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Schauer-Drama

Jekyll & Hyde

Wenn Jekyll, dann auch Hyde


© muTphoto Barbara Braun
© muTphoto Barbara Braun
Langeweile statt Spannung – Horst Kupichs Inszenierung des Wildhorn-Klassikers kommt blutleer und mit Fremdschäm-Momenten daher. Für Glanz-Momente sorgt einzig Chris Murray in der Titel-Doppelrolle.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:18.06.2016
Rezensierte Vorstellung:30.07.2016
Dernière:24.05.2017


Grusel-Gefühl fürs Publikum ist ein probates Mittel im düsteren Musical-Thriller über den umtriebigen Dr. Jekyll, der im Selbstversuch sein meuchelndes Alter Ego Edward Hyde zum Leben erweckt. In Horst Kupichs Open-Air-Inszenierung geschieht dies auf Rummelplatz-Geisterbahn-Niveau, indem der Regisseur vier schwarzgewandete Herren mit knochigen Plastik-Pranken Kulissenteile verschieben oder Särge über die Bühne rollen lässt. Auch lungert dieses Quartett mal essend, mal mit Operngläsern ausgestattet, als Gaffer herum und beobachtet die diversen Bluttaten. Das ist aber auch Kupichs einzige Idee für seine hausbacken wirkende Inszenierung, die über drei Stunden einfach nur langweilt. Absoluter Tiefpunkt darin ist die Szene in der "Roten Ratte", in der fünf lasziv schauende, Po-wippende Choristinnen in schlaffer Choreografie von Ralf Dörnen zu "Schaff die Männer ran" Damen des horizontalen Gewerbes mimen und dem Etablissement damit jegliche Verruchtheit austreiben. Diese Erotik auf Hausmütterchen-Niveau wirkt wie eine peinliche Parodie, die einen erschaudern lässt.

So dargeboten, verkommt "Jekyll & Hyde" zu einer harmlos-schwülstigen Operette, in der die Protagonisten in braven, historisierenden Kostümen (Christopher Melching) meist frontal ins Publikum blickend Songs aus der Feder von Frank Wildhorn zum Besten geben dürfen. Henning Ehlert dirigiert dazu die in einem Zelt links von der Bühne sitzenden Musiker des Philharmonischen Orchesters Vorpommern mit schleppenden Pathos, sodass eigentlich packende Massenszenen wie "Fassade" oder "Mörder" bieder klingend verpuffen. Der Opernchor des Theaters Vorpommern, dessen Mitglieder auch in zahlreichen Nebenrollen solistisch tätig sind, setzt dabei allerdings akustische Glanzpunkte.

Auf der Habenseite der Produktion steht auf jeden Fall das schnell wandelbare Bühnenbild in Bilderbuch-Optik. Christopher Melching hat vier – auf allen Seiten mit kritzelig-bunten Zeichnungen versehene – Türme entworfen, die sich in immer neue Formationen verschieben lassen. In ihren oberen Etagen lassen sich Fenster öffnen, sodass hier zusätzliche Spielebenen entstehen. Dr. Jekylls helles, die gesamte Bühnenbreite einnehmendes Labor in quietschigem Gelb ist in dieser Inszenierung ein funktionaler Arbeitsplatz und nicht eine geheimnisvolle Versuchsküche. Hier wirkt Christ Murray als eifriger, in sich zerrissener Forscher, der im Selbstversuch zu einem Monster mutiert. Murray spielt und singt diese kräftezehrende Doppelrolle abseits jeglicher Routine und gewinnt dem netten Dr. Jekyll sogar ungewöhnlich komische Züge ab. Stimmlich glänzt er mit kraftvollem Bariton, der mühelos auch hohe Töne meistert und für Songs wie "Dies ist die Stunde" nicht erst beim Schlussapplaus bejubelt wird. Eine grandiose Leistung!

Neben einem so erfahrenen Musicaldarsteller haben es die Sänger des hauseigenen Musiktheater-Ensembles schwer. Abseits von opernhaften Pathos gefällt Kristi Anna Isene als Lucy Harris. Sie nimmt ihren klassisch geschulten Sopran sehr zurück und singt als gebrochen wirkende Frau mit feiner Stimme Songs wie "Jemand wie du" oder gemeinsam mit Murray ein packendes "Gefährliches Spiel". In der etwas undankbaren Rolle der Lisa gibt Jardena Flückiger die Operetten-Diva, die nach der Pause mit "Da war einst ein Traum" zumindest ein großes Solo hat, das sie hörbar auskostet. Als ihr Vater wirkt Alexandru Constantinescu (Sir Danvers Carew) optisch eher wie Lisas jüngerer Bruder. Aufhorchen lässt noch Doris Hädrich-Eichhorn als zickige Lady Beaconsfield. Thomas Rettensteiner ist ein etwas poltrig wirkender Utterson.

Kurz nach Mitternacht endet am Stralsunder Sund der bieder dargebotene Spuk um das aus den Fugen geratene Experiment eines gescheiterten Wissenschaftlers. Schade. Ambiente und Publikum hätten mehr verdient.

(Text: Kai Wulfes)






Kreativteam

Musikalische LeitungHenning Ehlert
InszenierungHorst Kupich
Bühne und KostümeChristopher Melching
ChoreografieRalf Dörnen


Besetzung

Dr. Henry Jekyll
Edward Hyde
Chris Murray
Veit Schäfermeier
Gabriel John UttersonThomas Rettensteiner
Sir Danvers CarewAlexandru Constantinescu
Lisa, seine TochterJardena Flückiger
Lady BeaconsfieldDoris Hädrich-Eichhorn
Der Bischof von BasingstokeTye Maurice Thomas
Lord SavageBernd Roth
General Lord GlossopValmar Saar
Sir Archibald ProopsAlexej Trochin
Lucy HarrisKristi Anna Isene
Nellie, eine ProstituierteFanny Gundlach
Spider, ein Zuhälter/StrideJohannes Richter
Pool, ButlerAndreas Ammelung
Bisset, ApothekerVolkmar Aßmus
Mike/PfarrerByung Ahn
ZeitungsjungeKristina Herbst
KindPaul Gundlach
Erster MannBernd Roth
Zweiter MannMaxim Vinogradov
Dritter MannKatja Böhme
RipperBernd Roth
Alexej Trochin
Valmar Saar
Sochi Kobayashi
Mooyeol Yang
Byung Jun Ahn
Volkmar Assmus
Krankenhauswärter, Patienten, Prostituierte, Bettler, Reisende, Gäste und Einwohner LondonsMitglieder des Opernchores
Opernchor des Theaters Vorpommern

Philharmonisches Orchester Vorpommern





Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Vincent Leifer
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Ein phantastischer Abend!

01.09.2016 - Ich bin mit diesem Bericht zu Jekyll & Hyde in Stralsund enttäuscht und nicht einverstanden! Ich war auch in der Vorstellung am 30.7.: Das Publikum und auch die ansässige lokale Presse haben die Show gefeiert! Das Publikum hat die Show bejubelt und am Ende allen Darstellern mit Standing Ovations gedankt ! Ich selber fand die Show sehr gut und die Beleuchtung und Bühnenbild gelungen. Vor allem in der Dunkelheit wirkte das Bühnenbild besonders gut! Das Ensemble war erstklassig besetzt. Wo ich dem Autor Recht geben muss, ist der Glücksgriff Chris Murray! Durch seinen brillanten Gesang und Darstellung verzauberte er die Zuschauer. Chris Murray zeigte vollkommen überzeugend die zwei unterschiedlichen Personen, die in Dr. Henry Jekyll und Edward Hyde vereint sind! Ganz großes Kino für die Ohren und Augen waren die Lieder – Dies ist die Stunde und Konfrontation!


Super Darsteller, tolle Inszenierung!

02.08.2016 - Die Premiere in Stralsund a 29.7. war wunderbar! Die Genialität der wunderbaren Melodiene kommt in dieser Inszenierung super rüber! Ein ideenreiches Bühnenbild entführt mit Hilfe ausgefeilter Lichteffekte in die perfekte Stimmung. Das Ensemble und das Live-Orchester können überzeugen und Stargast Chris Murray trägt die Show auf unvergleichliche Weise durch seine wunderschöne Stimme (sowohl bei den leisen, als auch bei den kräftigen Tönen, welche das Publikum mitreißen) und sein gekonntes Schauspiel. Die stehenden Ovationen am Schluss waren mehr als verdient und auch zahlreiche Szenen-Appläuse zeugen davon, dass diese Inszenierung gefällt!

Elisabeth64 (erste Bewertung)


Chris Murray war Top!

01.08.2016 - Chris Murray war Top,die Lucy war auch gut, ohne Frage!
Aber der Rest war absolut eine Langeweile. Es war kalt, ich hatte vorgesorgt! Ich fand es toll wie viele Autos über den Sund fuhren!
Es war so kitschig, so ...!
Schafft die Männer rann ... war spühl sauber und Artgerecht für Touristen! Wacht mal auf, so geht das nicht!
Opern oder Operetten Sänger/in singen Musical. Für das breite Dumme bezahlende Volk vielleicht i.o.! Für mich nicht!

Cuisinier le (3 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


hervorragend gemacht

01.08.2016 - Für ein kleineres Stadttheater hat das Theater Vorpommern eine exzellente Produktion auf die Beine gestellt. Nicht nur Chris Murray in der Titelrolle jagt einem Gänsehaut über den Rücken, so intensiv spielt er (und singt wie üblich hervorragend), sondern auch das restliche Ensemble ist mehr als adäquat. Besonders sind hier die beiden Damen und der Utterson hervorzuheben, aber auch die restlichen Rollen habe ich schon schlechter gehört. Das Orchester klingt gut und der Dirigent hat ein Gefühl für das Stück. Für die Kälte konnte niemand, aber bis auf das gemalte und anfangs gewöhnungsbedürftige Bühnenbild gab es für mich keine Abstriche. Empfehlenswert!

Mariana (3 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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Handlung
Der junge Arzt Henry Jekyll will das Gute vom Bösen im Menschen trennen - um das Böse zu eleminieren und die Menschheit vom Wahnsinn zu befreien. mehr

Weitere Infos
Das Musical von Frank Wildhorn (Musik) und Leslie Bricusse (Texte) basiert auf dem vielfach verfilmten Roman von Robert Louis Stevenson. Uraufgeführt wurde es 1990 in Houston - die Doppel-CD halten viele Fans immer noch für die beste Aufnahme der Show. 1997 kam das Musical an den Broadway. 1999 erlebte es unter der Regie von Dietrich Hilsdorf seine europäische Erstaufführung in Bremen (in der Übersetzung von Susanne Dengler, die auch die Lisa spielte). Diese Produktion wurde auch in Wien und Köln gezeigt. Seit März 2007 (Premiere in Chemnitz) gehört "Jekyll & Hyde" im deutschsprachigen Raum auch zum Stadttheater-Repertoire.

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 Kurzbewertung [ i ]
(Kai Wulfes)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ärgerlich-langweilig inszenierte Wildhorn-Schmonzette, die dank Chris Murray in der Titelrolle halbwegs erträglich ist.

31.07.2016

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 3.50 Sterne

 Termine
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