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Komödie

Avenue Q

Was fängt man an mit einem Abschluss als Kuwi?


© Jochen Quast
© Jochen Quast
Puppenschauspiel oder Schauspiel mit Puppen? Diese Frage stellt sich immer wieder beim Betrachten der 'Avenue Q' auf der Bühne des Theaters für Niedersachsen. Zweifellos macht das Stück eine Menge Spaß. Die Tabubrüche im jungfräulichen Sesamstraßenstil sitzen und bereiten allen Darstellern sichtlich Freude. Unklar bleibt hingegen, wer im Mittelpunkt des Stücks stehen soll – Klappmaulpuppe oder Spieler.

(Text: Andreas Gundelach)

Premiere:19.08.2016
Rezensierte Vorstellung:19.08.2016


Besonders wer Figuren wie Timon und Zazuu im "König der Löwen" oder die Bewohner der "Villa Sonnenschein" (Schmidts/Hamburg) gesehen hat, weiß um die starke Wirkung von Figuren, deren Puppenspielern sich während des Spiels mit ihrem Puppet statt dem Publikum beschäftigen - ihre Figur also nahezu durchgehend anschauen und so in den Mittelpunkt des Handelns heben. Nur die zum Teil eingeschränkten mimischen Fähigkeiten der Klappmaulpuppen werden durch Spiel und Mimik der Darsteller ergänzt, sie konkurrieren allerdings nicht mit der Puppe.

© Jochen Quast
© Jochen Quast

Intendant und Regisseur Jörg Gade orientiert sich bei seiner Inszenierung hingegen stark an der Broadway-Version des Musicals und geht einen anderen Weg: Seine Darsteller spielen ihre Figur überwiegend parallel zum Puppet und fast immer im direkten Kontakt zum Publikum. Das für Puppets übliches "Overacting" wird auch von den Schauspielern übernommen. Dieser Kniff könnte in den USA funktionieren, in Deutschland wirkt er irritierend. Verstärkt wird der Effekt durch die Kostümwahl. Die Spieler in Hildesheim tragen durchgängig schwarze Kleidung, die nur dezent im Stil der jeweiligen Puppets angepasst ist. Das macht sie optisch noch stärker zu Puppenspielern (statt zu einem Teil der Figur) und steht so im deutlichen Widerspruch zu ihrer Spielweise. Besonders bei Tim Müller (Princeton u.a.) fällt das auf. Durch sein durchgängiges eigenes Spiel über die Rampe verkommen seine Puppets so zu Requisiten und die eigentlich gemeinsame Rollenbeziehung tritt in den Hintergrund. Auch die mimisch stets sehr starke Sandra Pangl lässt ihrer Figur "Kate Monster" oft wenig Chance auf eigene Wirkung.

© Jochen Quast
© Jochen Quast

An anderen Stellen klappt das prima. Besonders bei Theresa Scherhag (Lucy the Slut und Hand diverser Figuren) wirkt das Zusammenspiel. Obwohl Scherhag besonders als "Lucy" die Mimik des Puppets mitspielt, konzentriert sie sich dabei in der Regel auf ihre Figur. Nur an Stellen, in der sie ihre Puppe wirklich durch Mimik unterstützen kann, spielt sie ins Publikum. Auch Jens Krause hinter "Schrekki Monster" fällt angenehm wenig als Person auf - seine Figur rückt dafür umso stärker in den Mittelpunkt. Bei den menschlichen Darstellern punktet vor allem Björn Schäffer. Er spielt seinen "Daniel Küblböck" so schrullig und extrovertiert, dass 13 Jahre nach dem Ausscheiden des ehemaligen DSDS-Teilnehmers die Erinnerung an ihn 1:1 auf die Bühnenfigur passen.

© Jochen Quast
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Das Bühnenbild in Hildesheim ist bunt, dessen Nutzung gut gelöst. Das Licht ist eher unaufgeregt, aber immer stimmig. Die neuen LED-Scheinwerfer tauchen die Handlung in überraschend satte Farben und auch der blau überstrahlte Hauptvorhang wirkt. Die Musik kommt zeitweise etwas zu leise im Zuschauerraum an - besonders das Schlagzeug hätte etwas mehr Verstärkung vertragen.

© Jochen Quast
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Aber egal wer nun im Mittelpunkt der Hildesheimer "Avenue Q" steht: Die Spielfreude aller Darsteller – und die genutzte Chance, mit Puppen all das auf einer Bühne machen zu dürfen, was ohne sie vielleicht nie denkbar gewesen wäre – macht auf jeden Fall viel Spaß beim Zuschauen und die Inszenierung sehenswert..

(Text: Andreas Gundelach)




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News: Das Musical-Programm des TfN 2016/17 (14.05.2016)



Kreativteam

InszenierungJörg Gade
Musikalische LeitungAndreas Unsicker
Bühne, KostümeHannes Neumaier
ChoreografieKatja Buhl
PuppenspieltrainerJan Jedenak
PuppenbauBirger Laube


Besetzung

Princeton
Rod
Tim Müller
Kate MonsterSandra Pangl
BrianAlexander Prosek
Christmas EveElisabeth Köstner
DanielBjörn Schäffer
Lucy, die Schlampe
Umzugskarton
Teresa Scherhag
Nicky
Bullshit Bär
Neuankömmling
Jürgen Brehm
Bullshit Bärin
Frau Semmelmöse
Umzugskarton
Judith Bloch
Trekkie Monster
Ricky
Umzugskarton
Jens Krause




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Jochen Quast
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Sehr empfehlenswert!

02.11.2016 - Wir haben die Premiere am 19.08.2016 von Avenue Q im TfN gesehen. Hier ist die Spielfreude der Akteure auch auf das Publikum übergesprungen. Die Puppen machen richtig Spaß und ihnen kann man die teilweise "dreckigen Witze" nicht übel nehmen. Gesanglich waren alle Darsteller sehr stark, besonders Sandra Pangl als Kate Monster und Teresa Scherhag als Lucy fielen positiv auf.Die Führung der Puppen von 2 Personen hervorragend Jürgen Brehm und Teresa Scherhag) wurde bestaunt und auch deren Synchronität.
Noch kann man dieses Stück bewundern.
Daumen hoch und los in die Avenue Q!

Rehlein01 (3 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


Willkommen in der Avenue Q

20.10.2016 - Das Theater für Niedersachsen Hildesheim (nachfolgend „TfN“) präsentiert mit der hiesigen MusicalCompany das (nicht ganz jugendfreie) Musical „Avenue Q“ unter der Regie von Intendant Jörg Gade. Ob der Renner aus New York auch ein selbigen Erfolg in Hildesheim feiert ist fraglich. Seitens des TfN wird das Stück als „Puppenmusical“ bezeichnet: Den Zuschauer erwartet jedoch eher ein Ausflug auf die Avenue Q, bei welchem das Schauspiel der Puppenspieler primär im Vordergrund steht und die Puppen (s.g. Puppets) stark in den Hintergrund geraten. Völlig banal und fast nicht sichtbar ist die Choreografie der ehemaligen Leitung der MusicalCompany Katja Buhl. Der Humor der Show ist (bis auf wenige Passagen) schlicht und ergreifend nicht lustig, da die Witze entweder von Natur aus nicht (mehr) lustig sind (Homo-, Ausländer-, Klischee-Witze), es diese Witze schon einmal an anderer Stelle im Musical-Bereich gab und/oder absolut vorhersehbar waren. Die Puppen sollen eigentlich „das“ sagen dürfen, was in der Gesellschaft „tabu“ ist. Leider springt hierbei nicht der Funke über, dass die Puppen dies für die Spieler übernehmen. Zudem kommt noch die schwache Handlung, welche im ersten Akt zu einschläfernder Stimmung führt und im zweiten Teil erst richtig warm wird. Ein Trost ist das klasse Bühnenbild, welches alle Erwartungen gänzlich erfüllt. Tim Müller (als „Princeton“ / „Rod“) kommt (wie die Handlung der Show) erst im zweiten Teil aus sich heraus und verkörpert seine Rolle(n) von nun an sehr schön und authentisch. Er gilt somit als Spätzünder der Show und kann dadurch doch noch punkten. Ein Juwel der Produktion ist hingegen Sandra Pangl (als „Kate Monster“). Wie schon in früheren Produktionen ist sie eine der „Stars“ der Show: Sowohl schauspielerisch als auch gesanglich zeigt sie alles was sie zu bieten hat und verkörpert ihre Rolle damit absolut treffend. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sie im Gegensatz zu ihren Kollegen nahezu perfekt im Spiel der Puppe ist. Eher kritisch gegenüber zu stehen ist Alexander Prosek (als „Brian“), welcher in seiner Rolle auf Grund von mangelndem Witz und Authentizität sehr blass bleibt. Seine Bühnenpartnerin Elisabeth Köstner (als „Christmas Eve“) hingegen brilliert in ihrer Rolle mit sehr viel Charme und hinterlässt damit einen sehr stimmigen Eindruck. Ein weiteren Schwachpunkt, stellt Björn Schäffer (als „Daniel Kübelböck“) dar. Seine stark übertriebene Rolle lässt dem Zuschauer keinerlei Möglichkeit überhaupt den Versuch zu wagen, seine Witze zu belächeln. Teresa Scherhag (als „Lucy – die Schlampe“ / „Umzugskarton“) hingen, spielt ihre Rolle(n) sehr elegant und fällt gesanglich sehr positiv auf. Ein weiteres Juwel der Produktion ist Jürgen Brehm (als „Nicky“ / „Bullshit Bär“ / „Neuankömmling“ / „Möwe“). Wie seine Kollegin Sandra Pangl stellt er alle seine Fähigkeiten unter Beweis und spielt/singt seine Rolle(n) überaus begeisternd und mit starker Überzeugung(-skraf). Chapeau! Auch Judith Bloch („Bullshit Bärin“ / „Frau Semmelmöse“ / „Umzugskarton“) kann in ihren Rolle(n), besonders jedoch als „Frau Semmelmöse“, für den -ein oder anderen- Lacher sorgen. Jens Krause (als „Trekkie Monster“ / „Ricky“ / „Umzugskarton“) stellt seine Rolle(n) überaus überzeugend dar und hinterlässt damit einen sehr positiven Eindruck. Trotz des überwiegend guten Ensembles (angeführt von Sandra Pangl und Jürgen Brehm) ist „Avenue Q“ in der Inszenierung des TfN nur eingeschränkt Empfehlenswert, was vorwiegend dem Stück als solches und der unzureichenden Regie anzulasten ist.

cometoyoursenses (erste Bewertung)


Lohnt sich

19.09.2016 - Sesamstraße für große Leute !
Ein besonderes Highlight:
Die Möwe ! ! !

joegilles (10 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


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(agu)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Anarcho-Puppen erobern das TfN, bekommen zeitweise allerdings zu wenig Raum von ihren Spielern. Die zahlreichen Tabubrüche im Sesamstraßenstil machen trotzdem viel Spaß.

20.08.2016

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 3.33 Sterne

 Termine
So09.04.19:00 Uhr
Stadttheater (Hildesheim)
Sa29.04.19:00 Uhr
Forum der IGS (Garbsen)




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