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HintergrundFinales des Bundeswettbewerbs Gesang 2011
"Die werden wir wiedersehen!"
 
Kräftemessen des Musicalnachwuches: Das Finale des Bundeswettbewerbs Gesang in Berlin bedeutet für Finalisten und Juroren fünf Tage Schwerstarbeit.
Reportage von Björn Herrmann
"Ich kann das Muster nicht mehr sehen!"
Jurorin Katharine Mehrling ist fertig. Fünf Tage Finale des Bundeswettbewerbs Gesang liegen hinter ihr und damit auch fünf Tage ständiges Starren auf die psychdelisch gelochten Akkustikwände im Konzertsaal der Berliner Universität der Künste.
Denn für die Jury bedeuten fünf Tage Halbfinale und Finale ständige Konzentration.
Und für die Kandidaten sind diese fünf Tage Hoffen und Bangen pur.
Welche Stücke will die Jury hören? Welche Reihenfolge funktioniert dramaturgisch? Hält die Stimme durch?
In nur 15 Minuten alles zeigen, was man kann, ein möglichst breites Spektrum an Stücken und Stimmfarben und das alles vor den Augen einer strengen Jury mit Stage-Entertainment-Managerin Simone Linhof an der Spitze.
"Einige hatten schon Schwierigkeiten mit der riesigen leeren Bühne", stellt Linhof nach Abschluss der Bewertungsrunden fest. "Aber das Niveau ist in diesem Jahr sehr, sehr hoch gewesen."
Dem kann sich Mitjuror und Musicaldirigent Bernd Steixner nur anschließen, auch wenn er feststellt: "Wir hatten hier eine sehr enge Spitzengruppe. Aber danach dann ein breites Feld an Leuten, die auch sehr, sehr gut waren."

Traditionell Gastgeber des Bundeswettbewerbs-Finales: Die Universität der Künste in Berlin

Wettbewerbssituation: Alleine auf der großen weißen Bühne.
Übriggeblieben sind im Finale 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Junior-, Chanson- und Hauptwettbewerb. Beinahe alle kommen aus den verschiedenen Musical-Hochschulstudiengängen Deutschlands, auch aus dieser freundschaftlichen Rivalität speist sich die besondere Stimmung der fünf Tage.
Ganz vorn in den ersten Reihen verteilt und vereinzelt – und streng abgeschirmt vom restlichen Publikum – sitzen die Juroren. Dahinter ausgeschiedene Teilnehmer, Studenten unterer Jahrgänge und die Professorinnen und Professoren. Mutmachende, applaudierende, manchmal kreischende Fans die einen, scheinbar lockere Trainer die anderen. Sie können nur noch zuhören und für ihre Schützlinge hoffen.
Die sind alleine oben auf der Bühne mit den sie begleitenden Musikern und liefern ihre Programme ab. Mal streng formalistisch Song für Song, mal als überdrehte, durchinszenierte Revue. Allen aber ist die akkribische Vorbereitung gemeinsam. "Ohne die Ausbildung und die Mithilfe der Schulen geht hier nichts mehr. Nur wer so gut ausgebildet ist, kann hier noch in die Endrunde kommen", sagt Jury-Chefin Simone Linhof.

In dieser Endrunde schließlich geht es um alles. "Sicher denkt man die Songs des Halbfinales mit", verrät Juror Bernd Steixner, "aber mit einem Song, der danebengeht, sind die Siegchancen weg."
Gehört der Donnerstag bis zum frühen Nachmittag dem Junioren- und dem Chansonwettbewerb, wird es schließlich ab Donnerstag Spätnachmittag spannend. Die 15 Finalisten des Hauptwettbewerbs treten an.
Einen ersten Markstein setzt Marie-Anjes Lumpp aus Essen, die den "Annie get your Gun"-Klassiker "Am Schießeisen beißt keiner an" zu einer zwerchfellerschütternden Pumpgun-Nummer à la Lara Croft umdeutet und den Saal zum ersten Mal zum Toben bringt.
Olivia Delauré, ebenfalls aus Essen, macht anschließend mit einem perfekt durchchoreographierten und interpretierten "Whatever Lola wants" aus "Damn Yankees" klar, dass sie zu den ganz heißen Sieganwärterinnen gehört.
Es ist schon fast Freitag Mittag, als schließlich der 23-jährige Nicky Wuchinger aus Berlin die Bühne betritt und mit einer butterweichen "Musik der Nacht" aufhorchen lässt. Einen soliden Henry-Higgins-Song und eine fetzige Rocknummer später ist dann klar, dass an ihm, einem der jüngsten im "Seniorwettbewerb", kein Weg vorbeiführen wird.

Geschafft: Die Jury tanzt.

Service: Beratung der Teilnehmer durch die Jury nach dem Finale.

Trotzdem ist die Spannung mit Händen zu greifen, als die Jury nach kurzer eigener Showeinlage zur Verkündung der Ergebnisse schreitet: Den Juniorwettbewerb entscheidet Julian Culemann aus Essen für sich, vor Christian Miebach aus Berlin und Laura Joeken aus München.
Im Chansonwettbewerb siegt Antonia Bill aus Berlin vor Vladimir Korneev (München) und Julia Meier (Essen).
Den Hauptwettbewerb gewinnt erwartungsgemäß Nicky Wuchinger vor Olivia Delauré und Marie-Anjes Lumpp, und die Verkündung der Sieger löst sich auf in ein Meer von Umarmungen und Interviews, während die Jury mit den ersten Beratungs- und Feedbackgesprächen beginnt und Simone Linhof ihr Fazit zieht: "Viele von den Teilnehmern werden wir in den nächsten Jahren auf den großen Bühnen wiedersehen, da bin ich sicher!"
 
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