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Songdrama

Ewig jung

Who wants to live forever?


Der von Erik Gedeon 2001 ursprünglich für Hamburg konzipierte "Thalia Vista Social Club" ist in Berlin angekommen und reizt unter dem Titel "Ewig jung" die Lachmuskeln. Als tattrige Pensionäre brilliert eine fantastische Darstellerriege, die Popklassikern wie "I will survive" eine ganz neue Bedeutung gibt.

(Text: Kai Wulfes)

Rezensierte Vorstellung:06.10.2009


Der ergraute Alt-Hippie (Timo Dierkes) pupst zwei Mal. Seine kokette Sitznachbarin (Anika Mauer) rümpft die Nase. Die unsichtbare Wolke wabert immer weiter nach links vom korrekten Gentleman (Guntbert Warns) über die verbitterte Diva (Katharine Mehrling) bis zum trottelig-liebenswerten Opi (Dieter Landuris). Schließlich erreicht sie auch den ganz am linken Bühnenrand hinter seinem Flügel sitzenden Pianisten (Harry Ermer), der sich wild nach Luft schnappend schnell seine auf dem Instrument bereit liegende Sauerstoffmaske überstreift.


Auch wenn für die fünf, schon seit vielen Jahren pensionierten Schauspieler inklusiver ihres gleichaltrigen musikalischen Leiters das Leben mühsamer geworden ist, gemeinsam haben sie Spaß. Auf der mit schäbig wirkenden Möbeln dekorierten Vorderbühne (Bühnenbild: Erik Gedeon) leben sie ihre Macken und Gebrechen aus und philosophieren bei einem Joint über die verblasste Karriere. Mit viel Fingerspitzengefühl und einer gehörigen Prise Humor sind in die Handlung immer wieder Popsongs eingebaut, die die Darsteller ohne Mikrofonverstärkung mühelos zum Besten geben. Zum Brüllen, wenn die drei Herren mit angedeutetem Hüftschwung "Staying Alive" piepsen oder Katharine Mehrling "Barbie Girl" trällert, während sie ihre herausgefallene Beinprothese wieder befestigt. Nach Guntbert Warns mühsamen Strip zu "You can leave your hat on" tobt der Saal ebenso wie bei seiner in der Waagerechten endenden Engtanzeinlage. Bewegend Anika Mauers "Hello" nachdem ihre mondäne blonde Perücke einem missglückten Zaubertrick zum Opfer gefallen ist.


Für die professionelle Betreuung der tattrigen Mimen ist Schwester Angelika (Angelika Milster) zuständig, die versucht, die Truppe mit albernen Kinderliedern oder einer Runde Likörchen bei Laune zu halten. Wenn sie die Arbeitskleidung gegen ein opulentes Witwen-Outfit (Kostüme: Dagmar Fabisch) tauscht und im Stile einer klassischen Opernarie "Sterben", "Verrecken", "Krepieren" und weitere Begriffe aus dem Totenreich gurrt, dann gefriert nicht nur ihren Patienten das Blut in den Adern. Milster steht vorlagenbedingt zwar etwas im Schatten ihrer Kollegen, ist jedoch für die Episodenrolle der süßlich-hinterhältigen Altenpflegerin stimmlich wie darstellerisch eine gute Wahl.


Es sind die vielen kleinen menschelnden Szenen, die das Publikum immer wieder zu Lachsalven hinreißen und eines geschickt kaschieren: "Ewig jung" ist im Kern ein bitterböses Stück über das Siechtum alter Menschen, die von der Gesellschaft nicht mehr gebraucht werden. Das spielfreudige, mit großem optischen Aufwand gealterte Ensemble (Maske: Sabine Guthke-Pooch) jubelt den Zuschauern die gallige Botschaft dank einer kurzweiligem Inszenierung von Erik Gedeon in Form von gut gemachter Unterhaltung unter.


Songdrama von Erik Gedeon

(Text: kw)






Kreativteam

Regie und Bühnenbild Erik Gedeon
Kostüme Dagmar Fabisch
Musikalische Leitung Harry Ermer


Besetzung

Herr DierkesTimo Dierkes
Herr LandurisDieter Landuris
Frau MauerAnika Mauer
Frau MehrlingKatharine Mehrling
Herr WarnsGuntbert Warns
Schester AngelikaAngelika Milster



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(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Bitterböse und zum Brüllen komisch. Sechs fidele Senioren bringen das Publikum im Renaissance Theater zum Toben.

 Termine
Do02.02.20:00 Uhr
Fr03.02.20:00 Uhr
Mo27.03.20:00 Uhr
Di28.03.20:00 Uhr
Mi21.06.20:00 Uhr
Do22.06.20:00 Uhr
Fr23.06.20:00 Uhr
Sa24.06.20:00 Uhr


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