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Political

Die Dreigroschenoper

Machtspiele in der Unterwelt von London


Brecht-Schauspiel mit der Musik von Kurt Weill in einer schnörkellosen überzeugenden Inszenierung.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:07.01.2006


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral" - Nach diesem Motto leben die Figuren in der Dreigroschenoper, ganz egal ob Polizist oder Verbrecher. Jeder hat sich seinen Wohlstand hoch erhobenen Hauptes ergaunert. Der Geschäftsmann Jeremy Peachum staffiert seine Angestellten zu Bettlern aus, damit sie das Mitleid der Menschen erregen, und nimmt eine satte Provision des erbettelten Geldes entgegen. Der Ganove Mackie Messer hat sich sein Hab und Gut auf diversen Beutezügen mit seiner Bande zusammengestohlen, und der Polizeichef Tiger Brown verbessert sich sein offizielles Gehalt, indem er nebenbei mit seinem alten Kumpel Mackie zusammenarbeitet. Als Peachum von der heimlichen Hochzeit zwischen Mackie und seiner Tochter Polly erfährt, kann er sich nicht mit dem Gedanken abfinden, eine Verbrecherbraut als Tochter zu haben, und sorgt dafür, dass Mackie ins Gefängnis wandert.
Ulrike Maack verzichtet in ihrer Inszenierung auf eine Neuinterpretation oder aufgesetzte Modernisierung dieses schon fast 80 Jahre alten Klassikers. Die Dreistigkeit, mit der die Personen ihren moralischen Standpunkt vertreten, erzielt auch heute noch ihre Wirkung. Ein zeitloses Bühnenbild sowie ein in weiten Teilen überzeugendes Ensemble reichen, um den Zuschauer erleben zu lassen, dass Brechts Gesellschaftskritik nichts an Aktualität verloren hat.
Auf der Bühne dominieren graue Farben, die jedoch immer wieder von bunten Elementen durchbrochen werden, insbesondere wenn die Huren, von denen Mackie trotz gerade eingegangener Ehe nicht die Finger lassen kann, auftreten. Mit raffinierten Kleinigkeiten unterstützt Ausstatterin Muriel Nestler die Aussage der Produktion: Wenn Polly und Mackie z.B. für ihre Hochzeitsnacht in einem Pappbett Stellung beziehen, lässt das einen deutlichen Schluss darauf zu, dass das Fundament dieser Beziehung nicht sehr stark ist.
Matthias Unruh hinterlässt als Peachum einen besonders starken Eindruck. Er vertritt geradezu erschreckend geradlinig seine zweifelhafte Moral und entlarvt Peachums Scheinheiligkeit besonders dadurch, dass er sich den anderen Verbrechern überlegen fühlt
Auch Immanuel Himm zeigt als Mackie Messer ein starkes Rollenportrait. Seine Figur erscheint das ganze Stück über unecht, als würde sie ein bisschen über allem schweben. Er lässt keinerlei Gefühle an sich heran und kann dadurch wunderbar mit allen spielen, die auf seinen Charme hineinfallen.
Olaf Napp hingegen legt den Polizeichef Brown zu einseitig an. Er vermittelt den Eindruck eines gestressten Managers, was durchaus stimmig ist, schließlich hat er viele Entscheidungen zu treffen. Die Beziehung zu Mackie jedoch wird seinerseits zu emotionslos und somit undefiniert dargestellt. Fühlt er so etwas wie Mitleid, als sein "Freund" im Gefängnis sitzt, oder sind da nur berechnende Gedanken, um eine möglichst hohe Bestechungssumme zu erpressen? Napp bleibt die Antwort schuldig.
Mitten in diesem Beziehungsgeflecht steht Polly, dargestellt von Mirjam Smejkal. Anfangs naiv und trotz ihrer starken Gefühle für Mackie distanziert, durchläuft sie die stärkste Entwicklung aller Figuren. Als Mackies Partnerin lernt sie die Lust an der Macht kennen und wird zu einer selbstbewussten, starken Persönlichkeit. Diese Wandlung stellt Smejkal absolut überzeugend dar.
Eigentlich müsste jeder Darsteller aus dem Ensemble Erwähnung finden, denn gerade die Nebenrollen der Huren, Bandenmitglieder und Bettler sind differenziert herausgearbeitet und unterstreichen die feinfühlige Personenführung der Regisseurin.
Für die musikalische Einstudierung zeichnen Henning Stoll und Laurenz Wannenmacher verantwortlich. Eine kleine Band reicht aus, um das Schauspielhaus mit den düsteren, teils dissonanten Tönen aus Kurt Weills Partitur zu erfüllen. Gelegentlich wünscht man sich mal einen vollen Orchestersound, aber da auch dem Gesang meist anzumerken ist, dass hier Schauspieler und keine Sänger auf der Bühne stehen, bilden reduzierte Instrumentierung und Gesang ein harmonisches Gesamtkonzept in dieser Inszenierung.


(Text: mr)






Kreativteam

RegieUlrike Maack
AusstattungMuriel Nestler
Musikal. EinstudierungHenning Stoll
Laurenz Wannenmacher
ChoreographieTina Gaitzsch


Besetzung

Jeremy PeachumMatthias Unruh
Macheath, genannt Mackie MesserImmanuel Humm
Polly PeachumMirjam Smejkal
Mrs PeachumClaudia Macht
Tiger BrownOlaf Napp
LucyAgnes Richter
Spelunken-JennyAlmuth Schmidt
Moritatensänger u.a.Christoph Brüggemann
sowieMarko Gebbert
David Allers
Stefan W. Wang
Siegfried Jacobs
Olaf Salmon
Eva Krautwig
Anne Diedering



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


15905
geile nummer

02.12.2006 - Ich würde das Stück erst mal in Kiel anschauen befor andereswo.Einfach klasse.Solche schauspiel sieht mann nicht jeden tag.

pran


15717
vielen Dank

19.11.2006 - vielen Dank für einen schönen, unterhaltsamen und sehr angenehmen Abend. Tolle Schauspieler, tolle Musik es war einfach schön

püppi


15011
mackie ist süß

08.10.2006 - die zuschauer werden in das stück miteinbezogen, das hat mir gefallen

miau


12303
leider sehr schlecht

10.05.2006 - Ich war wirklich enttaüscht von dieser Inszinierung, vom Volkstheater in Rostock war ich da wirklich viiiieeeeel Besseres gewohnt. Ich kann nur jedem empfelen sich das in Rostock nochmal anzusehen, da sieht man was Schauspielerisches Talent bedeutet.

fr


11114
BEWERTUNG

06.03.2006 - super

bolle


10712
Echt gutes Stück !

12.02.2006 -

Paddy Wee


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