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Klassiker

My Fair Lady

Einfaches Blumenmädel wird feine Dame


Gelungene Inszenierung des Lerner-/Loewe-Klassikers in moderner Optik: Dank der Brechstangen-Pädagogik eines blasierten Intellektuellen wird eine Obdachlose zur Society-Lady.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:28.10.2006
Letzte bekannte Aufführung:30.06.2007


Bildungsmisere, zunehmende Armut und Unterschicht-Problematik werden nicht nur in den Medien diskutiert, sondern sind auch die Ansatzpunkte für Peter Grisebachs aktualisierte Sichtweise von "My Fair Lady". Hierzu befreit der Regisseur die Story vom Muff des viktorianischen Englands und verlegt sie ins Jetzt und Heute. So findet der Sprachunterricht der von der Straße aufgelesenen Eliza nicht mehr in einem engen, mit Büchern voll gestopften Studierzimmer statt. Im Jahre 2006 residiert Professor Higgins in einem lichtdurchfluteten, stylisch eingerichteten Maisonette-Loft. Im Designer-Chromregal neben dem hellen Kunstledersofa stehen allenfalls ein paar DVDs. Mit Hilfe der Drehbühne kann das trendige Heim schnell in einen von einer Plakatwand dominierten Fabrikhof verwandelt werden, in dem die Straßenszenen um Alfred Doolittle spielen. Während sich die Londoner Unterklasse aus schrillen Hausfrauen in Kittelschürzen, spärlich bekleideten Nutten und der desillusionierten Jeans- und Turnschuh-Generation zusammensetzt, stolziert die High Society auf dem Rennplatz von Ascot ganz traditionsbewusst in Samt und Seide umher (Bühne & Kostüme: Jan Bammes). Obwohl Grisebach mit seiner Inszenierung voll und ganz dem Buch von Alan Jay Lerner vertraut und auf zusätzliche sprachliche Modernismen verzichtet, gelingt ihm das Kunststück, "My Fair Lady" elegant und ohne Blessuren ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Dank seiner ausgefeilten, auf Tempo und Witz setzenden Personenregie schnurrt der Musical-Oldie über die Bühne, als wäre er ein Stück von heute. Einzig die walzer- und polkalastige Partitur, die das Städtische Orchester unter Christoph Hornischer zuverlässig und mit einer gehörigen Prise Pep intoniert, verrät, dass Frederick Loewe sie bereits vor über fünfzig Jahren komponiert hat.

Im Zentrum der Bremerhavener Aufführung steht Hans Neblung, dessen Henry Higgins ein blasierter Intellektueller mit Hornbrille ist. Fast zu spät entdeckt der Wissenschaftler, dass auch ein Herz in seiner Brust schlägt. In seinen beiden Solo-Songs "Lass ein Weib an Dich heran" und "Ich bin gewöhnt an ihr Gesicht" stellt Neblung sowohl stimmlich als auch schauspielerisch mit Bravour den aktuellen Seelenzustand des Professors dar. Seine Higgins-Interpretation wird in der besuchten Premiere zu Recht vom Publikum bejubelt. Iris Wemme als Haushaltsfaktotum Mrs. Pearce, Christine Dorner als schrullige Mrs. Higgins und vor allem der mit sattem Bass singende Klaus Damm (Alfred P. Doolittle) gestalten ihre Auftritte als komödiantische Kabinettstückchen. Daniela Stuckstette glänzt in Darstellung und Gesang, sowohl als schnodderige Obdachlose als auch als elegante Lady, wobei ihre Stimme zu ausgereift und opernhaft für die Rolle der Eliza ist. In diesem Sinne fast schon eine Fehlbesetzung ist Ralph Ertel (Freddy Eynsford-Hill), der den Song "In der Straße, in der du lebst" so schmalzig vorträgt, als würde er einer klassischen Lehár-Operette entstammen

Stadt- und Staatstheater zeigen immer wieder gern den Klassiker "My Fair Lady". Die in Bremerhaven gezeigte Sichtweise in moderner Optik beweist, dass dieses Musical auch heute noch aktuell sein kann.



Musical nach Bernhard Shaws "Pygmalion" und dem Film von Gabriel Pascal
Buch: Alan Jay Lerner
Musik: Frederick Loewe
Deutsche Übersetzung: Robert Gilbert

(Text: kw)






Kreativteam

Inszenierung Peter Grisebach
Musikalische Leitung Christoph Hornischer
Bühnenbild und Kostüme Jan Bammes


Besetzung

Eliza DoolittleDaniela Stuckstette
Henry HigginsHans Neblung
Oberst PickeringGünter Pirow
Alfred P. DoolittleKlaus Damm
Mrs. HigginsChristine Dorner
Mrs. PearceIris Wemme
Freddy Eynsford-HillRalph Ertel
Mrs. Eynsford-HillAndrea Fitz
KneipenwirtHans Laib
PennerPeter Hildebrandt
Jürgen Radünz
HarryRobert Tóth
JamieLukas Baranowski
Mrs. HopkinsHeike Behrenwald
Lord BoxingtonGeza Frittmann
Lady BoxingtonBozena Szmyt-Piontek



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


18857
schön gestafft und aktuell

10.04.2007 - Wunderbar gestraffte Inszenierung des Klassikers. Endlich mal nicht mit Längen und angestaubt. Wirklich gelungen!
Die Choreografien zu Anfang sind etwas merkwürdig. Leider zum Teil sehr leise Sänger.
Überzeugend vor allem Hans Neblung.

Hardy


16560
Nette Show

05.01.2007 - Hans Neblung hat sehr überzeugend gespielt, während ich von der Elisa-Darstellerin eher enttäuscht war. Stimmlich war sie zwar sehr gut aber sie hat es nicht geschafft, mich emotional zu bewegen. Die Ensemble-Passagen wirkten teils lasch und die Choreographie etwas witzig. Ansonsten war das Musical sehr peppig und ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Nausikaa


16420
Lady geliftet

28.12.2006 - Nie hab ich eine Lady-Inszenierung mit so viel Tempo von Anfang bis Ende erlebt!Dazu ein zeitgemäßes Ambiente, keinerlei Jahrhundertwende-Staub und ein Superpaar Eliza/Higgins! Nur im Chor gab´s wohl viele Erkrankungen...

Christian


15438
Sehr sehr gut

31.10.2006 - Sehenswertes Musical!
Besonders die beiden Hauptdarstelller Frau Stuckstette und Herr Neblung haben mir ausgesprochen gut in Ihrer Rollengestaltung respektive beim Gesang gefallen!

Erik


15404
Liliane traun

30.10.2006 - ein Hochgenuss für alle Sinne. Besonders Hans Neblung als Prof. Higgins ist umwerfend.
Liliane

Liliane


15375
So eine Enttäuschung!

29.10.2006 - Ich war sooo enttäuscht über diese Insznenierung, modern oder nicht modern? Elisa hatte für mich überhaupt kein Temperament, weder im Spielen noch im Gesang, völlig langweilig und farblos.
Was sind das für Kostüme? Wie sah Pickering aus? Peinlich tanzende Statisten, der einzige Lichtblick war für mich Freddy, der unglaublich toll sang!

Isabell


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