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Disney

Der Glöckner von Notre Dame

Wie aus Stein


© VBW/Deen van Meer
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Denkt man an Disney-Musicals, fallen einem vermutlich am ehesten singende Tiere, Schneemänner oder Kerzenleuchter ein. Der "Glöckner" ist anders. Die Show ist weniger kindlich, voller Symbolik und insgesamt sehr düster. Sie lebt von kleinen Kammertheater-Momenten und legt weniger Wert auf abwechslungsreiche Bühnenbilder als auf herausragende Darstellerinnen und Darsteller. Unterstützt von einem großen Chor ergibt sich so ein Fest für Augen und Ohren.

(Text: jal)

Premiere:08.10.2022
Rezensierte Vorstellung:27.10.2022


Victor Hugos Geschichte vom buckligen Glöckner von Notre Dame wurde unzählige Male verfilmt. Disney hat den Stoff für die dem Musical zugrunde liegende Verfilmung aus dem Jahr 1996 in vielerlei Hinsicht abgeändert, um den Film kindgerecht zu machen. So wurden die Wasserspeier zu spaßigen Fantasiewesen und das Ende kinotauglich zurechtgebogen.

© VBW/Deen van Meer
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Erfreulicherweise haben die Musical-Macher sich beim Erzählen der Geschichte am Original orientiert und lediglich die Songs des Films übernommen und um weitere Lieder (Musik: Alan Menken, Übersetzung: Michael Kunze) ergänzt.

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Der Glöckner im Musical ist ein junger Mann, der als missgebildetes Kind vom Dompropst an Kindes statt angenommen wird und unter dem Dach der Kathedrale ein trauriges, einsames Dasein fristet. Er spricht mit gebrochener Stimme und Zeichensprache, weil die Lautstärke der Glocken ihm das Gehör zerstört hat. Dieses traurige Wesen mit gebücktem Gang überzeugend zu porträtieren ist eine wahre Glanzleistung von David Jakobs, der Quasimodo auch schon in Deutschland erfolgreich portraitiert hat.
Alleine wegen ihm lohnt sich ein Besuch in 'Notre Dame', denn vom ersten Moment an - wenn sich der Glöckner seinen Buckel umbindet und sein Gesicht mit Farbe beschmiert - nimmt der Schauspieler die Zuschauerinnen und Zuschauer in seinen Bann. Seine Bewegungen, sein Gesichtsausdruck und auch die Komik, mit der er den behinderten Jungen ausstattet, ist beeindruckend. In Kombination mit der ausgeklügelten Regiearbeit von Scott Schwartz entsteht so eine auf den Punkt gebrachte Interpretation.

© VBW/Deen van Meer
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Zweiter Hauptdarsteller und ebenso beeindruckend ist Andreas Lichtenberger in der Rolle des Erzdiakons Claude Frollo. Sein Charakter - ein klassischer 'Disney-Villain' - erhält von den Machern der Show mit "Das Feuer der Hölle" einen der stärksten Songs des Abends, welchen er mit einem beinahe beängstigend starken Bariton über die Rampe schmettert.
Sobald Jakobs und Lichtenberger als Vater-Ziehsohn-Gespann gemeinsam auf der Bühne agieren, entstehen die intensivsten Momente des Musicals. Ihre schauspielerische Interaktion ist ungemein packend und macht die Entwicklung hin zum großen Finale äußerst interessant.

© VBW/Deen van Meer
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Der dritte Hauptcharakter der Geschichte, Esmeralda, ist weniger ausgearbeitet und eher etwas stereotypen-behaftet. Abla Alaoui macht das Beste aus ihrer Rolle und überzeugt mit der gefühlvollen Darbietung der Ballade "Hilf den Verstoß’nen". Auch bei ihrer Rolle sind es die gemeinsamen Szenen mit David Jakobs, die am meisten Spaß machen. Das Kennenlernen der beiden im Glockenturm ("Hoch über der Welt") ist schauspielerisch und gesanglich sehr ausdifferenziert, und jede Pointe sitzt.

© VBW/Deen van Meer
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Dominik Hees (Phoebus) und Mathias Schlung (Clopin) haben rollenbedingt weniger Chancen, sich zu entwickeln, füllen aber beide ihre Charaktere mit viel Leben und überzeugen gesanglich.

© VBW/Deen van Meer
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Das Ensemble der Show ist ein weiterer Hauptdarsteller, denn die Finesse der Regiearbeit von Scott Schwartz ist es, alle Darstellerinnen und Darsteller während der gesamten Show auf dem kirchenschiff-artigen Bühnenbild verweilen und sie in unterschiedlichste Rollen schlüpfen zu lassen. So sitzen die Schauspieler zumeist in Kutten auf den Kirchenbänken, werden aber durch Blitzumzüge auf der Bühne rasch zu Bettlern, Zigeunern oder Soldaten. Diese Art der flexiblen Rollenaufteilung macht Spaß und ist abwechslungsreich, denn so wird die Geschichte nicht nur von einer Person, sondern gleich von einem ganzen Ensemble erzählt.

© VBW/Deen van Meer
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Das schon erwähnte Kirchenschiff-Bühnenbild von Alexander Dodge fällt im Wiener Ronacher bühnenbedingt etwas schmaler aus als in Stuttgart oder Berlin, verliert aber dadurch nicht an Imposanz. Besonders der im hinteren Teil platzierte Chor (auch dieser etwas kleiner als bei vorigen Aufführungen) steht im Mittelpunkt und ist als weiterer Hauptdarsteller der Show so immer präsent. Die Wucht des großen Chores - ganz besonders in der Kombination mit dem großartigen Orchester unter der Leitung von Michael Römer - ist bombastisch.

© VBW/Deen van Meer
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Letztlich sei nochmals auf die Regiearbeit von Scott Schwartz, Sohn des Liedtexters und "Wicked"-Komponisten Stephen Schwartz, hingewiesen. Ihm ist es zu verdanken, dass die "Glöckner"-Show so erfreulich 'anders' ist. Er schafft es, das Musical mit einfachen Mitteln zu inszenieren und braucht dazu keinen großen technischen Aufwand. So wird eine Holzbank fix zu einer Kerkertür oder das in Kutten gehüllte Ensemble zu Hindernissen, die der Glöckner bei seiner Suche nach Esmeralda passieren muss.
Ganz liebevoll gelingt ihm der Umgang mit symbolträchtigen Bildern, wie dem Beschmieren der Gesichter im Finale, das letztlich aussagt, dass wir alle leicht zu 'Ausgegrenzten’ werden können und vielleicht ein wenig über den Tellerrand schauen müssen. Gerade in der heutigen Zeit sicherlich eine wichtige Moral. Details wie dieses machen die Show besonders und sorgen am Ende für das ein oder andere Taschentuch-Rascheln.

© VBW/Deen van Meer
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Beim "Glöckner von Notre Dame" muss man beinahe 'mahnend’ sagen: Bitte nicht vom 'Stempel' Disney abschrecken lassen; diese Show ist anders als das 'klassische' Disney-Musical - ungemein düster, symbolträchtig und erwachsen. Außerdem besticht die Inszenierung durch ein tolles Ensemble und eine ausgeklügelte Regiearbeit. Dieser Art von Theatermagie kann man sich schwer entziehen.

(Text: Jens Alsbach)



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Kreativteam

Regie Scott Schwartz
Choreografie Chase Brock
Kostüme Alejo Vietti
Bühnenbild Alexander Dodge
Lichtdesign Howell Binkley
Sounddesign Gareth Owen


Besetzung

Quasimodo David Jakobs
(Charles Kreische)
(Thijs Snoek)

Esmeralda Abla Alaoui
(Sophie Mefan)
(Sina Pirouzi)

Erzdiakon Claude Frollo Andreas Lichtenberger
(Martin Berger)
(Lucius Woilter)

Phoebus de Martin Dominik Hees
(Roy Goldman)
(Alex Snova)

Clopin Trouillefou Mathias Schlung
(Gerben Grimmius)
(Salvo Maione)

FlorikaSophie Mefan
(Bianca Basler)
(Hannah Leser)

Pater DupinMartin Berger
Jehan FrolloRoy Goldman
König Louis XI.Gerben Grimmius
MadameAnne Hoth
St. AphrodisiusDavid Rodriguez-Yanez
Leutnant Frederic CharlusThijs Snoek
EnsembleMartin Berger
Andrea Luca Cotti
David Eisinger
Roy Goldman
Gerben Grimmius
Anne Hoth
Sophie Mefan
Sina Pirouzi
David Rodriguez-Yanez
Lucina Scarpolini
Thijs Snoek
Alex Snova
SwingBianca Basler
Christopher Dederichs
Charles Kreische
Hannah Leser
Salvo Maione
Jan-Eike Majert
Jo Lucy Rackham
Lucius Woilter




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Musik

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Auch die Wiener Produktion besticht durch die düstere Inszenierung voller Symbolik. Bei der Besetzung wurde alles richtig gemacht.

29.10.2022

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