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Unter den 14 komischen Opern, die das britische Duo Gilbert & Sullivan Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts verfasst hat, zählt „Die Piraten von Penzance“ zu den bekanntesten und bis heute am häufigsten gespielten Werken. Derzeit unterhält die ‚Comic-Oper‘ die Besucher des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Die Geschichte um den jungen Piraten Frederic, der, aufgrund eines Hörfehlers seiner Kinderfrau, statt zu einem ‚Privaten‘ zu den ‚Piraten‘ in die Ausbildung gegeben wird, steht derzeit hier auf dem Spielplan.
Obwohl die Geschichte der Piraten, die eigentlich viel zu gutherzig sind, um erfolgreich zu sein, bereits fast 150 Jahre alt ist, gelingt es Regisseur und Choreograf Adam Cooper, die immer absurderen und aberwitzigeren Wendungen so zu inszenieren, dass jeder Gag punktgenau zündet. Mit slapstickartiger Komik, die an Monty Python erinnert, überrascht die Inszenierung mit kreativen Details, wie lebende Statuen, die plötzlich aus dem Bühnenboden auftauchen, oder eine immer wiederkehrende, miesgelaunte Bühnenarbeiterin, die den Darstellern auch mal gelangweilt das Schwert vor die Füße wirft, anstatt es dramatisch aus dem Off zu reichen.
Besonders beeindruckend ist die offensichtliche Liebe zum Detail, die in jeder Facette der Produktion spürbar ist: Die fein ausgesteuerte, schwungvolle Musik unter der Leitung von Anthony Bramall fügt sich nahtlos in die präzisen abgestimmten Choreografien, die zahlreichen Bühnenumbauten und das stimmungsvolle Lichtdesign ein. Alles wirkt wie aus einem Guss – ein präzises Räderwerk, in dem jedes Zahnrad perfekt ineinandergreift. Durch den geschickten Einsatz der Drehbühne und die optimale Nutzung der Bühnentiefe wechselt die Szenerie fließend zwischen Piratenschiff, verlassenem Strand und dem Haus, in dem der Generalmajor mit all seinen Schützlingen, die ihm seinen Lebensabend finanziell sichern, lebt. Dabei bauen die Bühnenbildner Karl Fehringer und Judith Leikauf immer wieder kleine Details, wie einen typischen Londoner Mülleimer, ein, der die britische Exzentrik charmant aufs Korn nimmt.
Birte Wallbaum hat dazu passend überzeichnete Kostüme kreiert: Die Piraten und der Generalmajor glänzen in aufwendig gestalteten, farbenfrohen Outfits mit detailreichen Perücken, während die Frauen in prächtigen, ausladenden Roben über die Bühne schreiten.
Die neue deutsche Übersetzung von Inge Greiffenhagen und Bettina von Leoprechting nimmt den feinen Wortwitz des Originals wunderbar auf. Die Texte klingen modern und zugänglich, ohne die Epoche, aus der sie stammen, zu verleugnen.
Besetzt ist die Produktion mit den festen Ensemblemitgliedern des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Daniel Gutmann überzeugt als wilder, saltoschlagender Piratenkönig, dessen Stimme trotz zahlreicher akrobatischer Einlagen stets kraftvoll und sicher bleibt. Mit beeindruckender Leichtigkeit wirbelt er vom obersten Mast des Piratenschiffs, an einem Seil schwingend, über die Bühne, als wäre er an unsichtbaren Fäden befestigt. Matteo Ivan Rašić spielt Frederic, den Piratenlehrling, mit einer Mischung aus Naivität und heldenhaftem Mut. Seine ausdrucksstarke Mimik und seine angenehme, einschmeichelnde Tenorstimme machen ihn zu einem idealen Protagonisten.
Julia Sturzelbaum gibt als Mabel, das Mündel, in das sich Frederic verliebt, eine beeindruckend resolute Figur ab. Die Gegensätze zwischen den Charakteren werden von Rašić und Sturzelbaum hervorragend herausgearbeitet. Gesanglich meistert Sturzelbaum die anspruchsvoll komponierten Songs der Mabel mit Bravour.
Katja Ladentin sorgt als Ruth, das ‚Piratenmädchen für alles‘, für viele Lacher. Ihre Versuche, die deutlich jüngeren Rivalinnen auszustechen und Frederics Interesse auf sich zu ziehen, sind herrlich komisch. Alexander Frantzen scheint die Rolle des schrulligen Generalmajors auf den Leib geschrieben zu sein. Ob er sich in absurden Reimen selbst beweihräuchert oder in Selbstmitleid verfällt, weil er sich fälschlicherweise als Waisenkind ausgegeben hat – jede Szene mit ihm wird durch seine skurrilen Bewegungen und seine Mimik fast zum Showstopper.
Auch die Nebenrollen überzeugen: Peter Neustifther als Samuel, der Stellvertreter des Piratenkönigs, und Holger Ohlmann als Polizeisergeant fügen sich hervorragend in das großartige Ensemble ein.
Auf die Frage, was Arthur Sullivan von seinen „Piraten von Penzance“ halte, soll er einmal gesagt haben: „Das Libretto ist genial, geistreich, zum Teil herrlich komisch und mit manchmal brillanten Dialogen – wunderbar geschrieben für Musik wie alles von Gilbert; der ganze Ausdruck und der Stoff sind perfekt!“ Eine Einschätzung, die auch knapp 150 Jahre später noch Bestand hat, wie die temporeiche und detailverliebte Inszenierung des Staatstheaters am Gärtnerplatz eindrucksvoll beweist.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musik | Arthur Sullivan |
| Buch | William Schwenck Gilbert |
| Deutsche Übersetzung | Inge Greiffenhagen Bettina von Leoprechting |
| Musikalische Leitung | Anthony Bramall |
| Regie und Choreografie | Adam Cooper |
| Bühne | Karl Fehringer Judith Leikauf |
| Kostüme | Birte Wallbaum |
| Licht | Michael Heidinger |
| Dramaturgie | Michael Alexander Rinz |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Frederic | Matteo Ivan Rašić |
| Mabel | Julia Sturzlbaum |
| Generalmajor | Alexander Franzen |
| Piratenkönig | Daniel Gutmann |
| Ruth | Sigrid Hauser |
| Samuel | Peter Neustifter |
| Polizeisergeant | Holger Ohlmann |
| Edith | Mina Yu |
| Kate | Anna Overbeck |
| Isabel | Laura Schneiderhan |
| Drei Piraten mit besonders starkem Bewegungsdrang | Matt Emig Morris Jeyachandran Jaro Neuschwander |
| The Queen | Corinna Klimek |
| Kleiner Frederic | David Henning |
| mit | Chor Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| Do, 08.01.2026 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | Wiederaufnahme |
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| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mi, 13.11.2024 18:00 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | Vorpremiere | |||||||
| Fr, 29.11.2024 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | Premiere | |||||||
| Di, 03.12.2024 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| ▼ 7 weitere Termine einblenden (bis 15.03.2025) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sa, 21.12.2024 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| Sa, 28.12.2024 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| Mo, 06.01.2025 18:00 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| So, 19.01.2025 18:00 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| Sa, 25.01.2025 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| Do, 13.03.2025 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
| Sa, 15.03.2025 19:30 | Staatstheater am Gärtnerplatz, München | ||||||||
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