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Grusical

Sweeney Todd

Der teuflische Barbier aus der Fleet Street


© Martin Kaufhold
© Martin Kaufhold
"Sweeney Todd" im English Theatre Frankfurt unterh├Ąlt durch eine interessante Herangehensweise an die musikalisch komplexe und inhaltlich herausfordernde Geschichte von Komponist Stephen Sondheim und Autor Hugh Wheeler. Die Einbeziehung der Zuschauer in die an einen Splatterfilm erinnernde Handlung sowie das hervorragende Ensemble rund um Hauptdarsteller Stephen John Davis wissen zu unterhalten.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:02.11.2019
Rezensierte Vorstellung:12.11.2019
Letzte bekannte Auff├╝hrung:15.03.2020
Showl├Ąnge:150 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Beim Betreten des Auditoriums f├Ąllt das detailverliebte B├╝hnenbild von Rachel Stone ins Auge, welches auf zwei Stockwerken diverse Szenenwechsel m├Âglich macht. W├Ąhrend unten links die Backstube von Mrs. Lovett inklusive der sogenannten "Splash Zone" eingerichtet ist, wird im oberen Geschoss die Band positioniert, die durch eine Art Durchbruch in der Wand zu sehen ist. Der untere rechte Abschnitt verwandelt sich im Laufe des Abends zu Benjamin Barkers Fris├Ârsalon, in dem er, der d├╝steren Geschichte folgend, seine Feinde blutr├╝nstig um die Ecke bringt und mit Hilfe von Mrs. Lovett zu Wurstwaren verarbeitet.

© Martin Kaufhold
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Im Falle der Inszenierung von Derek Anderson ist der Begriff "blutr├╝nstig" tats├Ąchlich im Sinne des Wortes gemeint: Das Blut spritzt literweise. So erkl├Ąrt sich der Begriff "Splash Zone" quasi von selbst, denn dort d├╝rfen Zuschauer mit eigens daf├╝r bereitgestellten Plastik-Fris├Ârumh├Ąngen Platz nehmen und "in der Handlung" sitzen. Diese Art des "Immersive Theatre", also das Einbeziehen der Zuschauer in die Handlung und das Aufweichen der Grenze zwischen B├╝hne und Zuschauerraum, ist derzeit besonders in London angesagt. In Frankfurt geschieht dies in zweierlei Hinsicht - einerseits in der angesprochenen "Splash-Zone", f├╝r die es eine eigene Karten-Kategorie (inkl. Backstage-F├╝hrung) gibt; andererseits spritzt das Blut auch ordentlich in den vorderen Reihen des Auditoriums, was vom Effekt noch eindringlicher ist, da dort die Handlung st├Ąrker vorangetrieben wird. Die "Splash Zone" wird hingegen nur selten im Sinne des Wortes genutzt und kommt am Ende des Abends ein wenig brav daher.

Fakt ist jedoch, dass f├╝r ordentlich "Splatter" gesorgt ist. Allerdings nutzen die besten Effekte nichts, wenn sie der Effekte willen gezeigt werden. Gl├╝cklicherweise hat sich Regisseur Anderson mit seinem Team ein ausgezeichnetes Ensemble auf die B├╝hne geholt, das die f├╝r deutsche Verh├Ąltnisse sehr schwere, "operetteske" Musik von Sondheim mit Leben f├╝llt.

© Martin Kaufhold
© Martin Kaufhold

Ausdr├╝cklich sind Stephen John Davis ("The Phantom of the Opera") und Sarah Ingram ("Legally Blonde") zu w├╝rdigen, beides bekannte Namen des Londoner West Ends.
Besonders Davis fasziniert mit seinem ausdrucksstarken, kr├Ąftigen Bariton und wei├č seine vielschichtige Rolle hervorragend auszuf├╝llen. Obwohl er nach und nach Kehle f├╝r Kehle durchschlitzt, kann man seine verletzte Seele und die st├Ąndige Trauer um seine Tochter immer durchschimmern sehen. Sarah Ingram, die Mrs. Lovett bereits in England verk├Ârperte, gef├Ąllt durch ihre bissige Art und ihre authentische Darstellung der zwielichtigen B├Ąckerin. Das Ensemble tritt in diversen Rollen auf und bietet kr├Ąftige Ensemblenummern, die gemeinsam mit der 4-k├Âpfigen Band f├╝r ein gutes Klangvolumen sorgen.

© Martin Kaufhold
© Martin Kaufhold

Auch wenn die Partitur der Show f├╝r ein ausladendes Orchester komponiert wurde, ist die heruntergebrochene Herangehensweise mit zwei Keyboardern und zwei Schlagzeugern hier sehr effektvoll, da bei Sondheims durchkomponierter Show der Gesang im Vordergrund stehen soll. Gerade durch die reduzierte musikalische Begleitung in Frankfurt r├╝ckt dieser auch wirklich in den Mittelpunkt.

© Martin Kaufhold
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Alles in allem hat sich das English Theatre Frankfurt f├╝r sein 40-j├Ąhriges Jubil├Ąum ein recht komplexes, nicht unbedingt massentaugliches St├╝ck ausgew├Ąhlt. Hier gibt es keine Mitklatsch-Nummern, nicht mal ein richtiges Leitmotiv. Durch die interessante Herangehensweise von Seiten der Regie und das sehr gute Ensemble erlebt man die - aufgrund der Komplexit├Ąt - selten in Deutschland gezeigte Sondheim-Show in neuem Gewand und spannend aufgepeppt. Das durch den Fleischwolf gedrehte Musical, das in Frankfurt gezeigt wird, ist "Sweeney Todd" f├╝r die n├Ąchste Generation.

(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

Regie Derek Anderson
Musikalische Leitung Mal Hall
Matt Ramplin
Choreografie Lee Crowley
B├╝hnenbild Rachel Stone
Kost├╝me Olivia Ward
Melanie Sch├Âberl
Licht Johannes Paul Volk
Sound Hendrik Dingler


Besetzung

Ensemble, Cover Anthony, Pirelli, Fogg, Beadle Bamford Will Arundell
Aldofo Pirelli, Jonas Fogg Matt Bateman
Ensemble, Cover Sweeney Todd, Judge Turpin Dominic Brewer
Ensemble, Cover Beggar Woman Alex Burns
Ensemble, Cover Johanna, Tobias Ruby Davies
Sweeney Todd Stephen John Davis
Beadle Bamford Nathan Elwick
Beggar Woman, Cover Mrs. Lovett Samantha Ivey
Mrs. Lovett Sarah Ingram
Judge Turpin David Pendlebury
Anthony Matthew Facchino
Johanna Aliza Vakil
Tobias Lucy Warway



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Musik

Besetzung

Ausstattung

Schaurig-sch├Âner Blutrausch mit stimmgewaltigem Ensemble. Das ETF zeigt Benjamin Barkers Rachefeldzug als Immersive Theatre, welches Sondheims klassische Vorlage clever in Szene setzt.

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Leider keine aktuellen Auff├╝hrungstermine.


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