschiebt etwas wackelig... Schlimm wird es jedoch bei der Personenführung. Besonders Florence ist vollkommen falsch angelegt und auch Freddy wurde von der Regie etwas überstrapaziert. Klar, er ist auch vom Original her ein Arogantes Arschloch, aber warum muß man ihm dann noch jede Art des Drogenkonsums anhängen (wie auch Walter!) und sollte Florence wirklich genau so unausstehlich sein wie Freddy?
Es gibt darüber hinaus noch so anche Ungereimtheit im Stück und auch viele Widersprüche von Handlung und Inszenierung. Dafür versucht Reitmeier jedoch viele Effekte einzusetzen, die das ganze nicht wirklich voran bringen. Hier und da ein Effek weniger und sich dafür mehr aufs wesentliche konzentriert hätte sicher mehr gebracht.

Darüber hinaus hoffe ich, daß die Deutsche Fassung irgendwann verboten wird. Sie tut in den Ohren weh und es ist zu empfehlen, den Kopf beim Hören abzuschalten da man sonst sehr leicht die deutsche Grammatik verlernen könnte. Ganz davon abgesehen, daß die Silben nur gelegentlich auf die Zeilen passen...

Alex


16260
Echt nicht!

20.12.2006 - Die musikalische Seite stimmt, gut gesungen, gutes Orchester, aber die Regie ist übelstes Standbein/Spielbeintheater der fünfziger Jahre und die Ausstattung schwankt zwischen billigem Pappmache und Pseudobedeutsamen Nichtigkeiten.
Ich hatte selten im Theater so sehr das Gefühl, für dumm verkauft zu werden.
Echt nicht! Lieber die Platte kaufen.

Shakespeare


15691
Super Stück!

17.11.2006 - Eine wirklich gelungene Inszenierung mit großartigen Darstellern, einem tollen Bühnenbild und einer super Umsetzung. Das einzige Manko ist die Textverständlichkeit der Lieder. Im Rang waren die Liedertexte leider so gut wie nicht zu verstehen, was das Verständnis der Handlung zum Teil etwas erschwert hat. Aber dennoch ist das Stück wirklich empfehlenswert!

KaBa


15369
Hervorragend

29.10.2006 - Erst mal ein großes Kompliment an Kaiserslautern für ihr Theater, ein schon von außen wirklich imposanter neuer Bau, auch im inneren großzügig gestaltet. Besonders gefielen mir die hohen Sitze und die Luftschlitze, die im hinteren Teil eines jeden Sitzes angebracht sind. Das Stück "Chess" selbst wurde musikalisch und auch schauspielerisch top "rübergebracht". Großes Kompliment hier auch an das tolle fehlerfrei agierende Orchester des Pfalztheaters.
Auch optisch (was ich vorher nie gedacht hätte) hat das Stück durch seine Projektionen
und sein Bühnenbild einiges zu bieten. Wenn alle Stadttheater Produktionen so wären wie hier in Kaiserslautern, dann wären vielleicht manche großen Long Run Musicals nicht nötig.

Jürgen


15364
gelungene Inszenierung, aber...

28.10.2006 - die deutsche Version ist textlich nicht besonders ansprechend. Erholsam sind die passagen in denen man den Text nicht versteht... dagegen wirkt die Rent Übersetzung geradezu erholsam!
Zeitlich wird das ganze nach 1962 verlegt, was nicht wirklich logisch erscheint und auch in den Texten wird das ganze nicht immer berücksichtigt. das Orchester hingegen beeindruckt und auch optisch fährt das Pfalztheater einiges auf!

Pax.


15281
Ein Geniestreich...

23.10.2006 - ... fürwahr. Unbedingt anschauen. Das Beste auf deutschen Bühnen seit langem. Ich war überwältigt, zu Tränen gerührt. Ein imposantes, grandioses Bühnenbild, tolle Effekte, sehr schöne Kostüme. Eine umwerfende Inszenierung. Gratulation an das gesamte Ensemble, Ausstatter und Regie.

Chrissi


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Handlung
Schach und der kalte Krieg: Ein russischer und ein amerikanischer Schachspieler treten bei einer Schach-WM gegeneinander an. mehr

Weitere Infos
Für die Aufführung 2002 in Stockholm wurde das Buch erneut überarbeitet (von Lars Rudolfsson und Jan Mark). Die Handlung spielt nun komplett binnen einer Woche in Meran, die Figur der Svetlana wird bereits in der ersten Szene eingeführt und der Russe und der Amerikaner treffen in der entscheidenden Partie aufeinander (im Original war der Amerikaner bei der finalen Partie nur als Berichterstatter dabei). Diese Version wurde in Deutschland im Sommer 2012 bei den Domfestspielen Bad Gandersheim gezeigt.

 Leserbewertung
(12 Leser)


Ø 3.50 Sterne

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