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Verwechslungskomödie

Manche mögen's heiß - Sugar

Nobody is perfect!


© DERDEHMEL/Urbschat
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Die Musicaladaption von Billy Wilders Filmklassiker "Manche mögen’s heiß" aus dem Jahr 1959 ist seichte Unterhaltung mit viel Slapstick und Wortwitz für einen vergnüglichen Abend. Obwohl es um Mord, Lüge, Betrug und Liebe geht, ist der Grundtenor des Stücks heiter und augenzwinkernd. In der Inszenierung von Klaus Seiffert und unter der musikalischen Leitung von Matthias Binner ist die Komödie temporeich und kurzweilig und führt das Publikum in eine Welt, in der sich schlussendlich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen.

(Text: Katharina Klasen)

Premiere:03.09.2022
Rezensierte Vorstellung:03.09.2022
Letzte bekannte Aufführung:28.01.2023
Showlänge:165 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Chicago, 1931. Die arbeitslosen Musiker Joe und Jerry werden zufällig Zeugen eines Mordes in Mafiakreisen und müssen untertauchen. Denn Gangsterboss Gamasche trachtet ihnen nach dem Leben. Weil in der Damenkapelle "Sweet Sue and her Society Syncopators" Kontrabassistin und Saxophonistin fehlen, schlüpfen die beiden glücklosen Musikvirtuosen – wie sie sich selbst bezeichnen – kurzentschlossen in Frauenkleidung und verwandeln sich in 'Josephine' und 'Daphne'. Das Verwirrspiel nimmt seinen Lauf.

© DERDEHMEL/Urbschat
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Von Chicago aus geht es mit dem Nachtzug nach Miami. Das Bühnenbild von Tom Grasshof ist funktional und lässt sich in Sekundenschnelle durch wenige Handgriffe von der Chicagoer Bühne zur Gangster-Garage sowie zum Strand von Miami, in Daphnes und Josephines Hotelzimmer oder in eine ansehnliche Yacht verwandeln.

© DERDEHMEL/Urbschat
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Im Nachtzug lernen Joe und Jerry die Ukulelespielerin Sugar Kane kennen, die – trotz Prohibition – dem Alkohol nicht abschwören kann und von einem neuen Leben als Gattin eines bebrillten, eine Yacht besitzenden Millionärs träumt. Beide Kerle verlieben sich in die laszive, hübsche Blondine und freunden sich als Josephine und Daphne mit ihr an. Herrlich ist das Duett, in dem sich Daphne und Sugar als Seelenverwandte und "Schwester im Orchester" besingen.

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Johanna Spantzel als die titelgebende Sugar spielt und singt solide; es gibt an ihrer Leistung nichts zu bemängeln. Viel mehr sind es die filmische Vorlage und das Drehbuch der Bühnenadaption, die Spantzel in das eindimensionale und klischeehafte Korsett des blonden naiven Dummchens zwingen und keinerlei Entwicklung der Figur zulassen – was die Frage aufwirft, ob die Wiedergabe dieses Geschlechterstereotyps heute noch zeitgemäß ist.

© DERDEHMEL/Urbschat
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Obgleich das Musical den Namen "Sugar" trägt, sind die Stars des Abends andere: Herausragend ist Lukas Benjamin Engel in der Rolle des Jerry, der wiederum eine hinreißend niedliche Daphne verkörpert. Er hat die Lacher stets auf seiner Seite und versteht es, mit ausdrucksstarker Mimik und pointierter Komik zu überzeugen – so etwa, als er "Weil ich ein Mädchen bin" von Lucilectric anstimmt oder verliebt über Fielding sagt: "Er ist mein Morgenstern." In Sachen Bühnenpräsenz kann ihm am Premierenabend niemand das Wasser reichen.

© DERDEHMEL/Urbschat
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Lukas Benjamin Engel und Arne Stephan harmonieren fantastisch als Jerry und Joe bzw. Daphne und Josephine. Ihr Zusammenspiel ist perfekt aufeinander abgestimmt, was bei einer Screwball-Komödie entscheidend ist: Alle witzigen und wortgewandten Dialoge kommen genauso auf den Punkt wie die Situationskomik. In ihren Damen-Outfits sehen die beiden zum Schießen aus. Auch gesanglich überzeugen sie.

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Der zweite Publikumsliebling am Premierenabend ist Ralph Morgenstern als liebestoller alternder Millionär Osgod Fielding. Wenn er auch im Vergleich zu den anderen Hauptdarstellern stimmlich schwächer ist, so weiß er doch mit seinem Charisma und schauspielerischem Talent zu begeistern. Vergönnt ist ihm daher auch der unumstößliche und berühmte Schlusssatz: "Nobody is perfect", als Jerry seine Maskerade auflöst und sich als Mann zu erkennen gibt.

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Nicht vergessen werden dürfen Robin Poell als Gamasche und seine beiden Komplizen, die von Paul Fruh und Joshua Hien verkörpert werden. Als eindrucksvoll mit Gewehren steppende Gangster heimsen sie den ersten großen Applaus im ersten Akt ein. Sie bringen synchronisierten Slapstick auf die Bühne, sobald sie diese betreten. Für die zahlreichen Choreografien und Tanzszenen, die eine große Freude fürs Auge darstellen (neben steppenden Gangstern gibt es z.B. tattrige, aber akrobatische Millionäre) zeichnet Mario Mariano verantwortlich.

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Die von Jule Stynes komponierte Musik passt atmosphärisch zum Stück, hat jedoch keinen großen Ohrwurmcharakter. Dafür ist die neue deutsche Übersetzung aus der Feder von Regisseur Klaus Seiffert ein Genuß für alle, die Wortwitze, Zwischentöne und Anspielungen lieben. So sind Joe und Jerry zum Beispiel "kandiert von Sugar".

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Spaß an der Verwechslung und energiegeladene Spielfreude stehen im Zentrum dieser Inszenierung. Wer für zweieinhalb Stunden von real existierenden Problemen und Krisen abschalten möchte, kann dies aufgrund der Leistung des überzeugenden Ensembles bei "Sugar" sehr gut tun.

(Text: Katharina Klasen)



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Kreativteam

Inszenierung, ÜbersetzungKlaus Seiffert
Musikalische LeitungMatthias Binner
AusstattungTom Grasshof
ChoreografieMario Mariano
Step ChoreografieRobin Poell


Besetzung

== Cast Stuttgart 22/23 ==

Sweet SueMaryanne Kelly
Sugar KaneMaja Sikora
BienstrockJens Krause
Joe (Josephine)Samuel Schürmann
Jerry (Daphne)Björn Schäffer
Gamaschen-PalazzoJan Reimitz
Sir Osgood FieldingRalph Morgenstern
EnsembleJulia Fechter
Mario Mariano
Petra Pauzenberger
Marco Beck


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


32295
Sympathisch altmodisch

07.01.2023 - "Some like it hot" wird immer wieder als eine der besten, wenn nicht sogar als die beste Filmkomödie aller Zeiten bezeichnet.
Die Regie von Billy Wilder ist genial, die Dialoge haben Geschichte geschrieben und die Darstellungen von Monroe, Curtis und Lemmon sind ikonisch.
Da gehört schon Chuzpe dazu, sich an diesen Stoff zu wagen und ein Musical daraus zu machen. Peter Stone (Buch), Jule Styne (Musik) und Bob Merrill (Liedtexte) haben es gewagt und einen veritablen Hit am Broadway gelandet.
Hierzulande selten gespielt, ist SUGAR jetzt im Alten Schauspielhaus Stuttgart zu sehen.
Um es vorweg zu nehmen: Das Musical kann dem Film natürlich nicht das Wasser reichen.
Trotzdem kann man einen ausgesprochen vergnüglichen und kurzweiligen Abend haben.
Das liegt vor allem an den bestens aufgelegten Darstellern, die allesamt ihren ganz eigenen Zugang zu den Rollen finden, ohne an den übergroßen Vorbildern zu scheitern. Herausstechen dabei nochmals Ralph Morgenstern als Osgood Fielding III und Björn Schäffer (Jerry/Daphne), die in ihrem Zusammenspiel ein fulminantes Komödientandem abgeben.
SUGAR ist sicher nicht die beste Partitur des großen Jule Styne. Dennoch sind die Songs schön zu hören und passen in ihrem Bigband-Stil zum hohen Tempo der Geschichte. Alleine wenn in den Walzertakt übergegangen wird, tritt sie unnötig auf die Bremse.
Das schlichte, aber hübsche Bühnenbild lässt ohne Brüche und Pausen die vielen Handlungsorte entstehen.
Mario Marianos flotte, steptanzlastige Choreografie würde mit ein paar mehr Tänzern auf der Bühne noch etwas besser aussehen.
SUGAR ist eine gut gelaunte Musicalkomödie die trotz, oder vielleicht auch gerade wegen ihres etwas altmodischen Charmes für sich vereinnahmen kann.

kevin (198 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


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(kk)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Das arbeitslose Musikerduo in Frauenkleidung beweist Gespür für Timing und Situationskomik. Das ist wichtig, damit die Verwechslungskomödie funktioniert. Überhaupt ist das ganze Ensemble passend besetzt. Die neue deutsche Übersetzung von Klaus Seiffert begeistert ebenso wie die Choreografien von Mario Mariano.

04.09.2022

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