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Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Pretty Woman: The Musical


Filmadaption

Pretty Woman: The Musical

On A Night Like Tonight


© Helen Maybanks
© Helen Maybanks
Wer kennt sie nicht, die ersten Takte von Roy Orbisons Song: "Pretty Woman, walking down the street...". Die zeitlose Romanze mit Richard Gere und Julia Roberts ist wahrscheinlich die Quintessenz aller amerikanischen Filmromanzen bzw. "Romcoms" und ein weltweit bekannter Kinohit. Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieser vor Komik und Kitsch strotzende Streifen auch in eine Bühnenversion verwandelt wird – und welches Genre eignet sich dafür besser als Musical? Der Kultfilm macht auch als Musiktheaterstück eine gute Figur und weiß vor allem durch starke Songs zu begeistern, auch wenn die Story etwas in die Jahre gekommen zu sein scheint.

(Text: André Böke)

Premiere:01.03.2020
Rezensierte Vorstellung:30.12.2022


© Helen Maybanks
© Helen Maybanks


Die Bordsteinschwalbe Vivian gerät an den gönnerhaften, etwas introvertierten Geschäftsmann Edward, der ihr im Gegenzug für ihre Gesellschaft als eine Art "Sugardaddy" unglaubliche Geldsummen zur Verfügung stellt und sündhaft teure Geschenke macht. Aus diesem Business-Deal entwickelt sich mit der Zeit eine tiefe Zuneigung und letztendlich Liebe, die nicht nur die Grenzen ihrer gesellschaftlichen Stände, sondern auch persönliche Traumata und charakterliche Differenzen überwindet.

Die Geschichte wird durch das Buch von Gary Marshall flott, beinahe hektisch eingeleitet. Innerhalb weniger Minuten sitzt Vivian bereits bei Edward im Hotelzimmer und ihr Aufeinandertreffen und die Einführung beider Figuren scheint am Publikum fast vorbeigeflogen zu sein. Glücklicherweise geben die starken Songs von Bryan Adams den Hauptcharakteren im Verlauf der Handlung immer mehr Tiefe. Ein richtiger Konflikt, der den Spannungsbogen der Handlung halten würde, existiert leider nicht. Zwei inhaltliche Aspekte fungieren als Aufhänger: Zum einen hat Edward mit einer geschäftlichen Entscheidung zu ringen und muss mehrere Unternehmer von seinen Ideen überzeugen, wobei Vivian mit ihrem Charme zur Seite stehen soll. Zum anderen hat Vivian es sichtlich schwer, in der Schickeria Fuß zu fassen und lernt durch "trial and error" sowie die Hilfe des engagierten Personals des Beverly Wilshire Hotels stetig dazu: wie man sich kleidet, sich zurückhaltend gibt, Walzer tanzt – all das wird schrittweise und Songfür Song der eher burschikosen Vivian erklärt.

Der tragende Fokus des Stücks liegt daher eher auf der Annäherung der beiden Hauptfiguren zunächst auf körperlicher und zunehmend auf emotionaler Ebene. Dies zu beobachten und mitzufühlen macht den Großteil des Reizes dieses Musicals aus, was Buch und Regie gut gelingt, in den Fokus zu rücken. Man möchte keine spannende oder reißerische Story präsentieren, sondern eine humorvolle Liebesgeschichte ohne großes Drama und mit seichter (kritisch gesagt: eher belangloser) Handlung, wie man es von einer Romcom erwartet – und das funktioniert erstaunlich gut über zwei Akte hinweg, ohne das Publikum zu verlieren.

© Helen Maybanks
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Die Kulisse wirkt der US-amerikanischen 80er und 90er-Filmästhetik entlehnt und vermittelt mit den zahlreichen funkelnden und protzigen Requisiten wie Möbeln, Palmen und Pool-Equipment direkt das gewünschte L.A.-Movieset-Feeling rund um den Sunset Boulevard, den Hollywood Walk of Fame und die Nobelmeile Rodeo Drive. Dynamisch-flott werden die Bühnenelemente für jede Szene ausgetauscht, was der rasch präsentierten Inszenierung in die Hände spielt. Licht- und Tontechnik schmiegen sich nahtlos in das präsentierte Bild ein. Aber auch bei den Bühnenabläufen wirkt in manchen Szenen alles etwas hektisch und flüchtig abgespielt. Die Songs der Protagonisten nehmen aber immer glücklicherweise wieder den Wind aus den Segeln und sorgen für willkommene Verschnaufpausen und die Möglichkeit, die Figuren doch noch etwas näher kennenzulernen.

© Helen Maybanks
© Helen Maybanks


Den Comic Relief des Musicals haben Vivians aufgedrehte Freundin Kit de Luca und das Hotelpersonal in Gestalt des schrulligen Stewards und des omnipräsenten Chefs des Beverly Wilshire inne, die aber in ihrer Charakterisierung leider recht blass bleiben und den beiden Hauptdarstellern lediglich die Bälle zuspielen. Choreographien sind zumeist in Szenen, in denen das kalifornische Lebensgefühl präsentiert wird, besonders effektiv umgesetzt und sorgen für gute Laune. Deutlich ist aber, dass der inszenatorische Fokus immer auf dem Liebespaar Vivian und Edward liegt und alles andere eher schmückendes und nett anzusehendes bzw. anzuhörendes Beiwerk ist.

Am besuchten Vorstellungsabend gab es einige sehr spontane Castwechsel wegen Krankheit. Die neue Besetzung hatte laut Veranstalter teilweise weniger als 24 Stunden Zeit, ihre Tracks und ihre zum Teil gänzlich neuen Rollen zu lernen; einige Darsteller wurden eigens schnell neu gecastet. Davon ist auf der Bühne aber nicht einmal ein Hauch zu spüren. Alle Darstellerinnen und Darsteller wirken perfekt eingespielt und hochkarätig besetzt. Das Zusammenspiel ist stets natürlich und symbiotisch, die Bühnenchemie zwischen den Hauptrollen glaubwürdig und differenziert, das Auftreten aller Akteure souverän und routiniert. Auch stimmlich sind vor allem die weiblichen Ensemblemitglieder herausragend besetzt.

© Helen Maybanks
© Helen Maybanks


Elly Jay, die eigentlich Swing im Musical ist, gibt eine sympathische und nahbare Vivian mit einem nicht aufgesetzt wirkenden Straßencharme. Sie überzeugt als Hauptdarstellerin auf ganzer Linie. Jay kann vor allem mit ihrer durchdringenden und den riesigen Saal des Savoy-Theaters füllenden Gesangstimme in ihren sehr stark vorgetragenen Soli "I Can't Go Back" und "Anywhere But Here" beeindrucken und ihrer Figur Tiefe und Emotion verabreichen. Ihr Bühnenpartner Alex Hammond wurde als Notfall-Edward an diesem Abend eingeflogen, obwohl er nicht mehr zur aktuellen Cast gehört. Seine Figur legt er introvertiert und charmant, teilweise etwas störend zurückhaltend an – man wünscht sich förmlich, dass er Vivian endlich näher kommt und klassisch gesagt "seinen Mann steht". Die Solo-Songs "Something About Her" und "Freedom" singt er mit überraschend viel Gefühl, was dem Publikum zeigt, dass seine Charakterdarstellung differenziert einen äußeren, öffentlichen und einen inneren, privaten Edward vorsieht. Ihren gemeinsamen Höhepunkt finden Vivian und Edward im vor allem durch letzteren vorgetragenen "You and I" – ein wunderschöner romantischer Moment!

Jemma Alexander, die eigentlich ebenfalls Swing ist, gibt eine extrovertiert-flippige Kit de Luca. Ihre lange, rockige Riff-Einlage mit den drei simplen Worten "Oh my god" in Vivians "Luckiest Girl in the World" sorgt sofort für einen Showstopper – das muss man erstmal schaffen! Zudem begeistert sie mit ihrem Rocksong "Rodeo Drive", der so gut vorgetragen wird, dass man am Ende des Musicals schon enttäuscht ist, dass Kit nicht weitere Songs erhalten hat.

© Helen Maybanks
© Helen Maybanks


Ein großes Highlight findet sich mit Andy Barke in der Doppelbesetzung des "Happy Man", einem obdachlosen Ramschverkäufer, der als Erzähler der Geschichte fungiert und des allwissenden und stets formvollendeten Luxushotel-Managers Mr. Thompson. Als eine Art Showmaster zieht er die Fäden der Geschichte und steht Vivian mit Rat und Tat zur Seite, was Barke in dieser fordernden Rolle mit Bravour meistert. Dazu legt er seinen Gesang je nach Figur auch so differenziert an, dass man ihn beinahe nicht wieder erkennt. Energetisch präsentiert er als Obdachloser direkt den Opener "Welcome to Hollywood", während er sinnlich und fast schlagerhaft in "On a Night Like Tonight" Vivian Walzer und Tango beibringt.


Und was ist eigentlich mit Roy Orbisons Kult-Song? Natürlich werden alle "Pretty Woman"-Fans nicht im Regen stehen gelassen! Das gesamte Ensemble gibt zum krönenden Abschluss des Stücks den Welthit zum Besten und beschließt so einen kurzweiligen, romantisch-schnulzigen Theaterabend mit viel Heiterkeit und guter Laune, sodass man beschwingt das Theater verlässt und vor allem die tollen Songs in Erinnerung behält.


Diese Produktion war in folgenden Londoner Theatern zu sehen:
13.02.20-03/20 - Piccadilly Theatre
seit 08.07.21 - Savoy Theatre

(Text: André Böke)



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Kreativteam

BuchGary Marshall
J.F. Lawton
Musik / TextBryan Adams
Jim Vallance
Inszenierung / ChoreografieJerry Mitchell
BĂĽhnenbildDavid Rockwell
KostĂĽmeTom Rogers
Original Broadway KostĂĽmdesignGregg Barnes
Licht DesignKenneth Posner
Philip S. Rosenberg
Sound DesignJohn Shivers


Besetzung

Edward LewisDanny Mac,
(John Addison)
(Tom Andrew Hargreaves)

Vivian WardAimie Atkinson,
(Helen Hill)
(Elly Jay)

Kit de LucaRachael Wooding [-13.11.]
Courtney Bowman [15.11.-]
(Jemma Alexander)
(Hannah Ducharme)
(Charlotte Elisabeth Yorke)

Happy Man
Mr. Thompson
Bob Harms [-13.11.]
Andy Barke [15.11.-]
(Andy Barke)
(Curtis Patrick)

Philip StuckeyJohn Addison,
(Andy Barke)
(Ben Darcy)
(Tom Andrew Hargreaves)

James MorseMark Holden,
(Andy Barke)
(Matt Bateman)
(Oliver Brenin)

EnsembleJemma Alexander
Andy Barke
Matt Bateman
Kimberly Blake
Robertina Bonano
Oliver Brenin
Alex Charles
Ben Darcy
Hannah Ducharme
Elishia Edwards
Tom Andrew Hargreaves
Antony Hewitt
Helen Hill
Kurt Kensley
Georgia Kleopa
Annabelle Laing
Hassun Sharif
Cilla Silvia
SwingsBecky Anderson
Patrick Barrett
Elly Jay
Matt Jones
Will Luckett
Curtis Patrick
Charlotte Elisabeth Yorke
Tara Young


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Helen Maybanks
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 Theater / Veranstalter
Savoy Theatre
The Strand
London
+44 (0)870 164 8787
Homepage
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Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Kurzweilige Musical-Romanze mit seichter Handlung, aber tollen Songs!

07.01.2023

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