Norden Westen Osten Süden
Termine aus DeutschlandÖsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Lust


Liederabend

Lust

Menschen auf dem Kiez


In einem Dance-Club auf der Reeperbahn ist nach Vorstellungsende das Putzteam am Zug. Sie erzählen von ihren Wünschen und Ängsten und erhalten dabei so manchen überraschenden Besuch. Auch in dieser Revue von Franz Wittenbrink erzählen die Menschen ihre Geschichten mit Liedern verschiedener Stilrichtungen.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:01.04.2006
Letzte bekannte Aufführung:31.12.2007


Da nach den "Sekretärinnen" auch die "Männer" und "Mütter" immer neue Produktionen erleben, war es nur eine Frage der Zeit, bis Franz Wittenbrink den nächsten szenischen Liederabend zur Uraufführung bringt. Und dieses Mal sind die Putzfrauen dran. Fünf Damen sollen in einer Table-Dance-Bar (realistisches Bühnenbild von Raimund Bauer) die Spuren der vorangegangenen Vergnügungsshow beseitigen. Bei dieser Arbeit treten dann plötzlich private oder berufliche Probleme in den Vordergrund und bieten Anlässe für Lieder.
Eine überzeugende Darstellerriege steht auf der Bühne des St. Pauli-Theaters: Anne Weber stellt die von ihrem Mann Misshandelte dar, die ihm bei seinem halbherzigen Entschuldigungsversuch schleunigst verzeiht. Susanne Jansen spielt die Resolute, die genau weiß, was sie zu tun hat, als eine Schutzgeldforderung an den Club herangetragen wird. Anneke Schwabe ist das aufreizende aber schusselige Schulmädchen, das eigentlich viel lieber als Tänzerin in diesem Etablissement arbeiten möchte. Sabrina Ascacibar verkörpert eine Träumerin, die sich als Scarlett O'Hara auf der Bühne sieht, und Cordula Gerburg spielt die Chefin, die ihre Mädchen immer wieder zur Arbeit antreibt, obwohl sie selbst eigentlich schon lange keine Lust mehr auf den Job hat. Und dann ist da noch George Meyer-Goll als Penner Paul, der mit Gedichten und philosophischen Zitaten seine Zeit in diesem Laden totschlägt.
Besondere Erwähnung verdient Erik Schäffler, der in einer Vielzahl kleinerer Rollen auftritt und sich dabei sehr wandlungsfähig zeigt. Sein schwäbelnder Beamter, der den Laden nach der "Hamburger Stangen-Abstands-Verordnung" überprüft und dabei in Kotze tritt, ist das komödiantische Highlight des Abends.
Sie alle singen solide, insbesondere Meyer-Goll entpuppt sich als Meister des Soul. Auch wenn nicht jeder Ton perfekt sitzt, sind die individuellen Interpretationen der Lieder, die genau auf die jeweilige Situation abgestimmt sind, hörenswert.
Das musikalische Spektrum ist - wie bei Wittenbrink üblich - sehr breit. Es reicht vom Kurt-Weill-Lied der "Drei Groschen Jenny" über den Schlager "Theo wir fahren nach Lodz" bis zum Song von Tokio Hotel.
Die Zuschauer lachen sehr viel, besonders zu Beginn der Vorstellung. Grund dafür sind aber meistens nicht nur die witzigen Texte, sondern vor allem die dargebotenen Schlüpfrigkeiten: Eine überdimensionierte Penis-Skulptur, die als Sitzhocker missbraucht wird, Textzeilen wie "Warum ist denn dein Arsch so warm? Hier saß das End von deinem Darm", bei denen der Protagonist seinen Kopf über den Stuhl reibt, auf dem gerade noch seine Angebetete gesessen hat, oder auch die mehrfache Erwähnung des Spermas, das anscheinend an mehreren Stellen in diesem Club klebt – all das mag Geschmackssache sein, aber spätestens nach der Hälfte des ohne Pause durchgespielten Abends macht sich Langeweile breit. Da reichen die Obszönitäten nicht mehr aus, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu fesseln.
Trotz stimmiger Rollenportraits, erlaubt es die Vorlage den Figuren nicht, sich zu realen Persönlichkeiten zu entwickeln. Wir bekommen zwar kleine Einblicke in ihre Privatangelegenheiten, aber letztendlich bleibt alles viel zu oberflächlich.
Für einen reinen Liederabend reicht es, interessant arrangierte Titel glaubhaft zu interpretieren, aber wenn Wittenbrink schon die problembeladenen Beziehungen der Personen integrieren will, hätte er auch noch einen Schritt weiter gehen und den Konflikten mehr Tiefe geben müssen. So verliert der Zuschauer leider relativ schnell das Interesse an der eigentlich spannend angelegten Figurenkonstellation und ergötzt sich nur an den erwähnten Schlüpfrigkeiten. Schade um die verschenkten Chancen!

(Text: mr)




Verwandte Themen:
News: PdW: Lust (27.03.2006)
News: Neue Wittenbrink-Revue "Lust" im St. Pauli-Theater (08.03.2006)



Kreativteam

Musikalische Leitung Matthias Stötzel/Franz Wittenbrink
Kostüme Renate Kos
Bühne Raimund Bauer
Regie Franz Wittenbrink


Besetzung

Mit Sabrina Ascacibar
Cordula Gerburg
Susanne Jansen
George Meyer-Goll
Erik Schäffler
Anneke Schwabe
Anne Weber



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


12151
supertolle show

31.12.2009 - Das war mein erster Theater besuch und das wird bestimmt nicht mein letzter! Die aufführung war spitze! man hat sehr viel gelacht man hat gestaunt.... hat einfach spass gemacht. nur zu empfehlen!

Dragonsucker


23007
Super!

06.12.2007 - Ich war gestern Abend in der wieder ins Programm genommenen Show und absolut begeistert!
Diese Aufführung war einfach großartig, und die kleine Jessica war herausragend in Gesang, Spielleidenschaft, Mimik und Tanz: eine großartige Besetzung, ich habe schon vielen meiner Freunde empfohlen, dies Stück anzusehen.

Ute


13709
Lust Reeperbahn Hamburg Weltstadt

27.07.2006 - Ich bin mit hohen Erwartungen in das Stück gegangen. Zu 99% sind diese auch erfüllt worden.

Das Stück lädt ein zum:

- Lachen
- Genießen
- Entspannen

Einfach emphelenswert. Für jeden Hambuger ein MUSS.

Piepenhagen


13157
Ganz toll

25.06.2006 - Ich bin ohne Erwartungen ins St. Pauli Theater gegangen, aber was ich gesehen habe war wirklich gut. Tolle Charaktere, super Stimmen und am Ende eine Super Stimmung. Wirklich ganz toll.

Peter


11725
unlust

03.04.2006 - Was der Abend die ersten 15 Minuten verspricht, hält er dann bis zur dreißigsten etwa.
Dann folgt eine ermüdende Aneinanderreihung von Liedern, mit denen die Damen (sonst wunderbaren) Damen auf der Bühne dann gegenseitig langweilen müssen.

lars tiemann


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
St. Pauli Theater
Spielbudenplatz 29-30
D-20359 Hamburg
+49 40 47110666
Homepage
Hotels in Theaternähe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 4.00 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

Ein Platz für Ihre Werbung?




   HOTEL.DE

THEATER-TIPPS


Sitzen, Parken, Gastro: Unsere Leser geben Tipps für den Theaterbesuch.
Freilichtspiele Tecklenburg, Neue Flora Hamburg, Operettenhaus Hamburg, Raimund Theater Wien, SI-Centrum Stuttgart.
Partnerseite: Musical-World


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestmögliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;